Flügel gestutzt - in Zakopane kein DSV-Skiadler in den Top Ten

Deutsche Skispringer noch im Formtief Morgenmagazin 15.02.2021 01:31 Min. Verfügbar bis 15.02.2022 Das Erste

Skispringen

Flügel gestutzt - in Zakopane kein DSV-Skiadler in den Top Ten

Von Margot Lamparter

Die deutschen Skispringer haben kurz vor der WM in Oberstdorf weiter viel Luft nach oben. Markus Eisenbichler war in Zakopane als 12. noch der beste DSV-Athlet. Den Sieg holte sich der Norweger Halvor Egner Granerud.

Der Favorit setzte sich durch: Im polnischen Zakopane feierte der Norweger Halvor Egner Granerud (132/133) seinen elften Saisonerfolg. Zweiter wurde der Slowene Anze Lanisek (129/132 Meter). Platz drei ging an Graneruds Teamkollegen Robert Johansson (125/142).

Eisenbichler noch in Top 15

Die deutschen Ski-Adler sprangen kurz vor der WM in Oberstdorf dagegen den eigenen Ansprüchen weiter hinterher. Beim ersten Einzelwettkampf im polnischen Zakopane war ein geteilter 14. Platz von Markus Eisenbichler und Pius Paschke die beste Platzierung gewesen. Beim zweiten Springen sollte es am Sonntag für Geiger und Co. wieder einen Schritt nach vorne gehen: "Die Jungs haben einen klaren Auftrag", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher. "Entschlossen Ski zuspringen."

So ganz ging die Rechnung nicht auf: Markus Eisenbichler war als 12. noch bester DSV-Athlet. Der 29-Jährige flog auf 130,5 und 133 Meter. "Das ist nicht der Markus, den wir kennen." sagte ARD-Wintersportexperte Sven Hannawald.

Geiger weiter auf Fehlersuche

Auch Karl Geiger mühte sich weiter um seine Form und die Rückkehr zu seinem erfolgreichen Flugsystem. Die Weite von 127 Metern ließ ihn allerdings ratlos blicken. Platz 27 zunächst enttäuschend für den Skiflugweltmeister. Auch die Weite von 129 Metern brachte im zweiten Sprung keine Erlösung für den 28-jährigen Oberstdorfer.

"Es ist extrem bitter, wenn sich die Sprünge nicht so verkehrt anfühlen, aber es fliegt einfach nicht", analysierte ein ungewohnt grantelnder Geiger. "Es müsste mal ein Knoten platzen, das ist eben noch nicht passiert." Am Ende wurde er noch 22.

Er habe "definitiv entschlossen gehandelt", lobte Horngacher. Ansonsten sei man weiter auf Fehlersuche und bereite sich auf die Wettkämpfe im russischen Rasnov vor. "Die Schanze sollte uns ein bisschen besser liegen", glaubt Horngacher. Mit Blick auf die anstehende WM versucht er Ruhe zu bewahren: "Wir sollten jetzt keinen Stress kriegen."

Skisprung-Weltcup in Zakopane - die Analyse mit Sven Hannawald und Stefan Horngacher Sportschau 14.02.2021 05:45 Min. Verfügbar bis 14.02.2022 Das Erste

Hamann und Paschke sammeln Punkte

Auch Martin Hamann konnte sein Potenzial nicht nutzen, war aber mit 129,5 Metern dieses Mal sicher im Finale. Hannawald sah zwar eine leichte Verbesserung zum Vortag, war aber insgesamt nicht zufrieden. Weil "ich weiß, was für ein Potenzial in ihm schlummert." Am Ende wurde es dann nach dem Satz über 124,5 Meter Rang 24.

Teamkollege Pius Paschke (126/119,5) reihte sich, nachdem sein zweiter Sprung daneben ging, auf Platz 30 ein. "Wir müssen es alle abhaken, nächste Woche geht es weiter", so Paschke. Er versuche einfach die positiven Gefühle von anderen Wettbewerben mitzunehmen.

Vortagessieger Andrzej Stekala wurde wegen der falschen Skilänge disqualifiziert.

Freund und Hamann verpassen Finale

Severin Freund kam auf 128 Meter, das reichte von den Punkten her, aber nicht für die Besten 30. Als 31 verpasste er das Finale nur knapp. Auch bei Constantin Schmid ist der Knoten nicht geplatzt. Mit 122 Meter war für ihn ebenfalls früh Feierabend. "Es macht einfach keinen Spaß", sagte der 23-Jährige frustriert. "Ich komme einfach nicht zurecht, bekomme keinen Druck auf die Kante ... bin nicht zufrieden."

Der 1. Durchgang des Skisprung-Weltcups in Zakopane am Sonntag in voller Länge Sportschau 14.02.2021 44:50 Min. Verfügbar bis 14.02.2022 Das Erste

Stand: 14.02.2021, 18:10

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