Überraschungssieg und Geiger-"Absturz" in Sapporo

Leyhe verpasst Podest, Geiger muss Gelbes Trikot abgeben Sportschau 01.02.2020 01:04 Min. Verfügbar bis 01.02.2021 Das Erste

Weltcup in Japan

Überraschungssieg und Geiger-"Absturz" in Sapporo

Verrücktes Springen in Sapporo: Ein Japaner, den keiner auf der Rechung hatte, hat am Samstag (01.02.2020) das erste Weltcupspringen auf der Olympiaschanze von 1972 gewonnen. Yukiya Sato - Sechster nach dem ersten Durchgang - flog mit einem Traumsprung und Windglück zum Sieg.

Während die Japaner den ersten Heimsieg seit acht Jahren feierten, herrschte im deutschen Team Katerstimmung. Vorzeigespringer Karl Geiger lag als Vierter nach dem ersten Durchgang auf Podestkurs, stürzte aber im Finale förmlich ab und wurde nach 116,0 Metern auf den elften Platz durchgereicht. Im Auslauf musste Geiger auch noch mit ansehen, wie ihm der Österreicher Stefan Kraft das Gelbe Trikot des Weltcup-Spitzenreiters entriss. Kraft reichte der zweite Platz, um Geiger vom Platz an der Sonne zu verdrängen. Auf dem dritten Platz landete der Pole Dawid Kubacki.

Eine Enttäuschung erlebte auch Publikumsliebling Ryoyu Kobayashi, der die Qualifikation gewonnen hatte und nach dem ersten Durchgang mit einem Satz auf 141,5 Meter schon wie der sichere Sieger aussah. Doch der zweite Sprung misslang völlig (110,0 m). Kobayashi fiel auf den 15. Platz zurück. Mit einem Sieg wäre er nach Weltcuperfolgen mit Japans Skisprung-Legende Noriaki Kasai gleichgezogen.

Leyhe flattert und verschenkt

Nach dem "Absturz" von Karl Geiger wurde Stephan Leyhe als Fünfter bester Deutscher. Der Willinger lag nach 130,5 Metern als Siebter nach dem ersten Durchgang gut im Rennen. Im Finale bekam Leyhe beim Landeanflug Probleme und verschenkte mit einem Satz auf 129, 0 Meter einige Meter. Ansonsten wäre sogar das Podium möglich gewesen.

Geiger als Sandwich zwisch Paschke und Schmid

Pius Paschke (129.0 m/128,5 m) und Constantin Schmid (127,5 m/130,0 m) brachten zwei solide Sprünge zustande. Paschke wurde Zehnter, Schmid 12. In die Mitte nahmen sie Geiger.

Eisenbichler fliegt hinterher

Auch Markus Eisenbichler konnte erneut nicht an seine glorreichen Zeiten der letzten Saison anknüpfen. Nach 119,0 Metern im ersten Durchgang reichte es nach mageren 107,0 Metern im Finaldurchgang für den Siegsdorfer nur zum 26. Platz. Eisenbichler wartet im Einzel in dieser Saison noch immer auf einen Platz auf dem Podest.

Freitag nicht im zweiten Durchgang

Als 50. in der Qualifikation hatte es Richard Freitag (SG Nickelhütte Aue) gerade so in den Wettkampf geschafft. Dort blieb ihm eine Zitterpartie erspart. Nach nur 93 Metern war schnell klar, dass es nicht für den zweiten Durchgang reichen würde. Freitag beendete das Springen als 46. und lässt die Sorgen größer werden. Auch nach seiner Rückkehr in den Weltcup ist der 28-Jährige weiter auf der Suche nach der Form und hat noch viel Luft nach oben. Freitag war im zweiten Durchgang also nur Zuschauer und teilte dieses Schicksal u.a. mit prominenten Skisprung-Namen wie Johann-André Forfang (Norwegen) und Gregor Schlierenzauer (Österreich)-

sst | Stand: 01.02.2020, 10:20

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