Kamil Stoch - der "perfekte Skispringer"

Kamil Stoch

Vierschanzentournee

Kamil Stoch - der "perfekte Skispringer"

Kamil Stoch hat zum dritten Mal die prestigeträchtige Vierschanzentournee gewonnen. Dank seiner Konstanz gehört der Pole zu den herausragenden Skispringern der Gegenwart.

Er ist Polens "König Kamil": Längst hat Kamil Stoch seinen großen Vorgänger Adam Malysz überflügelt. In Sachen Popularität wird er in seiner Heimat nur noch von Weltfußballer Robert Lewandowski übertroffen. Stoch ist der Grand Seigneur des Skispringens, ein Gentleman der Schanzen, wortgewandt, höflich, bescheiden, skandalfrei. Von ihm kam kein böses Wort in Richtung Organisatoren, als eine angebliche positiver Corona-Test beinahe zum Ausschluss der polnischen Mannschaft beim Springen in Obertsdorf geführt hätte. Er verfolgte in professioneller Gelassenheit den Gang der Dinge.

Stoch ist "sehr glücklich"

Vor der Tournee zählte Kamil Stoch nicht unbedingt zum engsten Favoritenkreis. Nur einmal stand der Pole davor auf dem Podest. Aber in Innsbruck und Bischofshofen deklassierte er die Konkurrenz. "Ich versuche, mich nur auf mich und meine Sprünge zu konzentrieren", sagte der 33-Jährige über sein Erfolgsrezept. Sein dritter Sieg beim Klassiker war nicht so emotional wie der erste, als Stoch 2017 im letzten Springen den Norweger Daniel Andre Tande noch abfing. Er war nicht so geschichtsträchtig wie der zweite 2018, als er den Grand Slam mit vier Tageserfolgen schaffte, aber aufgrund des ganzen Corona-Wirrwarrs war es der schwierigste. "Das klingt großartig. Ich bin sehr glücklich", sagte Stoch.

Stoch: "Die schönste aller Belohnungen" Sportschau 06.01.2021 00:35 Min. Verfügbar bis 06.01.2022 Das Erste

Stoch "herzensguter Mensch"

Und es gibt kaum einen Athleten, der dem Polen den Erfolg nicht gönnt. Markus Eisenbichler charakterisierte den Dauerrivalen aus Polen mit ganz warmen Worten: "Er ist immer sehr höflich, sehr freundlich. Er ist nie gemein. Das taugt mir an ihm. Auch wenn er vor mir ist, ich gönne es ihm, weil er ein ehrlicher Typ und herzensguter Mensch ist."

Der Routinier ist mit 33 Jahren immer noch der Beste seines Sports, der größte Skispringer der vergangenen zwei Jahrzehnte. Der ehemalige Stoch-Coach und heutige Bundestrainer Stefan Horngacher nannte Stoch gar "den perfekten Skispringer". Horngacher betreute ihn bereits als Junior und führte den kriselnden Olympiasieger von Sotschi zwischen 2016 und 2019 schließlich in die goldene Karrierephase.

Stochs größter Erfolg: "Privates Glück"

Der dreimalige Olympiasieger gilt auf der Schanze als Allrounder. Stoch kommt der Skisprung-Perfektion nicht nur bei weiten Flügen, sondern auch mit seinem eleganten Sprungstil sehr nahe. Was ihn ebenfalls auszeichnet, ist seine Konstanz. Und auch wenn er mit 33 Jahren nach Premieren-Gewinner Sepp Bradl im Jahr 1953 der zweitälteste Tourneesieger der Geschichte ist, ist auch bei den kommenden Tourneen mit ihm zu rechnen.

Tournee-Rekordsieger ist der Finne Janne Ahonen mit fünf Triumphen, Jens Weißflog war viermal bei der Vierschanzentournee erfolgreich. Vergleiche, die ihn auf eine Stufe mit den beiden Vierschanzenikonen stellen, tat er leicht verlegen ab. "Es ist doch eher so", sagt er: "Jeder Titel, jede Medaille ist eine Entschädigung dafür, dass ich nicht bei meiner Familie sein kann." Seine Familie ist ihm wichtig. Seine Frau Ewa Bilan-Stoch, die er 2010 heiratete, charakterisiert Kamil als "einfühlsamen und tollen Menschen". Stoch selbst sagt: "Ich bin ein erfüllter Mensch. Ich habe sportlichen Erfolg, aber der größte Erfolg meines Lebens ist mein privates Glück."

Kamil Stoch holt dritten Sieg der Vierschanzentournee Sportschau 06.01.2021 04:34 Min. Verfügbar bis 06.01.2022 Das Erste

nho/sid/dpa | Stand: 07.01.2021, 10:36

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