Georg Späth: Vom Skispringer zum Rennleiter

Rennleiter Georg Späth - der Mann mit dem Überblick Sportschau 28.02.2021 03:43 Min. Verfügbar bis 28.02.2022 Das Erste

Nordische Ski-WM

Georg Späth: Vom Skispringer zum Rennleiter

Von Laura Schmitt und Inken Pallas (Oberstdorf)

Georg Späth war lange Jahre selbst Teil des Skisprung-Zirkus. Bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf ist er nun Rennleiter. Und er weiß ganz genau, was die Skispringer brauchen.

Lange Jahre glitt Georg Späth selbst über die Anlaufspuren der Skisprung-Welt. Heute steht er auf der anderen Seite – und zwar als Rennleiter. Bei der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Oberstdorf hat er viel zu tun.

"Der Rennleiter ist Teil der Jury. Die Jury besteht aus drei Personen und die drei Leute sind für den Wettkampf verantwortlich. Der örtliche Rennleiter ist noch für den sportlichen Ablauf und für das Drumherum, also für die Organisation zuständig", so Späth im Gespräch mit der Sportschau.

Sicherheit ist das A und O

Schon lange vor der Heim-WM hat das Team von Späth alles aufgebaut, geprüft wird dann alles noch mal höchspersönlich von Späth. "Die Bandenhöhe muss korrekt sein", erklärt er beim inspizieren des Aufbaus in Oberstdorf. "Da darf keine Lücke entstehen, wo ein Ski durchkommen könnte."

Denn Sicherheit ist das A und O: Sowohl für die Springer als auch für die Zuschauer und die Akteure hinter der Bande.

Späth weiß genau was die Athleten brauchen

Als ehemaliger Skispringer weiß Späth ganz genau was die Athleten brauchen. Für die Pause zwischen den Durchgängen hat sich der Funktionär etwas Besonderes einfallen lassen.

"Wir haben hier die Slacklines und verschiedene sportliche Sachen, wo sich die Springer während der Pause beschäftigen können und auch ihr Aufwärmprogramm machen können". Und fügt hinzu: "Da bringt die Erfahrung und das Wissen von früher natürlich schon was."

"Wir hätten gerne ein Wintermärchen wie 2005 erlebt"

Als die Nordische Ski WM das letzte Mal in Oberstdorf halt machte holte Späth mit seinem entscheidenden Sprung im Team-Wettbewerb die Silbermedaille. Emotionen pur – und im Jahr 2021? Eine WM ohne Zuschauer, Papplikum statt Publikum.

Das trifft nicht nur die Sportler, sondern auch den Rennleiter: "Wir hätten es uns anders gewünscht, die Sportler hätten es sich anders gewünscht. Wir hätten gerne ein Wintermärchen wie 2005 erlebt, aber die momentane Situation ist anders und wir müssen das Beste daraus machen."

Erfolgreiches Zwischenfazit der Nordischen Ski-WM

Die ersten Tage bei der Nordischen Ski-WM sind bislang reibungslos verlaufen. Der Job als Rennleiter ist für Späth übrigens Freizeitvergnügen. Im "Echten Leben" arbeitet Georg Späth in einer Steuerkanzlei. Auf der Schanze stand er nach seinem Abschied im Jahr 2013 nicht mehr.

"Seit ich aufgehört hab 2013, bin ich nie mehr auf einer Schanze gesprungen und das ist aber auch okay. Skispringen kann man nur ganz machen, oder gar nicht. Wenn man springt, dann muss man das richtig machen, sonst wird es gefährlich. Es war eine gute Zeit."

Stand: 28.02.2021, 08:00

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