Skispringer Richard Freitag am Tiefpunkt

Richard Freitag

Skispringer Richard Freitag am Tiefpunkt

Vor zwei Jahren war er in Oberstdorf und Garmisch Zweiter, diesmal hat Richard Freitag nicht einmal den Sprung in den Wettkampf geschafft. So richtig erklären kann sich der 28-Jährige sein Tief auch nicht.

Während die besten 50 der Qualifikation beim ersten Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf über den Bakken gehen, bleibt für Richard Freitag nur die Zuschauer-Rolle. Der Sachse, der vor zwei Jahren noch kurz vor dem Gewinn der Tournee gestanden hatte, war kläglich in der Qualifikation am Freitag (28.12.2019) gescheitert. "Es ist schwierig zu erklären, weil man es selbst nicht so richtig weiß", sagte der 28-Jährige nach Platz 59 in der Quali.

Schon seit Beginn der Saison hat Freitag technische Probleme, springt unregelmäßig ab, gibt auf ein Bein mehr Druck als auf das andere. "Das war heute schon besser", sagte er, dafür schlichen sich andere Fehler ein: "Der Sprung war einfach viel zu wenig gedreht, viel zu viel hinten drauf, daher zu wenig Geschwindigkeit." Und dann: "Steht man halt relativ früh auf dem Hang."

Vor zwei Jahren: Freitag als Weltcup-Führender zur Tournee

Richard Freitag

Richard Freitag in Innsbruck 2018 - Sturz und Aus bei der Tournee

Dabei ist es kaum zwei Jahre her, da kam Freitag als souveräner Weltcupführender zur Tour, wurde in Oberstdorf und Garmisch Zweiter, stürzte dann in Innsbruck nach 130 Metern. In der vergangenen Saison wurde er Gesamt-14., holte dann aber bei der WM in Seefeld Gold mit der Mannschaft und einen starken fünften und neunten Platz im Einzel. Doch in dieser Saison will es einfach nicht laufen. Beste Einzelplatzierung im Weltcup bisher war der 15. Platz im finnischen Ruka, zuletzt verpasste er in Engelberg das Finale und jetzt in Oberstdorf sogar den ersten Durchgang.

Bundestrainer bittet um Geduld

Bundestrainer Stefan Horngacher bittet um Geduld. "Ritschi hat eine schwierige Situation schon vom letzten Jahr mitgenommen. Leider waren dann kurz vor der Saison ein,  zwei Sprünge dabei, die ihm nicht so wahnsinnig viel Selbstvertrauen gegeben haben. Das hat ihn wieder einen Schritt zurückgeworfen." Jetzt bräuchte Freitag Sprünge, um wieder die Sicherheit zu bekommen. Bei der Vierschanzentournee ist allerdings eher absehbar, dass der Sachse nach dem Springen in Garmisch-Patenkirchen aus dem Teams genommen wird. Aufgeben gilt aber nicht, das Motto des Sachsen lautet: "Weitermachen und dann schauen, wie die weiteren Pläne sind."

Vierschanzentournee - die Qualifikation aus Oberstdorf Sportschau 28.12.2019 01:19:42 Std. Verfügbar bis 28.12.2020 Das Erste

sid/red | Stand: 29.12.2019, 13:46

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