DSV-Springerinnen mit Podest-Ambitionen

Weltcup in Lillehammer

DSV-Springerinnen mit Podest-Ambitionen

Wenn die Skispringerinnen heute in die Weltcup-Saison starten, gelten auch die deutschen Damen als Anwärterinnen aufs Podest. Vor allem Katharina Althaus dürfte sehr gute Erinnerungen an Lillehammer haben. In der Qualifikation lief's für die deutschen Damen aber noch durchwachsen.

Saison-Topfavoritin Sara Takanashi setzte in der Qualifikation am Donnerstagabend (29.11.18) ein erstes Ausrufezeichen. Die Japanerin gewann das Vorabspringen mit der zweitgrößten Weite von 96 Metern. Beste deutsche Springerin war Katharina Althaus mit 84 Metern auf Platz zehn vor Pauline Hessler (89,5 Meter) auf elf. Ramona Straub wurde 13. (93,5 Meter), Carina Vogt (75,5 Meter) und Anna Rupprecht (80,0 Meter) landeten auf den Plätzen 17 und 18 unter 61 Springerinnen, Juliane Seyfarth (66,0 Meter) wurde 38.

Vorfreude bei Vorjahressiegerin Althaus

Katharina Althaus

Katharina Althaus

Im vergangenen Jahr hatte Althaus mit dem Sieg beim erstmals ausgetragenen Lillehammer Triple einen Top-Start in die Saison gefeiert. Überhaupt erwischte die 22-Jährige eine tolle Saison. Im Gesamtweltcup stand am Ende Platz zwei hinter der Norwegerin Maren Lundby. Zudem gewann Althaus bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang Silber. Die Vorfreude auf den Saisonstart ist groß: "Ich freue mich jetzt richtig, dass wir hier in Lillehammer sind und es endlich losgeht. Ich weiß zwar noch nicht, wo ich im weltweiten Vergleich stehe, aber ich bin mit meinen Leistungen im Training ganz zufrieden und hoffe, dass ich das dann auch im Wettkampf zeigen kann."

Bundestrainer ist optimistisch

Der Deutsche Skiverband (DSV) nominierte für das Wochenende in Lillehammer sechs Athletinnen. Neben Althaus starten die Thüringerinnen Juliane Seyfarth und Pauline Hessler sowie Carina Vogt, Ramona Straub und Anna Rupprecht. Bundestrainer Andreas Bauer erklärte: "Wir starten mit unseren derzeit besten sechs Athletinnen in die Saison." Pausieren müsse noch Svenja Würth. Sie habe derzeit nicht ganz die nötigen Kraftwerte, aber Anfang Dezember könne sie wieder ins Sprungtraining einsteigen. Beim Saisonstart möchte der Bundestrainer seine Schützlinge weit vorn sehen: "Wir haben uns gut vorbereitet und sind gut aufgestellt. Unser Ziel ist es, in jedem Wettkampf mit um die Podesplätze zu kämpfen, wir möchten jeden Wettkampf mitbestimmen.

Dabei traut der Bundestrainer auch Seyfarth und der Olympiasiegerin von 2014, Vogt, einiges zu. Vogt musst im Sommer wegen Knieproblemen zwar eine Pause einlegen, nach der letzten Trainingsstation im schwedischen Falun schaut Bauer aber optimistisch nach vorn: "Carina hatte und hat nach ihrer zweimonatigen Trainingspause im Sommer immer noch etwas Nachholbedarf, sie scheint nun aber schon wieder an ihre alte Stärke anknüpfen zu können."

Internationale Konkurrenz wieder stark

Zu den größten Konkurrentinnen für die deutschen Springerinnen zählen neben der norwegischen Olympiasiegerin Maren Lundby unter anderem die beiden Japanerinnen Sara Takanashi und Yuki Ito. Takanashi, die im Olympia-Winter nicht wie gewohnt auftrumpfen konnte, zeigte sich über den Sommer in bestechender Form. Von den fünf Springen im Sommer Grand Prix gewann die 22-Jährige vier und sicherte sich souverän den Gesamtsieg. Ein Achtungszeichen setzte die Slowenin Ema Klinec. Sie holte sich hinter Takanashi den zweiten Platz. Auf Rang drei landete Lundby. Die besten Sommerergebnisse aus deutscher Sicht erzielten Seyfarth als Fünfte und Althaus als Sechste.

Gräßler nicht mehr dabei

Ulrike Gräßler

Ulrike Gräßler beendete ihre aktive Laufbahn.

Die ehemalige Vizeweltmeisterin, Ulrike Gräßler, ist im Weltcup-Zirkus nicht mehr dabei. Die Eilenburgerin verkündete im Sommer ihr Karriereende. Die 31-Jährige erklärte: "Seit einer Weile steht es für mich schon fest, dass ich nicht mehr von den Schanzen dieser Welt springen werde." Gräßler war im Dezember 2015 schwer gestürzt und konnte erst fast zwei Jahre später wieder einen Sprung absolvieren. Für diese Saison erhielt sie keinen Kaderstatus im Deutschen Skiverband. Gräßler sagte, ohne Aussicht auf Trainingslehrgänge mit dem Nationalteam sowie Freistellungen von der Bundespolizei sehe sie sich nicht mehr in der Lage, den Sport professionell genug auszuführen.

Thema in: B5 Sport, 30.11.2018, 08.55 Uhr

red/dpa | Stand: 30.11.2018, 08:33

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