Sturz von David Siegel überschattet Teamspringen in Zakopane

Skispringen - Der 2. Durchgang im Teamspringen in Zakopane Sportschau 19.01.2019 40:42 Min. Verfügbar bis 19.01.2020 Das Erste

Teamwettbewerb in Zakopane

Sturz von David Siegel überschattet Teamspringen in Zakopane

Die deutschen Skiadler haben im polnischen Zakopane im zweiten Teamspringen der Saison den ersten Sieg geholt. Trotz des Erfolgs herrschte nach dem Springen nur gedämpfte Freude im DSV-Lager.

Der Grund für die gesenkten Köpfe ist ein schwerer Sturz von David Siegel (Baiersbronn). In Führung liegend ist der 22-Jährige im zweiten Durchgang nach einem gewaltigen Satz auf 142,5 Meter zu Boden gegangen. Dabei hat er sich offenbar am rechten Knie verletzt, darauf lassen Fernsehbilder schließen. Die Mienen seiner Teamkollegen waren im Anschluss wie versteinert, die Platzierung zweitrangig. Zahlreiche Fans, Betreuer und Athleten standen unter Schock.

Bangen um Siegel

Zum Gesundheitszustand von David Siegel gab es bis zum Abend noch keine Informationen. Nach seinem Sturz griff er sich allerdings direkt an sein rechtes Knie und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Bundestrainer Werner Schuster sagte im Ersten: "Ich will nicht zu weit vorgreifen, aber ich glaube, wir haben diesen Athleten für die Saison verloren." Schuster gab der Jury, die nach Flügen weit über Hillsize den Anlauf nicht verringert hatte, eine Mitschuld. "Natürlich war es auch Davids Fehler bei der Landung. Aber es war ein großer Fehler der Jury, nicht zu verkürzen", sagte der Österreicher. Teamlkollege Markus Eisenbichler war geschockt. "Mir geht's gar nicht gut", sagte er im Ersten: "Das ist kacke. Mehr kann ich dazu gar nicht sagen."

Skispringen - Die Stimmen aus Zakopane Sportschau 19.01.2019 Verfügbar bis 19.01.2020 Das Erste

DSV-Adler überzeugen als Team

Trotz des Sturzes konnte das DSV-Quartett die Spitzenposition behaupten. Am Ende waren es 0,1 Punkte Vorsprung vor Österreich und knapp 40 Punkte vor Polen. Im ersten Durchgang lief sportlich noch alles nach Maß: Karl Geiger (Oberstdorf) mit 137,0 Metern und Markus Eisenbichler (Siegsdorf) mit 138,5 Metern legten stark für das deutsche Quartett vor. David Siegel überzeugte bei seinem Team-Debüt im Weltcup mit 135,0 Metern, der Tournee-Dritte Stephan Leyhe (Willingen) büßte mit 131,0 Metern ein wenig vom zwischenzeitlich sehr komfortablen Vorsprung auf das österreichische Quartett Daniel Huber, Jan Hörl, Michael Hayboeck und Stefan Kraft ein.

Skispringen - Der 1. Durchgang im Teamspringen in Zakopane Sportschau 19.01.2019 42:47 Min. Verfügbar bis 19.01.2020 Das Erste

Zweimal neuer Schanzenrekord

Im zweiten Durchgang war es dann Markus Eisenbichler, der den Weg ganz nach oben aufs Treppchen mit einem zwischenzeitlich neuen Schanzenrekord (143 Meter) ebnete. Den Rekord schnappt ihm der Pole Dawid Kubacki mit seinem zweiten Sprung später noch weg (143,5 Meter). Dazwischen folgte der weite Satz von Siegel, den er nicht stehen konnte. Als letzter DSV-Springer musste Stephan Leyhe von der Schanze. Mit 137 Metern sicherte er Deutschland den Erfolg. Werner Schuster war dennoch nicht zum Jubeln zumute: "Es ist extrem bitter. Es war so ein toller Wettkampf."

Skispringen - Die Siegerehrung aus Zakopane Sportschau 19.01.2019 02:56 Min. Verfügbar bis 19.01.2020 Das Erste

Ohne Freitag und Wellinger

Richard Freitag (Aue) wurde von Bundestrainer gar nicht erst für den Teamwettbewerb nominiert. Damit verpasste der Sachse erstmals seit dem 1. März 2014 in Lahti ein Mannschaftsspringen im Weltcup. Olympiasieger Andreas Wellinger (Ruhpolding) verzichtet nach zuletzt schwachen Ergebnissen auf die Wettkämpfe in Polen und steigt nach Trainingseinheiten in der Heimat erst am folgenden Wochenende in Sapporo/Japan wieder in den Weltcup ein.

Am Sonntag geht es in Zakopane mit dem Einzelspringen weiter. Los geht's um 16 Uhr.

Thema in: Wintersport im Ersten, 19.01.2019, Ab 16.15 Uhr

ten | Stand: 19.01.2019, 20:01

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