Lukas Stutzke im EM-Spiel gegen Norwegen

Handball | EM

DHB-Team - erfolgreich trotz Niederlage

Stand: 22.01.2022, 09:56 Uhr

Die Chance auf das EM-Halbfinale ist für die deutschen Handballer nach der Niederlage gegen Norwegen nur noch minimal. Ein bestenfalls auch zukunftweisender Erfolg ist der Auftritt des DHB-Teams in der Slowakei allerdings dennoch.

"Wir wollen uns vernünftig aus dem Turnier verabschieden und als Mannschaft weiterentwickeln", sagte Kapitän Johannes Golla nach der bitteren 23:28-Niederlage gegen Norwegen im zweiten Hauptrundenspiel. Es klang nüchtern, ernüchtert. Wie seine Teamkollegen und Trainer Alfred Gislason weiß auch Golla, dass die Chancen auf das Erreichen des Halbfinales nur noch minimal sind.

DHB-Team auf Schützenhilfe angewiesen

Das DHB-Team muss seine beiden verbleibenden Spiele am Sonntag (23.01.2022) gegen Schweden und am Dienstag gegen Russland unbedingt gewinnen - und ist zusätzlich auf Schützenhilfe angewiesen. Denn gleichzeitig muss Norwegen auch gegen Spanien verlieren, und am Dienstag dürfen die Norweger wiederum nicht gegen Schweden gewinnen. Dann kommt es bei einem Sieg der Schweden zum Dreiervergleich der drei Nationen. Bei einem Remis zwischen Schweden und Norwegen wären die Deutschen dann wiederum direkt weiter.

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"Es wird ganz viel hängen bleiben"

Doch abseits rein sportlicher Ziele gibt es schon jetzt Felder, auf denen das deutsche Team gewonnen hat - und bestenfalls noch gewinnen wird. "Es ist eine EM, wir wollen so weit kommen, wie nur möglich", sagte Gislason zwar: "Aber das schließt nicht aus, dass wir dabei auch etwas lernen können."  So hätten ihn trotz der Fünf-Tore-Niederlage gegen Norwegen auch "viele Sachen sehr gefreut", sagte Gislason. "Ein Lukas Stutzke kommt rein und spielt sehr gut, er ist eines der größten Talente von uns. Julian Köster macht natürlich einige Fehler, aber davon wird er lernen. Es war viel Gutes dabei."

So sah es auch Johannes Bitter. "Es wird ganz viel hängen bleiben bei vielen Spielern. Der Bundestrainer hat es uns zur Aufgabe gemacht, hier jedes Spiel durchzukämpfen", sagte der erfahrene Torhüter. Und auch DHB-Sportvorstand Axel Kromer betonte, wie wichtig das Turnier vor allem für die vielen unerfahrenen Spieler ist: "Die werden hier rausgehen und in ihre Klubs zurückkehren und dort mit neuen Kenntnissen die nächsten Schritte gehen."

Umstände haben das Team zusammengeschweißt

Nochmal zur Erinnerung: Gislason musste auf elf eingeplante und dann positiv coronagetestete Akteure verzichten. Vor dem Spiel gegen Polen stand mit dem nachgereisten Bitter ein einziger Torhüter im Kader. Viele junge Akteure rückten nach - und boten teilweise begeisternde Vorstellungen wie etwa Köster. Doch die Schwergewichte der Handball-Welt sind momentan einfach eine Nummer zu groß für das völlig neu formierte DHB-Team.

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Aber die personelle Notlage hat das Team auch zusammengeschweißt. Es hat einen Mannschaftsgeist entwickelt, der es vor allem zukünftig noch weit tragen könnte. Und das dürfte unabhängig von der Endplatzierung den eigentlichen Erfolg dieser Handball-EM für das DHB-Team ausmachen.

Corona-Rückkehrer: "Wäre wie Weihnachten"

Zuvor hofft Bundestrainer Gislason aber noch auf Weihnachten: Er habe die Hoffnung, dass einige der positiv getesteten Nationalspieler gegen Schweden am Sonntag auf die Platte zurückkehren können. "Das wäre für mich wie Weihnachten", sagte der Isländer. Sieben der elf momentan isolierten Akteure könnten im Fall von negativen Befunden am Sonntag wieder für das DHB-Team auflaufen - darunter auch die 2016-Europameister und Leistungsträger Andreas Wolff, Kai Häfner und Julius Kühn.

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Quelle: red/ sid/dpa

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