Deutsche Snowboarder streben weiter Richtung Weltspitze

(v.r.) Direktor Verbandsmanagement Stefan Knirsch, SNBGER-Präsident Prof. Hanns Michael Hölz, Trainer of the Year Paul Marks, Rookie of the Year Jana Fischer, Athlete of the Year Selina Jörg, Sportdirektor Andreas Scheid am 5. November 2019

Zusätzliche Investitionen in die Zukunft

Deutsche Snowboarder streben weiter Richtung Weltspitze

Die letzte Saison war für die deutschen Snowboarder eine überaus erfolgreiche. Dieses Niveau soll gehalten werden. Zudem gibt es weitere Investitionen in eine erfolgreiche Zukunft. Selina Jörg und andere wurden am Dienstag (05.11.2019) für ihre Leistungen in der vergangenen Saison geehrt.

Bei der Saison-Eröffnungspressekonferenz von "Snowboard Germany" - dem deutschen Snowboardteam - war in erster Linie gute Laune angesagt. Nach der überaus erfolgreichen Vorsaison mit insgesamt 17 Podiumsplatzierungen ist das nachvollziehbar. Trotz fehlender Großereignisse in dieser Saison soll sich nicht auf den Erfolgen ausgeruht werden. Stattdessen gibt es Investitionen in Bereichen, wo das deutsche Team im Vergleich zur internationalen Konkurrenz noch Nachholbedarf hat. Damit sollen weitere wichtige Grundlagen geschaffen werden.

"Wir wollen nach der letzten, einmal mehr überragenden Saison, das hohe Niveau halten", erklärte Sportdirektor Andreas Scheid am Dienstag (05.11.2019) in München. Gelingen soll das indem man "weiter auf Qualität und Professionalität in allen leistungsrelevanten Bereichen wie Material oder Betreuung" setzt. So werden neue Trainer das vorhandene Team unterstützen, etwa der Weltcup-erfahrene Italiener Meinhard Erlacher, der schon die italienischen Racer als Cheftrainer betreut hat.

Landingbag für Stützpunkt Götschen/Bischofswiesen

Eine wichtige Investition in die Zukunft der Freestyle-Disziplinen und Teil der Umsetzungsmaßnahmen der Strukturreform 2019-2022 ist die Errichtung einer Landingbag-Anlage am Stützpunkt Götschen/Bischofswiesen. Mit diesem großen Luftkissen können neu-erlernte Tricks besser geübt werden, bevor die Athleten und Athletinnen diese das erste Mal auf Schnee probieren. Damit könne laut Freestyle-Bundestrainer Michael Dammert "die strukturelle Lücke zu den anderen Nationen" geschlossen werden. "Wir haben eine junge dynamische Mannschaft aufgebaut, die auf dem Weg in die Weltspitze ist. Um Sprünge und Tricks von höchster Schwierigkeit zu lernen, gehen wir methodisch mit einer Dreierfolge vor: Trampolin, Landingbag, Schnee. Ein Landingbag ist wichtig, weil es Sicherheit im Trainingsalltag bietet und unsere Athletinnen und Athleten bestmöglich auf die Umsetzung neugelernter Tricks im Schnee vorbereitet."

Verbandspräsident Prof. Hanns Michael Hölz ergänzt in diesem Zusammenhang: "Es ist essentiell, unseren Nachwuchs-Athletinnen und -Athleten sowie den erfahrenen Ridern die Chance zu geben, sich weiterzuentwickeln. Wir erhoffen uns daher einen großen Schub für die Freestyle-Sparte über alle Leistungsebenen hinweg."

Maddie Mastro - Snowboard Freestyle

Für besondere Tricks braucht es beste Trainingsbedingungen. Diese schafft Snowboard Germany mit der Anschaffung eines sogenannten Landingbags.

