Kobayashi gewinnt Vierschanzentournee mit viertem Sieg

Ryoyu Kobayashi in Bischofshofen

Viertes Springen der Vierschanzentournee

Kobayashi gewinnt Vierschanzentournee mit viertem Sieg

Vier Springen, viermal ganz vorn: Der Japaner Ryoyu Kobayashi ist nach Sven Hannawald und Kamil Stoch der dritte Springer, der die Vierschanzentournee mit vier Siegen gewinnt. Die Plätze zwei und drei in der Gesamtwertung gehen an zwei deutsche Springer.

In der Qualifikation, die unmittelbar vor dem Wettkampf am Sonntag (06.01.2019) ausgetragen wurde, hatte Markus Eisenbichler mit einem Sprung auf 143 Meter und dem Qualisieg zumindest noch ein kleines Signal an den in der Gesamtwertung führenden Kobayashi geschickt: Obwohl er in der Tourneewertung umgerechnet rund 25 Meter hinter dem Japaner lag, wollte er den Gewinner der bisherigen Tourneespringen zumindest am Schlusstag etwas ärgern. Kobayashi landete schon bei 131,5 Metern und beendete die Qualifikation als Dritter.

Auch im ersten Wertungsdurchgang legte Eisenbichler stark vor. 137 Meter waren es diesmal, die dem Bayern Platz eins bescherten. Als nur noch Kobayashi oben stand, setzte wieder der Schneefall im Salzburger Land ein. Das Springen wurde kurz unterbrochen, Kobayashi musste warten. Doch der Japaner blieb cool und landete nach der Unterbrechung bei 135 Metern auf Platz vier, nur vier Punkte hinter Eisenbichler. Nur noch ein Sprung trennte den Überflieger der aktuellen Skisprungsaison vom größten Triumph seiner Karriere.

Ryoyu Kobayashi gewinnt 20 Jahre nach Funaki

Und den meisterte er trotz kleinerer Wackler in der Luft souverän. 137,5 Meter sprang Kobayashi in Durchgang zwei - der 22-Jährige gewann als zweiter Japaner nach Kazuyoshi Funaki 1997/98 die Vierschanzentournee. Und als drittem Springer überhaupt nach Sven Hannawald und Kamil Stoch gelang ihm die perfekte Tournee mit vier Siegen. Denn Markus Eisenbichler verpatzte seinen zweiten Sprung. Nur 131,5 Meter - es reichte zwar für Platz zwei in der Tournee-Gesamtwertung, in Bischofshofen verpasste er als Fünfter aber sogar das Podest.

Vierschanzentournee | Gesamtwertung

NamePkt
1.Ryoyu Kobayashi1098,0
2.Markus Eisenbichler1035,9
3.Stephan Leyhe1014,1
4.Dawid Kubacki1010,8
5.Roman Koudelka1006,3

Alle DSV-Springer überstehen Qualifikation

Die übrigen Springer des Deutschen Skiverbands (DSV) überstanden alle die Qualifikation und durften beim letzten Springen der Tournee über den Bakken. Dort präsentierten sie sich allerdings mit wechselhaften Leistungen.

Leyhe und Geiger in den Top Ten

Bester DSV-Springer war Stephan Leyhe mit Sprüngen auf 126 Meter und 137 Meter. Er wurde Vierter, eine noch bessere Platzierung hatte er schon mit seinem schwächeren ersten Sprung verschenkt, nach dem er nur auf Platz elf gelegen hatte. Dennoch dürfte die Freude groß sein bei Leyhe: Denn am Schlusstag der Tournee schob er sich auch noch auf Platz drei in der Gesamtwertung. Der Oberstdorfer Karl Geiger landete mit 122 und 133,5 Metern auf Rang zehn.

Olympiasieger Andreas Wellinger kam mit 121,5 und 128,5 Metern auf Platz 15. Constantin Schmid, 39. der Qualifkation, wurde mit Sprüngen auf 121,0 und 129,0 Meter 19. Richard Freitag, in der Qualifikation mit starken 142 Metern Neunter, landete im ersten Durchgang schon bei 121 Metern, im zweiten bei 120 Metern, und wurde nur 27. David Siegel, in der Quali mit 122,0 Metern immerhin noch 32., verpasste nach einem "Hüpferchen" auf 112,5 Meter den Finaldurchgang.

Neuer Schanzenrekord durch Dawid Kubacki

Für ein Highlight des Tages sorgte der Pole Dawid Kubacki in der Qualifikation: Mit einem Sprung auf 145 Meter stellte er einen neuen Schanzenrekord auf, im Springen selbst wurde er Zweiter hinter Kobayashi und vor dem Österreicher Stefan Kraft. Wegen des Schneefalls im Salzburger Land war die Qualifikation am Samstag abgesagt und auf den Sonntag unmittelbar vor das letzte Springen gelegt worden.

Thema in: B5 Sport, 06.01.2019, 19.35 Uhr

red | Stand: 06.01.2019, 18:57

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