Deutschland gegen Österreich - die Zusammenfassung

Sportschau 16.01.2022 04:59 Min. Verfügbar bis 16.01.2023 Das Erste

Handball | EM

Handball-EM: Sieg über Österreich - Deutschland zieht in die Hauptrunde ein

Stand: 16.01.2022, 21:59 Uhr

Ein stark aufspielender Jung-Torhüter Till Klimpke und ein breit besetzter Kader haben der deutschen Handball-Nationalmannschaft den zweiten Sieg im zweiten EM-Spiel beschert.

Von Robin Tillenburg

Die DHB-Auswahl siegte am Sonntagabend (16.01.2022) in Bratislava gegen die Österreicher mit 34:29 (15:16) und hat bei noch einem ausstehenden Spiel am Dienstag gegen Polen am späteren Abend auch den Einzug in die Hauptrunde gesichert. Weil die Polen da Belarus schlugen, können die punktlosen Belarus und Österreich im direkten Duell am Dienstag keinen der beiden anderen Gruppenteilnehmer einholen. Bedeutet: Deutschland und Polen ziehen in die Hauptrunde ein. Am Dienstag geht es dann aber noch darum, wer dorthin Punkte mitnimmt.

Bundestrainer Alfred Gislason, der auf den positiv auf das Coronavirus getesteten Julius Kühn verzichten musste, entschied sich in der Startformation gegen die Alpenrepublik erneut für Jung-Torhüter Till Klimpke statt Andreas Wolff. Die beiden Änderungen im Vergleich zur Anfangsaufstellung im ersten Gruppenspiel gegen Belarus: Timo Kastening begann auf Rechtsaußen statt Christoph Steinert, Lukas Mertens auf der anderen Seite statt Marcel Schiller. Eine neue Flügelzange also.

Vorne Licht, hinten Schatten

Der frisch in die Startformation gespülte Kastening vergab direkt ganz frei den ersten Abschluss der Deutschen und wie schon gegen Belarus kam die Gislason-Sieben zunächst nur schwer in die Begegnung. Erst nach sechs Minuten gelang Sebastian Heymann von der halblinken Position der erste Treffer zum 1:3. Als Klimpke kurz darauf seine dritte Parade der Partie zeigte und die Deutschen im Gegenzug per Kempa-Trick erfolgreich waren, waren die Startprobleme aber erst einmal einigermaßen übewunden.

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Wäre Marcel Schiller in der nun folgenden Phase nicht bei zwei Strafwürfen leer ausgegangen, hätte die DHB-Auswahl womöglich sogar schon ein wenig davonziehen können. Die Chancenverwertung war aber ein konstantes Problem. Also blieben die Österreicher um den Kieler Nikola Bilyk im Spiel und lagen über weite Teile auch in Führung. 8:9 stand es nach 18 Minuten aus deutscher Sicht.

Klimpke bewahrt die Abwehr vor Schlimmerem

Gislason hatte mittlerweile auch Simon Ernst und Djibril M'Bengue Einsatzzeit in der Defensive verschafft. Die machten ihre Sache ganz passabel, standen aber im Schatten von Klimpke, der immer heißer lief und ein Grund dafür war, aus dem die nun wieder folgende Schwächephase des DHB-Teams keine schlimmeren Konsequenzen hatte. Acht Paraden gelangen ihm in Hälfte eins.

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Kurz vor der Pause brachte Gislason in Luca Witzke und Julian Köster noch die nächsten "Turnier-Greenhorns" ins Spiel. Auch, um die Abwehr offensiver aufzustellen. Mit der Leistung seiner Defensive konnte der Bundestrainer nicht zufrieden sein. Mit der Halbzeitsirene traf Heymann noch zum 15:16 - Schadensbegrenzung. Die Österreicher, die zum Auftakt gegen corona-geschwächte Polen verloren hatten und somit zum Siegen verdammt waren, zeigten sich aggressiver und fanden im Angriff immer wieder ihren Kreisläufer.

Deutschland hat wieder mehr Körner

Doch der Pausenstand sollte die letzte Führung für das Team von Trainer Ales Pajovic gewesen sein. Wie schon gegen Belarus machte sich die bessere Physis und Kaderbreite der Deutschen nach und nach bemerkbar. Steinert war zudem erneut in der Abwehr ein Stabilitätsfaktor. Bei allem offensiven Glanz, den Spielmacher Witzke und Heymann vorn versprühten, erkämpften sich die Österreicher gegen die deutsche Deckung gerade durch das nicht immer sattelfeste Zentrum weiterhin Tore und Strafwürfe.

Ganz abschütteln ließ sich der leidenschaftliche Außenseiter daher nicht. Aber immer, wenn es danach aussah, als könnte die Pajovic-Sieben noch einmal zurückkommen, war Klimpke zur Stelle. 17 Minuten vor Schluss lagen die Deutschen erstmals mit drei Treffern vorn - 24:21. Beim 30:26 knapp zehn Minuten vor Ende waren es schon deren vier. Die Österreicher wirkten nun sichtlich ausgepumpt und Gislason nutzte seine ganze Kaderbreite, um den Sieg nach Hause zu bringen. Bester Werfer war am Ende Kastening, dem neun Tore gelangen. Klimpke brachte es auf 14 Paraden bei 39 Würfen - eine tolle Quote von über 35 Prozent.

Gislason: "Nachher war das schon sehr gut"

"Ich denke die zweite Halbzeit war vorne und hinten eine gute von uns", sagte der Bundestrainer nach dem Spiel am ARD-Mikrofon und lobte auch die Leistung seines Keepers. "Wir standen hinten ziemlich weit auseinander, das war natürlich nicht der Plan. Es wurde aber in der zweiten Halbzeit besser. Nachher war das schon sehr gut", erklärte der Isländer.

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