Ärger über Jury nach abgebrochenem Teamspringen

Skifliegen der Männer in Planica Pius Paschke

Skifliegen Planica

Ärger über Jury nach abgebrochenem Teamspringen

Das Skifliegen in Planica entwickelte sich zu einer gefährlichen Windlotterie, an der zunächst das DSV-Team nicht mehr teilnehmen wollte. Kurz danach wurde die Veranstaltung endgültig abgebrochen.

Die Windverhältnisse auf der legendären "Letalnica", die neben dem Vikersundbakken in Norwegen die größte Skiflugschanze der Welt ist, machten den Athleten auch am Samstag (27.03.2021) zu schaffen. Pius Paschke (204 m) und Constantin Schmid (191) waren schon über den Bakken gegangen, als der Wind turbulenter und für die Skispringer unberechenbar wurde.

"Das ist unverantwortlich"

Für Marius Lindvik (NOR) hatten sich die Verhältnisse zum Geduldsspiel entwickelt. Mehrfach rutschte er auf das Absprungbrett, bevor er nach über zehnminütiger Wartezeit dann doch eine Freigabe bekam und auf enttäuschende 171,5 Meter flog.

"Ich bin irritiert über die Leistung der Jury", sagte Norwegens Trainer Alexander Stöckl mit Blick auf die lange Wartezeit seines Athleten. "Die Keile waren nicht mehr am Platz, und er hatte nicht mehr das Gefühl. Das hat man auch gesehen beim Sprung. Das war für mich unverständlich. Das ist unverantwortlich", sagte Stöckl. Nach dem Finnen Antti Aalto wurde dann erstmals auf eine Pause entschieden.

Deutschland und Norwegen ziehen Team zurück

Im deutschen Team wollte man kurz vor Saisonschluss nicht um jeden Preis weitermachen. Bundestrainer Stefan Horngacher hatte sich zum Warteraum aufgemacht und sich mit Skiflugweltmeister Karl Geiger beraten, der als Dritter über den Bakken gehen sollte.

Der Bundestrainer zog danach einen klaren Schlussstrich: "Ich habe für unsere Mannschaft entschieden, dass bei diesen Windverhältnissen keiner mehr runterspringen wird", so Horngacher. "Das ist einfach zu gefährlich. Wir erwarten nicht, dass sich irgendetwas an den Verhältnissen ändert."

Horngacher zu Teamfliegen-Absage: "Es ist einfach zu gefährlich"

Sportschau 27.03.2021 01:28 Min. Verfügbar bis 27.03.2022 ARD


Man wolle auf Nummer sicher gehen. "Der Sturz von Tande steckt allen noch in den Knochen", so Horngacher. Für Geiger war es die "richtige Entscheidung."

Auch Stöckl wollte kein Risiko eingehen: "Wenn die Verhältnisse so bleiben, wie sie sind, dann ist bei uns die Entscheidung die Gleiche."

Die Jury zog nach einem erneuten Versuch, den Wettkampf doch noch weiterzuführen die Reißleine und brach den Wettkampf endgültig ab.

red | Stand: 27.03.2021, 11:36

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