Skispringerin Katharina Althaus in Oberstdorf

Skispringen | Oberhof Althaus springt bei Oberhof-Comeback auf das Podest

Stand: 12.03.2022 15:00 Uhr

Oberhof kennt der Wintersport-Fan bisher nur vom Rodeln und Biathlon - mitten im Thüringer Wald steht aber auch eine Schanze - und dort fand 23 Jahre nach dem letzten Weltcup wieder ein Skisprung-Weltcup statt. Olympiasiegerin Ursa Bogataj aus Slowenien war erneut in Topform - glänzend lief es auch für Katharina Althaus.

Deutschlands derzeit beste Skispringerin, Katharina Althaus, hat den Heimvorteil in Oberhof genutzt und ist im ersten von zwei Einzelspringen als Dritte auf das Podium gesprungen. Überragende Springerin im Training, der Qualifikation und auch im Wettkampf war die Slowenien Ursa Bogataj.

Die Olympiasiegerin setzte ihren Höhenflug vor zahlreichen Fans an der Schanzenanlage im Kanzlersgrund fort. Bogataj gewann vor ihrer Teamkollegin Nika Kriznar und zeigte dabei Nervenstärke.

Nach dem ersten Durchgang nach einem Sprung auf 98 Meter nur 0,5 Punkte vor Kriznar in Führung, legte sie im Finale großartig nach und flog auf 98,5 Meter - so weit wie keine andere. Kriznar musste sich mit 5,7 Punkten Rückstand mit dem zweiten Platz begnügen.

Heßler lange auf dem Platz an der Sonne

Die Springerinnen aus Slowenien dominierten, doch auch die Deutschen hatten allen Grund zur Freude. Normalerweise klafft hinter Althaus eine größere Lücke, doch diesmal war das anders. Zumindest nach dem ersten Durchgang. Da tauchte Lokalmatadorin Pauline Heßler als starke Sechste auf.

Heßler gelang ein Traumsprung auf 91,5 Meter - und der bescherte ihr lange den Platz an der Sonne in der Leadersbox, aber wohl auch gehörig Druck vor ihrem Heimpublikum. Mit nur 81 Metern im zweiten Durchgang verlor Heßler einige Positionen, kam als Zehnte aber noch in die Ton Ten. "Vom Ergebnis sind wir sehr zufrieden. Nachdem die Raw-Air ernüchternd war, waren heute alle voll da", freute sich Bundestrainer Maximilian Mechler.

Rupprecht und Görlich nahezu im Gleichschritt

Anna Rupprecht brachte zwei ähnlich gute Sprünge ins Tal (82 m/83 m), diese reichten für Rang 15 - und damit einen Platz vor Luisa Görlich. Die Springerin vom benachbarten WSV Lauscha steigerte sich nach 80 Metern im ersten Durchgang auf 86 Meter und verbesserte sich damit auf Platz 16. Einige Ränge zurück ging es stattdessen für Selina Freitag nach einem schwachen zweiten Sprung auf nur 72 Meter.

Seyfarth schwächelt auf Heimschanze

Für Juliane Seyfarth (28./82 m/71 m) lief es dagegen nicht rund. Ihre Probleme hatten sich schon in der Qualifikation angedeutet. Als 40. hatte sie sich gerade so für den Wettkampf qualifiziert, dort dann aber zwei enttäuschende Sprünge gezeigt.

Zweite Chance am Sonntag

Am Sonntag findet in Oberhof ein weiteres Einzel statt. Mit dem Wintersport-Ort im Thüringer Wald verbinden Sportfans vor allem Biathlon und Rodeln, an diesem Wochenende findet hier das Weltcup-Finale statt. Zum ersten Mal seit 23 Jahren. Die Nordischen Kombinierer, damals unter anderem noch mit Ronny Ackermann, waren die Letzten, die auf der Normalschanze in Oberhof einen Weltcup ausgetragen haben.

Mit Katharina Althaus ist auch dann wieder zu rechnen. "Ich bin gar nicht so gut reingekommen, hatte mit der Anfahrt Probleme, aber zum Glück konnte ich zwei gute Sprünge bei gutem Wetter in Oberhof zeigen", freute sich Althaus.

Zeitplan - So ist das weitere Programm in Oberhof

  • Sonntag, 13. März

13.00 Uhr: Qualifikation
14.45 Uhr: Einzelwettlampf