Ex-Langläufer Dürr zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt

Langläufer Johannes Dürr vor Gericht

Dopingprozess

Ex-Langläufer Dürr zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt

Der ehemalige Langläufer Johannes Dürr ist am Montag wegen Dopings vom Landgericht Innsbruck zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Dem 32 Jahre alten Österreicher wurde neben dem eigenen Blutdoping auch vorgeworfen, zum Doping anderer Sportler beigetragen zu haben. Letzteres sah das Gericht aber nur teilweise als erwiesen an. Dürr hatte sich zuvor teils schuldig bekannt und vor allem sein eigenes Blutdoping erneut eingestanden.

Keine Rolle als Vermittler und Helfer

Dass er auch eine bedeutende Rolle als Vermittler und Helfer des Erfurter Sportmediziners Mark S. gespielt haben soll, bestritt Dürr in zentralen Punkten. Konkret wies er die Vorwürfe von sich, die ehemaligen Langläufer Max Hauke und Dominik Baldauf an Mark S. vermittelt zu haben, was diese behaupten. Das Gericht folgte hier Dürrs Ansicht unter anderem aufgrund der Folgen, die Dürrs Äußerungen in einer ARD-Dokumentation für die beiden Sportler letztlich hatten.

15 Monate auf Bewährung für Ex-Skilangläufer Dürr Mittagsmagazin 28.01.2020 01:47 Min. Verfügbar bis 28.01.2021 Das Erste

Hauke und Baldauf wurden in den vergangenen Wochen ebenfalls zu Bewährungsstrafen wegen Blutdopings verurteilt. Dürr hatte mit seinen Aussagen in der Doku "Die Gier nach Gold" die Dopingermittlungen ausgelöst, die im Februar 2019 zur "Operation Aderlass" führten.

Bei den Razzien in Erfurt und bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld in Tirol wurde unter anderem der Erfurter Arzt Mark S. als Mittelpunkt eines vermuteten Doping-Netzwerks festgenommen. 23 Sportlern wurde bei den Ermittlungen rund um das vermutete Netzwerk Blutdoping nachgewiesen.

Geheimsache Doping: Die Gier nach Gold – Der Weg in die Dopingfalle Sportschau 17.01.2019 45:21 Min. Verfügbar bis 17.01.2022 Das Erste

dpa | Stand: 27.01.2020, 20:11

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