Handball: Flensburg patzt im Meister-Fernduell mit Kiel

Handball: Flensburg wackelt und verliert Kiel aus den Augen Morgenmagazin 28.05.2021 01:29 Min. Verfügbar bis 28.05.2022 Das Erste Von Boris Poscharsky

31. Spieltag

Handball: Flensburg patzt im Meister-Fernduell mit Kiel

Ist das die Vorentscheidung im Titelkampf der Handball-Bundesliga? Die SG Flensburg-Handewitt hat sich im Titelrennen der Handball-Bundesliga einen Ausrutscher geleistet.

Die Mannschaft von Trainer Maik Machulla ließ am Donnerstag (27.05.2021) beim 26:26 (11:16) gegen die Rhein-Neckar Löwen einen wertvollen Punkt liegen und verliert Tabellenführer THW Kiel etwas aus den Augen. Der Titelverteidiger setzte sich vor 1.000 Zuschauern mit 33:26 (18:14) beim SC DHfK Leipzig durch.

Machulla lobt die Mentalität

Die Flensburger lagen gegen die Löwen lange in Rückstand, zur Pause sogar mit fünf Toren. Deshalb war Machulla auch nicht ganz unzufrieden: "Wir besitzen Charakter und unheimlich tolle Mentalitätsspieler, die niemals aufgeben. Das zeigt, dass alles möglich ist in diesem Sport. Wie wir zurückgekommen sind, ist sehr stark." Zum Titelkampf meinte der Coach: "Fakt ist, dass sich nicht viel geändert hat. Der Punkt war sehr wichtig, also sind wir nach wie vor in der Verfolgerposition. Wir wollen weiter Gas geben und unsere Spiele gewinnen. Dann schauen wir erst, was die Konkurrenz macht." Am letzten Spieltag treffen auch die Kieler noch auf die Löwen.

Kiels Trainer Filip Jicha urteilte "Es war sehr schön, wieder vor Zuschauern zu spielen, auch wenn es die gegnerischen waren. Sie haben ordentlich Stimmung gemacht und das gibt uns was zurück. Wir müssen weitermachen und nur auf uns schauen. Es reicht nämlich schon, wenn man nur eine Partie verliert, dann ist bereits alles wieder anders."

So sieht es auch sein Schützling Hendrik Pekeler: "Für uns hat sich nichts geändert. Wir haben die Meisterschaft immer noch selbst in der Hand. Wir sind nur einen Punkt vorne und das bringt uns auch nicht viel, denn wir müssen weiterhin alle Spiele gewinnen." Das stimmt freilich nicht ganz: Der THW kann sich nun auch mal ein Remis leisten.

Jetzt spricht viel für Kiel

Sieben Spieltage vor dem Saisonende deutet vieles auf eine erneute Meisterschaft von Rekordchampion Kiel hin: Der THW (57:5 Punkte) liegt einen Minuspunkt vor den Flensburgern (54:6), die noch ein Spiel in der Hinterhand haben. Den in dieser Spielzeit ausschlaggebenden direkten Vergleich hat der THW gegenüber Flensburg bereits für sich entschieden.

Die SG erwischte gegen die Löwen, mit drei Bundesliga-Niederlagen in Folge nach Schleswig-Holstein gereist, einen schlechten Start. Nach zwischenzeitlichem Sieben-Tore-Rückstand kämpften sich die Flensburger aber zurück in die Partie. Letztlich halfen auch neun Tore des besten SG-Werfers Mads Mensah Larsen dabei, die erste Bundesliga-Niederlage nach zweieinhalb Jahren in der "Hölle Nord" zu verhindern.

Vor Zuschauern in Leipzig

Philipp Weber (Leipzig) wirft

Philipp Weber (Leipzig) wirft

In Leipzig, wo dank eines Modellprojektes erstmals seit Monaten wieder Zuschauer ein HBL-Spiel in der Halle verfolgten, war Rechtsaußen Niclas Ekberg mit neun Toren der erfolgreichste Werfer des THW.

Der SC Magdeburg quälte sich vier Tage nach dem Triumph in der European League zu einem Arbeitssieg. Gegen den Tabellenvorletzten TUSEM Essen gewann das Team von Coach Bennet Wiegert nach langem Rückstand 31:26 (12:16).

Auch die MT Melsungen musste beim 25:23 (13:14) gegen Abstiegskandidat Eulen Ludwigshafen schwer kämpfen.

Füchse haben Finalpleite gut weggesteckt

Vier Tage nach der bitteren Finalpleite in der European League haben die Füchse Berlin in der Handball-Bundesliga einen wichtigen Sieg eingefahren. Die Berliner gewannen vor leeren Rängen in der Max-Schmeling-Halle gegen den TBV Lemgo Lippe mit 30:24 (14:13).

Handball: Füchse Berlin mit Arbeitssieg gegen TBV Lemgo Lippe Sportschau 27.05.2021 02:54 Min. Verfügbar bis 27.05.2022 Das Erste

Die Füchse bleiben damit Tabellensechster und wahrten ihre Chance auf einen Europapokalplatz. Bester Berliner Werfer war Hans Lindberg mit neun Toren.

Statistik

Handball · 1. Bundesliga · 31. Spieltag 2020/2021

Donnerstag, 27.05.2021 | 19.00 Uhr

Wappen SG Flensburg-Handewitt

SG Flensburg-Handewitt

Backhaus, Bergerud – Petersson, Röd (3), Gottfridsson (3/2), Holpert, Larsen (9), Johannessen – Steinhauser (1), Svan (2), Jöndal, Wanne (2) – Golla (4), Hald (2)

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Wappen Rhein-Neckar Löwen

Rhein-Neckar Löwen

Appelgren, Katsigiannis, Palicka – Kirkelökke (7), Lagergren (2), Lagarde, Schmid (6), Abutovic (1), Ahouansou, L. Nilsson (1), Patrail – Veigel (1), Gensheimer, Tollbring (5/1) – Gislason (1), Kohlbacher (2)

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Fakten und Zahlen zum Spiel

SG Flensburg-Handewitt Rhein-Neckar Löwen
Siebenmeter 3 Würfe, 2 Treffer 1 Würfe, 1 Treffer
Strafminuten 8 Min. 4 Min.

Schiedsrichter:

  • Tönnies (Stendal), Schulze (Magdeburg)

Stand der Statistik: Donnerstag, 27.05.2021, 21:12 Uhr

dpa/sid/red | Stand: 27.05.2021, 21:55

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