"Militärisch kontrollierter Tickethandel" - Haftstrafen für Juve-Ultras

Bei der "Operation Last banner" sichergestellte Asservate

Fußball | Serie A

"Militärisch kontrollierter Tickethandel" - Haftstrafen für Juve-Ultras

Sechs Ultras aus dem Umfeld des italienischen Fußballklubs Juventus Turin sind wegen schwerer Erpressung, Geldwäsche und privater Gewalt verurteilt worden. Über den "militärisch kontrollierten Tickethandel" und mögliche Verbindungen zur Mafia hatte das WDR-Magazin "Sport inside" im Juni 2020 berichtet.

Bei dem Prozess, der am Mittwochabend (20.10.2021) in Turin zu Ende ging, waren insgesamt zwölf Personen angeklagt. Die höchste Strafe erhielt ein bekannter Ultra, der zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt wurde. Gegen ihn wurde außerdem ein fünfjähriges Stadionverbot ausgesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte für ihn eine 13-jährige Haftstrafe beantragt.

Günstige Tickets für die Kurve

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Ultras eine kriminelle Vereinigung gegründet hatten, um Juve zu erpressen. Der Klub hatte die Ermittlungen mit einer Anzeige 2018 ins Rollen gebracht.

Die Anführer hatten Schwarzhandel mit Tickets betrieben. Sie hätten den Tickethandel für die Fankurve "militärisch kontrolliert" und sollen Juventus-Mitarbeiter erpresst haben, um an günstigere Karten zu kommen, hieß es in den Berichten unter Berufung auf die Ermittler.

Bei der Operation "Last banner" waren in ganz Italien Razzien durchgeführt worden. Die verurteilten Personen können noch Berufung einlegen.

sid/red | Stand: 21.10.2021, 14:39

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