Karl und Vinzenz sorgen für Geiger-Festspiele

Karl Geiger

Weltcup

Karl und Vinzenz sorgen für Geiger-Festspiele

Karl Geiger war der Hauptdarsteller des Wintersport-Wochenendes aus deutscher Sicht. Aber auch Vinzenz Geiger, der über einige Ecken mit Karl verwandt ist, sorgte dafür, dass die Wettkämpfe in Val di Fiemme zur Geiger-Show wurden.

Als Karl Geiger mit dem Gelben Trikot auf der Brust seine ersten beiden Saisonsiege feierte, jubelte wenige Meter entfernt auch "Groß-Groß-Groß-Cousin" Vinzenz Geiger mit. "Der Karl ist richtig gut drauf", sagte Kombinierer Vinzenz, der zusammen mit Skispringer Karl für einen denkwürdigen Tag im italienischen Val di Fiemme sorgte. Nie zuvor hatte es an einem Weltcup-Schauplatz einen "Geiger-Doppelsieg" innerhalb weniger Stunden gegeben.

Verwandschaft der Geigers "inzwischen verwässert"

"Das ist schon cool", sagte auch Karl Geiger, als der "Geiger-Zähler" am Samstag (11.01.2020) in nur dreieinhalb Stunden ein zweites Mal ausgeschlagen hatte. Erst bezwang Vinzenz den bislang so überragenden Norweger Jarl Magnus Riiber in einem packenden Foto-Finish, kurz darauf übernahm "Karle" erstmals in seiner Karriere die Führung im Gesamtweltcup. Am Sonntag (12.01.2020) baute er diese mit einem weiteren Sieg sogar noch aus.

Weil die beiden Sportarten nur selten an einem Ort ausgetragen werden, bot sich die seltene Gelegenheit zu einer Art Familien-Feier der beiden Oberstdorfer. Sogar doppelten Grund zur Party im "Val di Geiger" hatte Karl. Der Skisprung-Vizeweltmeister, dessen Verwandtschaft mit Vinzenz "über einige Ecken" besteht, nach eigenen Angaben aber "inzwischen verwässert" ist, holte den ersten Saisonsieg, auf den er so lange hatte warten müssen. Fünf Tage nach dem Ende der Vierschanzentournee, bei der er dreimal Zweiter geworden war, stand der 26-Jährige endlich ganz oben auf dem Podest. Die erstmalige Führung im Gesamtweltcup war das i-Tüpfelchen.

Vinzenz Geiger

Vinzenz Geiger feiert seinen Sieg in Val di Fiemme

Karl Geiger fühlt sich wohl in gelb

"Mehr geht nicht. Das ist etwas ganz Besonderes. Das gelbe Trikot werde ich auf jeden Fall behalten, das bekommt einen Spezialplatz", sagte Geiger, für den es nach Engelberg 2018 und Willingen 2019 die Siege drei und vier waren. Mit 819 Punkten überholte Geiger in der Gesamtwertung den schwächelnden Japaner Ryoyu Kobayashi (655 Punkte) und schlüpfte als erster DSV-Adler seit Richard Freitag im Februar 2018 ins gelbe Trikot. "Ich fühle mich sehr wohl darin", sagte Geiger, der als insgesamt neunter Deutscher nach Manfred Deckert, Jens Weißflog, Dieter Thoma, Andre Kiesewetter, Martin Schmitt, Sven Hannawald, Severin Freund und Freitag das begehrte Leibchen eroberte.

Riiber zu dominant für Vinzenz Geiger

Kurios: Auch Kombinierer Vinzenz Geiger holte am Samstag (11.01.2020) den dritten Weltcupsieg seiner Karriere. Im Gesamtweltcup kletterte der Deutsche durch seinen fünften Podestplatz in Folge mit 582 Punkten auf Rang zwei. Klar vorne bleibt aber Riiber mit 860 von 900 Zählern. Zumindest in dieser Statistik hinkt Vinzenz seinem entfernten Verwandten Karl also noch hinterher.

Thema in: Wintersport im Ersten, 12.01.2020, Ab 10.00 Uhr

red/dpa/sid | Stand: 13.01.2020, 17:00

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