Geiger patzt in Innsbruck, Stoch übernimmt Gesamtführung

Tournee - Stoch startet in Innsbruck durch, Geiger enttäuscht Sportschau 03.01.2021 03:04 Min. Verfügbar bis 03.01.2022 Das Erste

Vierschanzentournee

Geiger patzt in Innsbruck, Stoch übernimmt Gesamtführung

Karl Geiger hat im Kampf um den Gesamtsieg bei der 69. Vierschanzentournee einen bitteren Rückschlag einstecken müssen. Der Oberstdorfer patzte beim ersten Sprung und verlor viele Punkte. Neuer Tournee-Führender ist der Pole Kamil Stoch.

Wieder einmal wurde die Schanze am Bergisel zur Schicksalsschanze. Bereits nach dem ersten Durchgang hatte Karl Geiger, Zweiter der Gesamtwertung, viele Punkte liegen gelassen. Der Sieger von Oberstdorf kam nicht über 117 Meter hinaus und belegte zur Halbzeit nur den 30. Platz. "Das kann passieren. Karl ist auch nur ein Mensch und hat sein Bestes gegeben. Aber wir kämpfen weiter. Alle Türen sind noch offen", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher.

Geiger gab im zweiten Durchgang noch einmal alles und sprang auf 128,5 Meter. "Warum nicht gleich" rief der 27-Jährige im Auslauf. Der Oberstdorfer reihte sich am Ende als 16. in der Ergebnisliste ein. "Es ist wie es ist. Es ist einfach frustrierend. Ich muss das System runterfahren. Im Moment könnte ich überall reintreten. Das kenn ich gar nicht von mir", sagte ein sichtlich enttäuschter Geiger.

Tournee - die Analyse des 1. Durchgangs mit Hannawald und Horngacher Sportschau 03.01.2021 04:24 Min. Verfügbar bis 03.01.2022 Das Erste

Besser lief es bei Markus Eisenbichler: Der Bayer verbesserte sich im zweiten Durchgang von Platz 15 auf den sechsten Rang (120,5/128,5 m). "Ich wollte im zweiten Sprung attackieren. Das hab ich gemacht, und das hat sich auch ausgezahlt. Im ersten Durchgang haben Karl und ich von den Verhältnissen her ins Klo gegriffen", stellte Eisnebichler fest.

Martin Hamann wurde bei seinem Debüt in Innsbruck mit Sprüngen auf 130 und 124,5 Meter 13..

Stoch gewinnt und übernimmt Gesamtführung, Geiger nun Vierter

Geiger frustriert: "Könnte überall reintreten" Sportschau 03.01.2021 03:17 Min. Verfügbar bis 03.01.2022 Das Erste

Aber auch der Gesamtführende Halvor Egner Granerud patzte kräftig und landete mit 116,5 Metern zunächst nur auf Rang 29. Im Finaldurchgang kam der Norweger auf 127,5 Meter - Platz 15. Das dürfte für Geiger & Co. aber nur ein schwacher Trost sein.

Der Sieg in Innsbruck ging an Kamil Stoch. Der 33-jährige Pole sprang auf 127,5 und 130 Meter und gewann damit vor Anze Lanisek aus Slowenien und seinem Landsmann Dawid Kubacki. Mit dem Sieg übernahm Stoch auch die Führung in der Tournee-Wertung, 15,2 Punkte vor Vorjahressieger Kubacki. Granerud ist mit 20,6 Zählern Rückstand nun Gesamtdritter. Geiger fiel vom zweiten auf den vierten Platz zurück und hat nun einen Rückstand von 24,7 Punkte auf Stoch.

Drei DSV-Springer nicht im Finaldurchgang

Nicht in den zweiten Durchgang schafften es Ex-Weltmeister Severin Freund als 34. und Pius Paschke auf Rang 36. "Ich bin mit keinem einzigen Sprung in Innsbruck zurechtgekommen", sagte Paschke. Eine weitere Enttäuschung erlebte Constantin Schmid, der Skiflug-Vizeweltmeister mit dem Team verpasste als 39. wie schon in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen klar den zweiten Durchgang.

Tournee - die Analyse des dritten Springens in Innsbruck Sportschau 03.01.2021 15:55 Min. Verfügbar bis 03.01.2022 Das Erste

Bergisel - die Schicksalsschanze der DSV-Adler

Geiger und Eisenbichler haben auf der Bergisel-Schanze, auf der bereits viele Tournee-Träume endeten, schon absolute Hochgefühle, aber auch bittere Niederlagen erlebt. "An einem Tag kannst du Weltmeister werden und am anderen nicht in den zweiten Durchgang kommen", stellte Eisenbichler treffend fest. 2019 feierte der Siegsdorfer in Innsbruck den WM-Titel im Einzel, Geiger holte Silber. Bei der Tournee hatte Eisenbichler nur knapp zwei Monate zuvor im Föhnsturm viele Punkte auf den Japaner Ryoyu Kobayashi verloren und damit alle Chancen eingebüßt.

Horngacher: "Wir müssen es nehmen, wie es ist" Sportschau 03.01.2021 04:44 Min. Verfügbar bis 03.01.2022 Das Erste

Vor einem Jahr war Geiger dann auf Kurs, die Tournee nach Sven Hannawalds Triumph 2002 erstmals wieder für Deutschland zu gewinnen. Ein vermasselter Sprung am Bergisel warf den Oberstdorfer zurück. 2016 stürzten Severin Freund und 2018 Richard Freitag - beide waren zu diesem Zeitpunkt Top-Favoriten auf den Gesamtsieg.

Granerud, Kubacki und Stoch - die Tournee-Favoriten im Portrait Sportschau 03.01.2021 02:23 Min. Verfügbar bis 03.01.2022 Das Erste

nho/sid/dpa | Stand: 03.01.2021, 15:35

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