Coronafälle setzen Handball-Bundesliga unter Druck

Vorsorglich nicht auf Reisen gegangen: Die Kieler Magnus und Niklas Landin

Handball

Coronafälle setzen Handball-Bundesliga unter Druck

Die Handball-Bundesliga gerät zunehmend unter Termindruck. Neue Coronafälle stiften Verwirrung und sorgen für Spielabsagen. Dabei ist der Kalender ohnehin schon übervoll.

Spielabsage in Flensburg, freiwillige Quarantäne in Kiel, Personalnot in Berlin: Neue Coronafälle haben den Endspurt der Handballsaison durcheinandergewirbelt. Der Termindruck wächst mit jeder neuen Spielverlegung, das ohnehin schon auf Kante genähte Programm droht zu platzen.

Bundesligist Füchse Berlin hat zwei Corona-Fälle im Spielerkreis vermeldet. Nach der Rückkehr aus der Länderspielpause wurden die dänischen Nationalspieler Hans Lindberg und Jacob Holm positiv getestet, wie der Verein am Mittwoch (17.03.2021) mitteilte. Da beide Nationalspieler, die für ihr Land bei zwei Qualifikationsspielen zu Hause und in Mazedonien aktiv waren, noch vor dem Einstieg ins Füchse-Training kontrolliert wurden, gab es keinen Kontakt zu den Mannschaftskameraden. Der Bundesliga-Spielplan bleibt somit unberührt und die Berliner können am Donnerstagabend (19.00 Uhr) ihre Heimpartie gegen GWD Minden austragen.

"Wir wollen die Liga auf jeden Fall wie geplant zu Ende spielen", bekräftigte Geschäftsführer Bob Hanning. In diesem Punkt herrsche Einigkeit unter allen 20 Vereinen. Mit einer Spielabsage erwischte es als erstes Team die SG Flensburg-Handewitt. Die am Mittwoch angesetzte Partie gegen den Bergischen HC wurde wegen eines nicht namentlich erwähnten Infektionsfalls bei den Nordlichtern abgesetzt. Ob auch das Duell bei der MT Melsungen am Samstag verlegt werden muss, hängt von weiteren Testungen und der Entscheidung des Flensburger Gesundheitsamtes ab.

Vorsichtsmaßnahmen beim THW Kiel

Auch bei den Kielern hat die Nationalmannschaftswoche ihre Spuren hinterlassen. Seine Reise am Mittwoch nach Coburg trat der THW jedenfalls ohne seine dänischen Weltmeister-Brüder Niklas und Magnus Landin an, da bei ihrem Nationalmannschaftskollegen Hans Lindberg von den Füchsen laut "Kieler Nachrichten" zuvor das Virus nachgewiesen worden war.

Es handelt sich um eine Vorsichtsmaßnahme des Rekordmeisters, der seine beiden Stars trotz negativer Tests vom Montag und Dienstag vom Team isolierte. Viele weitere Verlegungen, das wissen die Verantwortlichen genau, können sich Kiel und Co. kaum leisten. Inklusive des Coburg-Spiels haben die "Zebras" bis zum Ende der Spielzeit im Juni allein in der Liga noch 23 Spiele vor sich.

Nicht mal die Hälfte der Spiele absolviert

Und auch Flensburg, Kiels ärgster Widersacher im Meisterrennen, hat Stand Mitte März noch nicht einmal die Hälfte seiner Spiele absolviert. Vor allem für den THW, der wie Flensburg auch noch in der Champions League dabei ist, und dessen Spieler bis Ende Juni noch in sage und schreibe 29 Pflichtspielen auf dem Feld stehen, wird es jetzt richtig knackig. Bis zur nächsten Länderspielpause Ende April stehen aber erstmal "nur" zehn Spiele in sechs Wochen an. "Das können wir", sagte Trainer Filip Jicha den "Kieler Nachrichten" und rechnete vor: "Zwei Spiele pro Woche, das ist unser normaler Rhythmus. Die Jungs sind jetzt im Tunnel."

Im Angesicht der dritten Pandemiewelle könnte der angedachte Wettkampfkalender aber noch ordentlich durcheinandergeraten. Wie momentan über allem schwebt auch über dem Handball weiterhin das Damoklesschwert namens Corona. Schon der Saisonstart war pandemiebedingt nach hinten verlegt worden, immer wieder mussten Spiele wegen Infektionen und Quarantänemaßnahmen verschoben werden. Spielraum für weitere Verzögerungen bleibt praktisch keiner. Zumal mit der Königsklasse, die Anfang April mit dem Achtelfinale in ihre heiße Phase startet, und der EM-Qualifikation weitere Events fest terminiert sind.

sid, dpa | Stand: 17.03.2021, 12:36

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