Curling-Frauen gewinnen EM-Bronze

Daniela Jentsch

Turnier in Estland

Curling-Frauen gewinnen EM-Bronze

Die deutschen Curling-Frauen haben bei der EM in Tallinn das Spiel um Platz drei gegen Russland und damit die Bronzemedaille gewonnen. Die Männer verloren dagegen ihr "kleines Finale" gegen Italien.

Die Mannschaft um Skip Daniela Jentsch gewann damit die erste EM-Medaille für den Deutschen Curling-Verband (DCV) seit neun Jahren. Im Spiel um Bronze setzte sich die Auswahl am Freitag (23.11.2018) gegen Russland mit 7:4 durch.

Zuvor hatte sich das deutsche Team im Halbfinale dem ungeschlagenen Vorrundensieger Schweiz mit 4:6 geschlagen geben müssen. Die Schweizerinnen lieferten sich ein packendes Finale mit den Schwedinnen und mussten sich knapp 4:5 geschlagen werden. Schwedens Curlerinnen feierten dadurch ihren 20. Europameistertitel.

Männer verlieren gegen Italien

Die Männer um Skip Marc Muskatewitz unterlagen dagegen in ihrem "kleinen Finale" gegen Italien 6:8. Die DCV-Männer hatten überraschend das Halbfinale erreicht, waren dort am Donnerstag gegen Titelverteidiger Schweden mit dem Olympiazweiten Niklas Edin jedoch chancenlos. Die Schweden verloren am Samstag dann jedoch das Finale gegen den neuen Europameister Schottland 5:9.

Hoffnung auf Wende für mehr Fördergeld

Im Verband hofft man nach dem unerwarteten sportlichen Höhenflug auf eine Wende an höchster Stelle. "Das hilft uns natürlich sehr in unseren Gesprächen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund im Bemühen um mehr Fördergelder", sagte DCV-Präsident Bernhard Mayr zuvor.

Die braucht der Deutsche Curling-Verband nach den Kürzungen 2014 dringend. Damals stand der kleinste olympische Fachverband mit nicht einmal 1.000 Mitgliedern sogar vor dem Aus. Erst nach harten Verhandlungen mit dem DOSB wurde das Überleben gesichert.

Beide Teams schaffen WM-Qualifikation

Dass beiden Mannschaften auch die direkte Qualifikation für die Weltmeisterschaften im kanadischen Lethbridge (Männer) und im dänischen Silkeborg (Frauen) glückte, ließ bei Mayr einen weiteren Stein vom Herzen fallen.

"Die WM-Qualifyer wären in Neuseeland gewesen. Da wären wir bei der Finanzierung in arge Probleme geraten", erklärte der Verbandschef, "nun können wir uns in Ruhe auf die WM-Vorbereitung konzentrieren." Bei der WM 2019 können beide Mannschaften auf dem Eis beweisen, was Mayr heute einschätzt: "Wir haben eine gute Perspektive."

Thema in: B5 Sport, 23.11.2018, 15.54 Uhr

sid | Stand: 23.11.2018, 20:58

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