Geiger führt zwölfköpfiges Tournee-Team an

Karl Geiger in Engelberg

68. Vierschanzentournee

Geiger führt zwölfköpfiges Tournee-Team an

Skispringer Karl Geiger steht an der Spitze des zwölfköpfigen Aufgebots von Bundestrainer Stefan Horngacher für die 68. Vierschanzentournee.

Der Vizeweltmeister geht als Mitfavorit in das Auftaktspringen am Sonntag (29.12.19) in seiner Heimatgemeinde Oberstdorf (17.30 Uhr/ARD). Geiger hat beim Auftakt ein Heimspiel und will den Druck diesmal besser meistern als im Vorjahr. Damals war die Topform nach seinem Engelberg-Sieg plötzlich weg. "Für die Tournee dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, weniger auf die Vierschanzentournee zu achten, sondern mich nur auf meine Sprünge zu konzentrieren", kündigte der 26-Jährige an. Geiger springt in dieser Saison beständig auf sehr hohem Niveau und liegt im Gesamtweltcup auf Rang drei. Bundestrainer Stefan Horngacher will die Ansprüche aber nicht zu hoch schrauben: "Nach derzeitigem Stand ist es ein realistisches Ziel, zwei Springer in der Gesamtwertung unter die Top-Ten zu bringen. Mein Wunschresultat wäre es, wenn am Ende der Tournee einer davon auf dem Podest jubeln könnte. Favoriten sind andere, wir wollen positiv überraschen."

Eisenbichler sucht die alte Form

Markus Eisenbichler

Markus Eisenbichler

Markus Eisenbichler hofft, auf den von ihm geliebten Schanzen wieder zu alter Form zu finden. Die nackten Zahlen machen allerdings kaum Mut: 50, 23, 31, 36, 15, 23, 41 lauten Eisenbichlers bisherige Platzierungen, im Gesamtweltcup macht das Rang 32. "Es hapert am Selbstbewusstsein, da bin ich ganz ehrlich", sagte der Dreifach-Weltmeister der vorigen Saison. "Man kann so viel trainieren, wie man mag. Wenn man das Selbstvertrauen nicht hat, sich mit 90 km/h nach vorne rauszuhauen, dann wird es oft schwierig - speziell bei mir." Im Vorjahr hatte Eisenbichler auch keinen perfekten Saisonstart erwischt und beendete die Tournee als Zweiter. Dritter wurde Stephan Leyhe, der zuletzt aufsteigende Form zeigte.

Für Richard Freitag läuft es derzeit weder stabil noch gut. Dennoch gibt sich der Sachse trotzig-motiviert: "Es geht frisch und frei drauflos. Ich komme aus der Angreiferposition." Für Ex-Weltmeister Severin Freund kommt die Tournee nach mehreren Verletzungspausen noch zu früh, Olympiasieger Andreas Wellinger verpasst nach seinem Kreuzbandriss sogar die ganze Saison.

Das sind die Favoriten

Ryoyu Kobayashi

An erster Stelle steht Vorjahressieger Ryoyu Kobayashi aus Japan. ein Spaziergang wird es aber nicht für ihn, denn seine Dominanz ist nicht mehr so groß wie in der vorigen Saison. Wirkliche Aussetzer leistete er sich bislang jedoch auch nicht - Kobayashis schlechteste Platzierungen im Weltcup waren bislang zwei sechste Plätze. Die Tournee-Generalprobe in Engelberg gewann der 23-Jährige.

Gute Aussichten auf den Gesamtsieg haben auch der Österreicher Stefan Kraft und Kamil Stoch aus Polen. Kraft hat es in dieser Saison bei Einzelspringen schon drei Mal auf das Podest geschafft, Stoch kam vor Weihnachten immer besser in Form. Bei König Kamil ist die Dominanz der Konstanz gewichen - das könnte bei einem engen Tournee-Verlauf sein Vorteil werden. Auch die norwegische Armada mit Daniel André Tande, Robert Johansson, Marius Lindvik und Johann André Forfang kann immer vorn mitmischen.

Das DSV-Aufgebot im Überblick

In den ersten beiden Wettkämpfen in Oberstdorf am Sonntag und in Garmisch-Partenkirchen am Neujahrstag dürfen zwölf deutsche Springer an den Start gehen, ab Innsbruck sind dann nur noch sechs DSV-Adler dabei.

Nominiert sind aus dem Weltcup-Kader: Moritz Baer (Gmund-Dürnbach), Markus Eisenbichler (Siegsdorf), Richard Freitag (Aue), Karl Geiger (Oberstdorf), Stephan Leyhe (Willingen), Pius Paschke (Kiefersfelden) und Constantin Schmid (Oberaudorf)
Nationale Gruppe: Martin Hamann (Aue), Felix Hoffmann (Heidersbach), Kilian Märkl (Partenkirchen), Philipp Raimund (Oberstdorf), Luca Roth (Meßstetten).

Der Tournee-Plan

Das Auftaktspringen in Oberstdorf

  • 28.12., 16.30 Uhr – Qualifikation, Live in der ARD und im Sportschau-Ticker
  • 29.12., 17.30 Uhr – Wettkampfspringen, Live in der ARD und im Sportschau-Ticker

Das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen

  • 31.12., 14 Uhr – Qualifikation, Live im ZDF und im Sportschau-Ticker
  • 01.01., 14 Uhr – Wettkampfspringen, Live im ZDF und im Sportschau-Ticker

Bergiselspringen in Innsbruck


Dreikönigsspringen in Bischofshofen

  • 05.01., 16.30 Uhr – Qualifikation, Live in der ARD und im Sportschau-Ticker
  • 06.01., 17.15 Uhr – Wettkampfspringen, Live in der ARD und im Sportschau-Ticker

Mehr zum Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, 26.12.2019, 22.50 Uhr

sid/dpa/red | Stand: 27.12.2019, 16:35

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