Kurz vor Handball-WM: Corona-Ausbrüche bei Kap Verde und den USA

Das Handball-Team der USA

Handball-WM in Ägypten

Kurz vor Handball-WM: Corona-Ausbrüche bei Kap Verde und den USA

Einen Tag vor dem Start der Handball-WM in Ägypten (13.01. bis 31.01.2021) häufen sich Corona-Fälle bei den Teilnehmerteams. Tschechien sagt ab, die USA wollen trotz 18 positiver Tests teilnehmen - und auch Deutschlands Gruppengegner Kap Verde ist betroffen.

Kap Verde ist als WM-Neuling ohnehin in der krassen Außenseiterrolle in der Gruppe A. Am Freitag um 20.30 Uhr trifft der afrikanische Inselstaat auf Ungarn, am Sonntag um 18 Uhr folgt das Duell mit Deutschland (live im Ersten). Doch es ist unklar, welche Spieler überhaupt mit nach Ägypten fliegen können. Die kapverdische Webseite "expressodasilhas.cv" berichtet von sieben Spielern, bei denen ein PCR-Test positiv ausgefallen sei. Bereits am 5. Januar hätten 15 Schnelltests positive Ergebnisse hervorgebracht.

Das Team pausiere mit dem Training, befinde sich derzeit isoliert im portugiesischen Nazaré und warte auf weitere Testergebnisse. Nach Teamangaben seien die meisten Betroffenen asymptomatisch. Ob die Mannschaft an der WM teilnehmen kann, ist unklar.

DHB-Sportvorstand Kromer: Corona-Fälle kommen zur falschen Zeit Sportschau 12.01.2021 00:54 Min. Verfügbar bis 12.01.2022 Das Erste

18 Fälle bei den USA

Heikel ist auch die Lage bei den USA. Teammanager Andreas Hertelt bestätigte am Dienstag gegenüber der Sportschau 18 Infizierte, darunter zehn Spieler. Auch er selbst sei posititiv getestet und befinde sich wie alle anderen Infizierten im dänischen Kolding in Hotel-Quarantäne.

Schnelltests am Montag negativ

Die Teammitglieder sind aus 14 verschiedenen Nationen nach Kolding gereist. Am Montag seien Schnelltests durchgeführt worden und durchweg negativ ausgefallen, sagte Hertelt. PCR-Tests ergaben dann aber am Montagabend die zahlreichen Befunde, die durch erneute Tests am Dienstag abgesichert werden sollen.

Hertelt sagte, die USA werden versuchen, einen spielfähigen Kader zusammenzurufen, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen. Hertelt ist ehemaliger deutscher Nationalspieler und hat in der Bundesliga unter anderem für TURU Düsseldorf und GWD Minden gespielt.

Nationaltrainer Hedin: "Wir haben keine Abwehr"

Nationaltrainer Robert Hedin, ebenfalls unter den Infizierten, sagte der norwegischen Zeitung "Aftenposten": "Wir schicken am Mittwoch zwölf Spieler nach Ägypten, aber wir haben keine Abwehr."

Mit zu dem vor dem Ausbruch nominierten Team zählen auch sieben in Deutschland aktive Spieler, allerdings steht keiner von ihnen bei einem Erstligisten unter Vertrag.

Die USA bestreiten am Donnerstag ihr erstes WM-Spiel gegen Österreich.

Fünf Fälle bei Brasilien

Brasilien vermeldete am Dienstag fünf positive Ergebnisse aus PCR-Tests, die bereits am 6. Januar vorgenommen worden waren. Betroffen seien ein Spieler und vier Mitglieder des Trainerstabs. Alle seien symptomfrei und befänden sich isoliert vom Rest der Delegation. Die anderen Teammitglieder sollen der Verbandsmitteilung zufolge vor der Einreise nach Ägypten am 13. Januar erneut getestet werden.

Tschechien sagt ab

Derweil zog Tschechien die Notbremse. Am Dienstagabend gab der Weltverband IHF bekannt, dass die Tschechen ihre Teilnahme nach mehreren Coronafällen abgesagt haben und Nordmazedonien nachrückt. Mehr als zehn positive Tests waren aufgetreten, auch die beiden tschechischen Auswahltrainer und ehemaligen Bundesligaspieler Daniel Kubes und Jan Filip sind infiziert.

red | Stand: 12.01.2021, 19:19

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