"Raw Air" - Norwegen gewinnt Teamspringen, Deutschland Zweiter

Daniel Andre Tande

"Raw Air"-Tour in Norwegen

"Raw Air" - Norwegen gewinnt Teamspringen, Deutschland Zweiter

Das norwegische Skisprung-Team hat sich mit souveränem Vorsprung den Titel im Teamspringen bei der "Raw Air" gesichert. Deutschland wurde Zweiter, Constantin Schmid überzeugte erneut.

Marius Lindvik (132 Meter) und Daniel Andre Tande (133 Meter) komplettierten mit starken Sprüngen im zweiten Durchgang eine herausragende Teamleistung. Auch Robert Johansson und Johan Andre Forfang lieferten gute Ergebnisse ab.

Die DSV-Adler sprangen solide, waren nach dem ersten Durchgang noch auf acht Punkte dran. Überzeugen konnte vor allem Constantin Schmid, der 128 und 130 Meter sprang. Er hatte am Freitag in der Qualifikation für eine Sensation gesorgt und führt nach drei Sprüngen die "Raw-Air"-Gesamtwertung an. "Jetzt sind mal drei Sprünge von insgesamt 16 durch", sagte Schmid beim ZDF: "Ich bin sehr zufrieden, jetzt schauen wir mal, dass es so weitergeht. Da schaue ich noch nicht auf die Gesamtwertung."

Slowenien springt auf das Podest

Das Podest komplettierte Slowenien (-43,2). Peter Prevc hatte mit einem überzeugenden Sprung auf 133 Meter im 2. Durchgang dafür gesorgt, dass man die Konkurrenz aus Polen (4. Platz/-47,4) und Japan (5./-50,4) knapp hinter sich lassen konnte. Österreich (-81,3) musste sich mit einem enttäuschenden 6. Platz begnügen. Die Schweiz (7./-207,8) und Russland (8./-243,9) hatten keine Chance auf einen Podestplatz.

Durch das schwache Abschneiden der Österreicher übernimmt Deutschland die Führung im Nationencup. Selbst Stefan Kraft, der am Sonntag (08.03.20) einen Schritt in Richtung Gesamt-Weltcup-Sieg machen kann, hatte seine Probleme und sprang im ersten Durchgang nur auf 123,5 Meter. Im zweiten Durchgang verbesserte er sich mit 134 Metern deutlich und landete den bis dato weitesten Sprung des Tages. Der Pole Dawid Kubacki überflog diesen Wert mit 134,5 Metern nur kurze Zeit später.

Geiger enttäuscht in beiden Durchgängen

Krafts Konkurrent Karl Geiger war im deutschen Team hinter Schmid und Stephan Leyhe, der zwei souveräne und gute Sprünge zeigte, nur drittstärkste Kraft. Durch seinen vergleichsweise schwachen Sprung auf 126,5 Meter im zweiten Durchgang musste man sogar kurzzeitig um Platz zwei zittern. Im ersten Durchgang landete er sogar schon bei 122 Meter.

Ob er damit am Sonntag um den Tagessieg springen kann, ist fraglich. Schmid ist definitiv ein Kandidat, ebenso wie Kraft, Tande und Ryoyu Kobayashi. Topfavorit dürfte Lokalmatadtor Lindvik sein.

Raw-Air-Einzelwertung: Schmid bleibt in Führung

Mit seinen Sprüngen auf 128 und 130 m behauptete Schmid die Führung im Raw-Air-Klassement hauchdünn vor dem Norweger Marius Lindvik. An den Jackpot von 60.000 Euro, der nach 16 Wertungssprüngen (Quali, Einzel und Team) am kommenden Sonntag in Vikersund auf den Gesamtsieger wartet, wollte der erst 20Jährige aus Oberaudorf aber noch nicht denken. Karl Geiger, der weiter Boden in der Gesamtwertung verlor und nun Zwölfter ist, verschwendet daran ohnehin keinen Gedanken. Seine Priorität liegt auf dem Gesamtweltcup.

Gespenstische Atmosphäre

Weil das Gesundheitsamt in Norwegen Zuschauer wegen einer möglichen Ausbreitung des Coronavirus' von der Veranstaltung am Holmenkollen in Oslo ausgechlossen hatte, war es für die Springer eine merkwürdige und gespenstische Atmosphäre. Beim nächsten Springen in Lillehammer sind Zuschauer erlaubt

Schmid überrascht zum Auftakt der "Raw Air"

Constantin Schmid

Constantin Schmid in Oslo

Am Freitag hatte Schmid für eine Sensation gesorgt und die Qualifikation zum Springen am Sonntag (15.15 Uhr/Liveticker auf sportschau.de) für sich entschieden. Der 20-Jährige aus Oberaudorf sprang auf 130 Meter. Die Weite und sehr gute Haltungsnoten sorgten dafür, dass sich Schmid den Sieg vor Michael Hayböck aus Österreich und dem Slowenen Ziga Jelar sicherte.

Da bei der Raw-Air-Tour auch die Qualiergebnisse mit in die Gesamtwertung eingehen, übernahm Schmid vor dem eigentlichen Einzelspringen auch die Führung in der Tourneewertung.

Zehn Tage, zehn Springen

Die Skispringer touren bis zum 15. März durch Oslo, Lillehammer, Trondheim und Vikersund. Sechs Weltcupspringen stehen auf dem Programm, vier Einzel und zwei Teamspringen, dazu vier Qualifikationsspringen. Die große Besonderheit: Auch die Qualifikationsergebnisse zählen für die Gesamtwertung. Wer in allen Springen die meisten Punkte sammelt, gewinnt die Marathonserie.

Die Anstrengungen werden den Skispringern ordentlich versüßt. 60.000 Euro füllen das Konto des Gesamtsiegers. Der Zweite bekommt 30.000 Euro, der Dritte 10.000 Euro. Zum Vergleich: Bei der Vierschanzentournee gibt es "nur" 18.500 Euro.

Das deutsche Aufgebot

  • Markus Eisenbichler (TSV Siegsdorf)
  • Severin Freund (WSV DJK Rastbüchl)
  • Karl Geiger (SC Oberstdorf)
  • Martin Hamann (SG Nickelhütte Aue)
  • Stephan Leyhe (SC Willingen)
  • Pius Paschke (WSV Kiefersfelden)
  • Constantin Schmid (WSV Oberaudorf)


"Raw Air Tour"
TagZeitSchanzeEventSieger
6. März19.30 UhrOsloQualifikation HS134Constantin Schmid (GER)
7. März15.15 UhrOsloTeam HS134Norwegen
8. März14.30 UhrOsloEinzel HS134
9. März17.30 UhrLillehammerQualifikation HS140
10. März17.00 UhrLillehammerEinzel HS140
11. März17.30 UhrTrondheimQualifikation HS138
12. März17.00 UhrTrondheimEinzel HS138
13. März18.00 UhrVikersundQualifikation HS240
14. März16.30 UhrVikersundTeam HS240
15. März16.30 UhrVikersundEinzel HS240

Thema in: Sportschau, 12.03., ab 15.10 Uhr

msc/wp | Stand: 07.03.2020, 17:33

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