Vierschanzentournee: Stoch springt zum dritten Adler, Geiger noch Zweiter

Kamil Stoch holt dritten Sieg der Vierschanzentournee Sportschau 06.01.2021 04:34 Min. Verfügbar bis 06.01.2022 Das Erste

Vierschanzentournee

Vierschanzentournee: Stoch springt zum dritten Adler, Geiger noch Zweiter

Karl Geiger sprang in Bischofshofen noch einmal sehr stark, doch den dritten Gesamtsieg von Kamil Stoch bei der Vierschanzentournee konnte er nicht verhindern.

Kamil Stoch sicherte sich bei der 69. Vierschanzentournee den dritten Adler seiner Karriere. Doch Karl Geiger (138/133,5 Meter) zeigte in einem packenden Wettkampf am Mittwoch (06.01.2021), dass auch er ein würdiger Sieger gewesen wäre. Der DSV-Adler schob sich beim Tagessieg des überragend aufspringenden Stoch (139/140 Meter) als Dritter aufs Podest. Das reichte in der Gesamtwertung noch für den zweiten Platz.

Der Abschluss ist "gelungen“, freute sich ein "mega glücklicher" Geiger, der dem Sieger gratulierte. Er sei "echt froh, dass ich das noch so hingebracht habe." Damit hätten "die vielen ups und downs der Tournee noch mit einem up geendet." Auch DSV-Bundestrainer Stefan Horngacher war glücklich über das Ergebnis: "Am Ende muss man sagen, ein toller zweiter Platz."

Auch Marius Lindvik hatte noch einmal die Gelegenheit mit Sprüngen über 137/140,5 Meter seine Klasse zu zeigen. Dem Norweger hatte eine Zahn-OP die Chance genommen, um den Gesamtsieg mitzuspringen. In Bischofshofen wurde er Zweiter.

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Stoch lässt nichts mehr anbrennen

Mit Platz zwei und vier hatte Stoch schon früh seine Ambitionen, im Kampf um den Gesamtsieg mitzumischen, angedeutet. Beim dritten Wettkampf in Innsbruck ließ er dann seine ganze Sprungklasse aufblitzen, während die Konkurrenten patzten. "Es müsste schon ein Wunder geschehen", sagte DSV Bundestrainer Stefan Horngacher vor dem Finale in Bischofshofen, um den Sieg von "König Kamil" noch zu verhindern.

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Das ganz große Wunder blieb aus, denn Stoch behielt auch als Topfavorit die Nerven und ließ nichts liegen. Sein exzellentes Flugsystem trug ihn auch im vierten Springen weit hinunter. Der Telemark nach 139 Metern war perfekt. Doch Geiger konnte mit 138 Metern immerhin Dawid Kubacki Paroli bieten und zog in der Gesamtwertung vorbei auf Platz zwei hinter dem überragenden Stoch. Auch Halvor Edger Granerud ließ er dabei hinter sich. Der Norweger fiel mit 133 Metern zurück.

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Geiger kämpft sich wieder nach vorne

Was für ein Auftritt von Geiger, der nach seinem Sieg in Oberstdorf so hoffnungsvoll in die Tournee gestartet war, mit Platz fünf in Garmisch-Partenkirchen noch ganz vorne mitmischte, in Innsbruck als 16. abstürzte und im Gesamtklassement auf Rang vier zurückfiel. 24,7 Punkte oder umgerechnet etwa 14 Meter musste er für den Gesamtsieg beim letzten Springen aufholen. Nach der Qualifikation blieb er optimistisch, dass er "die Schanze knacken kann." Mit seiner Aufholjagd zeigte Geiger, dass er nicht bereit war, aufzugeben.

Mit 133,5 Metern sicherte er sich zum Abschluss noch Platz drei in Bischofshofen. Mitfavorit Granerud (133/134) rutschte in der Tageswertung auf Rang zwölf ab. Kubacki wurde 15.. Das wirbelte auch die Gesamtwertung durcheinander. Geiger schob sich hinter Stoch (1110,6) mit 1062,5 Punkten vor Kubacki (1057,8) und Granerud (1057,4).

Eisenbichler fliegt zum Abschluss miserabel

Markus Eisenbichler zeigte mit drei Top-Ten-Plätzen bis zum Finale in Bischofshofen eine konstant gute Leistung. Der Weltmeister von 2019 wurde Fünfter in Oberstdorf, Siebter in Garmisch-Partenkirchen und Sechster in Innsbruck. Zum Abschluss wollte er noch "eine Granate zünden" und den Sieg holen. Doch der Absprung passte nicht und die Attacke ging mit 120,5 Metern nach hinten los. Damit schaffte es der Siegsdorfer nicht ins Finale der besten 30. "Beschissen. So ein Dreckssprung", schimpfte der 29-Jährige im ZDF-Interview. Bei den Sprüngen habe er keinen Genuss im Flug gehabt, erklärte Eisenbichler unter anderem das zuletzt mangelnde Selbstbewusstsein auf der Schanze.

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DSV-Adler mit versöhnlichem Abschluss

Constantin Schmid konnte mit 132 Metern im K.o.-Duell einen seiner stärksten Saison-Sprünge zeigen und war damit im Finale. Severin Freund gelang ein Satz auf 125 Meter, und Pius Paschke schickte mit 122 Metern seinen Teamkollegen Martin Hamann, der nur 119 Meter vorweisen konnte, im direkten Duell nach Hause.

Schmid zeigte noch einmal einen großen Satz auf 131,5 Meter und wurde 18.. Freund legte 131 Meter nach und reihte sich auf Rang 20 ein. "Es hat ein bisschen länger gedauert, bis ich wieder in die Spur gefunden hab", sagte Freund. Er war froh, dass er zum Abschluss noch so ein gutes Ergebnis erreichen konnte. Paschke konnte sich mit 125 Metern im zweiten Anlauf dagegen nicht wirklich verbessern und wurde 29.. "Es ist einfach nicht so gelaufen, wie ich es gerne gehabt hätte", so Paschke, der sich auch insgesamt mehr erhofft hatte.

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mla | Stand: 06.01.2021, 18:40

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