Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster hört auf

Skisprungtrainer Schuster sagt adieu Sportschau 31.01.2019 01:33 Min. Verfügbar bis 31.01.2020 Das Erste

Wintersport

Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster hört auf

Über seinen Abschied war schon während der Vierschanzentournee spekuliert worden. Jetzt ist es fix: Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster hört zum Saisonende nach elf Jahren auf. Möglicher Kandidat auf seine Nachfolge ist der aktuelle polnische Nationaltrainer Stefan Horngacher.

"Es war eine wahnsinnig intensive Zeit über die vergangenen elf Jahre. Jetzt ist der Zeitpunkt, eine intakte Mannschaft zu übergeben", sagte Schuster, der seinen Abschied mit dem hohen Aufwand begründete. Der 49-Jährige erklärte, nun drei Möglichkeiten zu haben, dazu gehöre auch eine weitere Zusammenarbeit mit dem DSV. "Da ist etwas zusammengewachsen. Das ist eine interessante Option", sagte er. Denkbar sei zudem eine Rückkehr an das Skigymnasium Stams oder eine komplette Auszeit. "Ich bin seit 21 Jahren Berufstrainer. Es könnte mir eine Pause gut tun", sagte er.

Familie wohnt nahe "Springer-Kloster" Stams

Schuster hat seine Entscheidung auch mit Blick auf die Familie getroffen. Denn seine Söhne bekommt der 49-Jährige im Winter fast nie zu Gesicht. "Mein Jüngster kennt mich in dieser Zeit nur aus dem Fernsehen", sagt er noch Ende Dezember. "Das ist eine große Belastung."

Ein Wechsel in die Heimat wäre, wenn nicht als Nationaltrainer, auch als Chefausbilder denkbar. Von 1998 bis 2007 hatte der Tiroler im "Springer-Kloster" bei Innsbruck gearbeitet und dort den Skisprung-Nachwuchs des Teams Austria ausgebildet. "Ich bin immer gerne in Stams", so Schuster, dessen Familie nur drei Kilometer entfernt wohnt.

Kommt jetzt Horngacher?

Einen Nachfolger habe man noch nicht, heißt es derweil vom DSV. "Da ist in nächster Zeit noch nichts zu erwarten", sagte der sportliche Leiter Horst Hüttel. "Auf mich kommt jetzt natürlich viel Arbeit zu. Ich habe einige Dinge im Kopf."

Allerdings passt es ins Bild, dass der DSV noch vor der WM Fakten schaffen wollte. Denn der einzig logische Nachfolge-Kandidat, Polens Nationalcoach Stefan Horngacher, soll sich auf Drängen seines Verbandes in den nächsten Wochen ebenfalls zu seiner Zukunft erklären, da auch sein Vertrag ausläuft. Horngacher, ebenfalls ein Österreicher, kennt den DSV aus seiner Zeit als Schuster-Assistent (2011 bis 2016) noch bestens. In Frage kämen zudem der ehemalige Skiflug-Weltmeister Roar Ljökelsöy aus Norwegen, der bereits zum DSV-Stab gehört, der Schweizer Nationalcoach und ehemalige deutsche Kader-Springer Ronny Hornschuh oder Ex-Weltmeister Martin Schmitt, der das Trainerdiplom in der Tasche hat. Schmitt hatte zuletzt aber erklärt, zum jetzigen Zeitpunkt nicht zur Verfügung zu stehen.

Erfolge mit dem DSV-Team: Olympia-Sieg, WM-Titel, Gesamtweltcup

Schuster hatte sein Amt 2008 als Nachfolger von Peter Rohwein angetreten. Gemeinsam mit Hüttel führte er das deutsche Skispringen kontinuierlich zurück in die Weltspitze. Größte Erfolge waren der Olympiasieg 2014 mit der Mannschaft, der WM-Titel und der Triumph im Gesamtweltcup 2014/15 durch Severin Freund sowie der Olympiasieg 2018 durch Andreas Wellinger.

Schuster hört zum Saisonende als Skisprung-Bundestrainer auf

01:15 Min. Verfügbar bis 31.01.2020

B5 aktuell, 15.55 Uhr, BR Sport

Stand: 31.01.2019, 18:32

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