Saisonziele der Snowboarder

Race

Der Fokus der Racer liegt ganz klar auf der Weltcup-Rennserie. Das große Ziel: "die Athleten am Ende des Jahres auf das Gesamtpodium zu bringen", wie Disziplin-Trainer Paul Marks erklärt. Zudem sollen die Trainingscamps bereits als Vorbereitung auf die kommenden Großereignisse dienen. "Wir sind momentan das Team, das es zu schlagen gilt, und der Rest der Welt beobachtet, was wir tun, um an uns vorbeizukommen", so Marks. Als Grund dafür sieht der Coach die Investitionen ins Nachwuchsteam, der Stärkung des Trainergespanns und der zusätzlichen Trainingseinheiten, die geschaffen wurden. "Unser Ziel, auf allen Ebenen der Vorreiter im Raceboarden zu sein, nimmt weiter Formen an und wird auch die Grundlage für zukünftigen Erfolg sein."

Freestyle

In den Freestyle-Disziplinen macht man sich keinen Druck im deutschen Team. So wird eine junge Mannschaft und nachhaltige Strukturen aufgebaut, die ab 2026 für regelmäßige Erfolge sorgen sollen. "Unsere Halfpipe-Mannschaft gilt inzwischen neben den Schweizern als das zweite europäische Spitzenteam. Diesem Ruf wollen wir gerecht werden und konstant bei den Weltcups ins Finale fahren", sieht Trainer Michael Dammert sein Team auf einem guten Weg. Auch die Erfolge im Nachwuchsbereich - Annika Morgan holte in der Vorsaison Slopestyle-Gold bei den Youth Olympic Games und Big-Air-Silber bei der Junioren-WM - und im Europacup der Männer machen Hoffnung auf mehr. Mit ersten Erfolgen sei deshalb auch schon in der nahen Zukunft zu rechnen.

Snowboardcross (SBX)

Bei den Snowboardcrossern gilt es ebenfalls, das bereits schon hohe Niveau zu bestätigen. Die Etablierten Paul Berg und Martin Nörl sollen nach Möglichkeit immer um die Podestplätze mitfahren. Die aufstrebende Garde um Leon Backhaus soll die Top 20 der Welt in Angriff nehmen. "Daher steht in diesem Jahr neben den erhofften Topleistungen der Aufbau und die Stärkung des ganzen Teams im Fokus, um so die Grundlage für eine gute Performance in den kommenden Jahren zu legen", erklärte Bernard Loer, Hauptverantwortlicher im Bereich SBX. Mit Konstantin Schad muss Loer aber auf einen seiner starken Fahrer verzichten, da sich dieser in diesem Winter eine Baby-Pause gönnt.

Martin Nörl bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang

Beim Snowboardcross fahren mehrere Athleten parallel auf einem Kurs.

Selina Jörg erneut "Athlete of the year"

Der Winter 2018/19 hatte für Selina Jörg einen absoluten Höhepunkt: Die Weltmeisterschaften in den Vereinigten Staaten. Dort war die 31-Jährige im Riesenslalom von der Konkurrenz nicht zu schlagen und sicherte sich so den Titel und die Goldmedaille. Diese Leistung bescherte ihr die Auszeichnung zur "Athletin des Jahres". Und das nach 2018 bereits zum zweiten Mal in Folge. "Sie ist herausragende Sportlerin und Persönlichkeit, die gezeigt hat, dass Talent, Einsatz, Wille und der Glaube an sich selbst letztlich den erwünschten Erfolg über einen langen Zeitraum hinweg bringt. Wir alle hoffen, dass wir Selina noch viele Jahre auf ihrem Weg begleiten und ihr helfen können, ihre Wünsche zu erfüllen", lobte Präsident Hölz.

Jana Fischer erhielt den Nachwuchspreis "Rookie of the year". Bitter für die 20-jährige Snowboardcrosserin: Nach einer im Training erlittenen Schulterverletzung muss sie operiert werden und verpasst aller Voraussicht nach den gesamten Weltcup-Winter.

Bundestrainer Paul Marks ist "Coach of the year". Neben dem WM-Titel von Jörg gab es unter seiner Verantwortung weitere Medaillen bei den Titelkämpfen in Park City (USA). Neben weiteren Podesplatzierungen durfte sich Stefan Baumeister auch über die kleine Weltcup-Kugel im Parallel-Slalom freuen.

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Das Thema im Programm: Sportschau, Das Erste, 30.11.2019, 8:20 Uhr.

rho/pm | Stand: 05.11.2019, 14:45

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