Philipp Weber bei den Olympischen Spielen gegen Spanien

Handball | EM

Handball-EM: Schon wieder gegen Spanien

Stand: 18.01.2022, 22:30 Uhr

Gegen keine andere Nation ist die jüngere Bilanz der deutschen Handball-Männer so schlecht wie gegen den ersten EM-Hauptrundengegner Spanien. Das Gute: Die meisten der DHB-Akteure können nichts dafür.

Von Robin Tillenburg

Es ist kein halbes Jahr her, da spielten Deutschland und Spanien zuletzt bei einem großen Turnier gegeneinander. Bei den Olympischen Spielen am 24. Juli gab es aus deutscher Sicht ein 27:28 (13:12).

Wenige Monate zuvor waren die Deutschen in der WM-Hauptrunde mit 28:32 (13:16) unterlegen gewesen. Wiederum ein Jahr vorher hatte es bei der EM-Vorrunde ein saftiges 26:33 (11:14) gesetzt.

Nur vier deutsche Spieler noch übrig

Aus der Olympia-Partie, die gerade einmal sechs Monate her ist, werden, mögliche weitere Coronafälle ausgeklammert, am Donnerstag (20.01.2022) nur vier DHB-Spieler erneut auf dem Feld stehen: Johannes Bitter, Philipp Weber, Johannes Golla und Paul Drux. Zwei von ihnen standen nicht einmal im ursprünglichen Aufgebot für die Europameisterschaft, sondern sprangen aufgrund der vielen coronabedingten Ausfälle in die Bresche.

Bei den Iberern standen immerhin sieben Leute aus dem Olympia-Duell im letzten Gruppenspiel dieser EM gegen Bosnien-Herzegowina (28:24) "auf der Platte".

Unbekümmert auch gegen den Favoriten?

Vor allem aus deutscher Sicht werden die Karten am Donnerstag also völlig neu gemischt. Spieler wie der im letzten Gruppenspiel gegen Polen so starken Julian Köster gehen von Misserfolgen gegen Spanien unberührt ins Spiel.

Eine gewisse Unbekümmertheit war es auch, die die DHB-Auswahl gegen Polen an den Tag legte. Nach dem Corona-Durcheinander mit neun Ausfällen, kurzfristigen Nachnominierungen und viel Zeit isoliert auf den Einzelzimmern gingen die Deutschen mit einer "Jetzt-erst-Recht-Mentalität" ins Spiel. Und gerade gegen Titelverteidiger Spanien, der als klarer Favorit in die Partie geht, sollten sie sich diese erhalten können.

Dujshebaev fehlt - das Kollektiv bleibt stark

Die Spanier treten allerdings ebenfalls nicht in Bestbesetzung an. Vor allem das Fehlen von Alex Dujshebaev im Rückraum und in der Deckung als unangenehmer vorgezogener "Balldieb" ist eine klare Schwächung für die Mannschaft von Jordi Ribera.

Dennoch verfügt der erfahrene Trainer trotzdem über ein sehr starkes Kollektiv. Was dazu führte, dass bei den drei Vorrundensiegen über Schweden, Tschechien und Bosnien-Herzegowina immer ein anderer Akteur bester Schütze war. Genau wie bei der deutschen Mannschaft übrigens.

Ein Hauch von 2016?

Man soll ja mit solchen Vergleichen immer vorsichtig sein, aber ein bisschen erinnert die Situation des DHB-Teams ja schon an die Europameisterschaft 2016. Eine junge Mannschaft ohne die großen Stars, die mitten im Turnier Ausfälle verkraften und Nachrücker integrieren musste. Gut, damals waren es nur zwei.

Die Nachrücker waren übrigens Julius Kühn und Kai Häfner, die jetzt zu den Etablierten gehören und aufgrund positiver Coronatests nicht zum Einsatz kommen werden. Damals spielten beide dann im Finale gegen Spanien und erzielten beim 24:17-Erfolg zusammen acht Treffer.

Polen gegen Deutschland - Die Zusammenfassung

Sportschau 18.01.2022 04:50 Min. Verfügbar bis 18.01.2023 Das Erste

Darstellung: