Geiger profitiert von Disqualifikation und springt aufs Podest

Karl Geiger in Rasnov

Weltcup in Rasnov

Geiger profitiert von Disqualifikation und springt aufs Podest

Skispringer Karl Geiger hat es beim Weltcup in Rumänien auf das Podest geschafft. Dabei half ihm jedoch die Disqualifikation des ursprünglichen Siegers, der damit gleich doppeltes Pech hatte.

Eigentlich sah Halvor Egner Granerud nach Sprüngen auf 94 und 96,5 Meter nicht nur wie der Sieger des Springens von Rasnov aus, sondern auch wie der Triumphator im Gesamt-Weltcup.

Möglich gemacht hatte das eine Disqualifikation von Markus Eisenbichler wegen eines nicht-regelkonformen Anzugs. Doch wenige Minuten nachdem Granerud als letzter Springer von der Schanze gegangen war, wurde auch beim Überflieger der Saison eine Unregelmäßigkeit festgestellt, die ebenfalls die Disqualifikation zur Folge hatte.

Geiger rutscht auf das Podium

Somit ging der Sieg auf der Normalschanze in Siebenbürgen an den Japaner Ryoyu Kobayashi (94 Meter/98,5 Meter). Kamil Stoch aus Polen (92,5/97,5) rückte auf Position zwei vor und Karl Geiger erbte den dritten Rang. Eigentlich hatte der Skiflugweltmeister nach 94,5 und 96,5 Metern 0,6 Punkte hinter dem Podest gelegen, profitierte aber dann von Graneruds Ausscheiden.

Auch Eisenbichler wird disqualifiziert

Markus Eisenbichler vergab eine vordere Platzierung bereits mit seinem schwachen ersten Sprung. Mit lediglich 92 Metern und schlechten Haltungsnoten konnte er seine Leistung aus dem Prolog nicht bestätigen. Dort war er am Donnerstag der Beste gewesen. Im zweiten Durchgang steigerte sich der Bayer deutlich. Mit 96,5 Metern setzte er sich zunächst noch an die Spitze. Kurz darauf gab es aber die Mitteilung der Jury, dass Eisenbichler wegen eines nicht korrekten Anzugs disqualifiziert wurde.

"Das ist immer blöd. Im ersten Sprung war ich nicht so gut und hatte dann keine Chance, mich umzuziehen. Man schwitzt so sehr im Anzug. Ich bin dann hochgerannt und der Kontrolleur oben meinte, ich hätte einen anderen Anzug an. Durch das Schwitzen hat sich der Schaumstoff gedehnt und so war der Anzug zu groß. So etwas passiert eben. Da habe ich in die Scheiße gegriffen", meinte der Dreifach-Weltmiester von 2019 im ZDF. Damit wurde der Zweite im Gesamtweltcup auf den 30. Platz gesetzt.

Paschke einmal mehr souverän

Pius Paschke zeigte einmal mehr eine sehr solide Leistung (93,5/96) und schaffte es neben Geiger unter die besten zehn Springer, er wurde Siebter.

Constantin Schmid, der im Vorjahr bei der Weltcup-Premiere auf der Trambulina Valea Carbunarii sein erstes Karrierepodest erspringen konnte, hatte etwas Windpech im Finale und verpasste zudem den Absprung. So wurde er am Ende Zwölfter (90,5). Zur Halbzeit hatte er nach einem flüssigen Sprung auf 94 Meter noch eine Position weiter vorne gelegen.

Severin Freund zufrieden

Severin Freund (14.) ballte nach seinem zweiten Versuch die Faust, zeigte sich mit den 94 Metern sichtlich zufrieden. Im ersten Durchgang konnte er die guten Windverhältnisse nicht optimal ausnutzen (92,5). "Das war echt ein guter Wettkampf. Ich hab mich im Training erst schwer getan, deswegen bin ich heute zufrieden, auch wenn noch Ecken und Kanten drin sind und es nicht ganz flüssig aussieht", lautete sein Fazit.

Der erstmals für die WM nominierte Martin Hamann verpasste nach einem Sprung auf 90 Meter die Qualifikation für den zweiten Durchgang.

Einziges Weltcup-Springen auf der Normalschanze

Der Wettbewerb auf der Hillsize 97-Anlage in Rasnov ist der einzige Normalschanzen-Weltcup in dieser Saison und zugleich die Generalprobe für die am Dienstag (23.02.2021) startende WM in Oberstdorf. Am Samstag treten die Männer gemeinsam mit den Frauen in einem Mixed-Team-Wettkampf an. Dafür hat Bundestrainer Stefan Horngacher Pius Paschke und Karl Geiger nominiert.

rho | Stand: 19.02.2021, 15:55

Darstellung: