Großes Leistungsgefälle bei den deutschen Skiadlern

Bundestrainer Stefan Horngacher

Weltcup

Großes Leistungsgefälle bei den deutschen Skiadlern

Während Karl Geiger sich konstant in Tournee-Form präsentiert, springt Markus Eisenbichler derzeit regelmäßig hinterher. Grund zur Sorge sieht der neue Bundestrainer Stefan Horngacher dennoch nicht.

Karl Geiger strahlte nach seinem starken Wochenende über das ganze Gesicht, Markus Eisenbichler war hingegen erneut frustrierter Zuschauer beim Schlagabtausch der Allerbesten: Drei Wochen vor der Vierschanzentournee klafften die Leistungen der deutschen Topskispringer auch im russischen Nischni Tagil weit auseinander.

Karl Geiger in Tournee-Form

Während Dreifach-Weltmeister Eisenbichler zweimal den Finaldurchgang verpasste, überzeugte Vizeweltmeister Geiger mit den Plätzen zwei und sechs. "Das war ein super Wochenende für mich. Mit den Ergebnissen bin ich mega happy", sagte Geiger. Vor allem der zweite Platz hinter Überraschungssieger Yukiya Sato am Samstag (07.12.) bewies einmal mehr, dass mit dem Bayern auch bei der Tournee zu rechnen ist. "Karl springt nach wie vor sehr gut, das passt", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher im ZDF.

24 Stunden später reichte es für Geiger beim ersten Saisonsieg des Österreichers Stefan Kraft immerhin zum sechsten Rang, damit war er im vierten Springen der Saison zum vierten Mal bester DSV-Adler. Verdienter Lohn ist der Sprung auf Rang drei im Gesamtweltcup.

Karl Geiger beim Weltcup im russischen Nischni Tagil

Karl Geiger beim Weltcup im russischen Nischni Tagil

Keine Pause für Eisenbichler geplant

Ein Rätsel bleibt aber Eisenbichler. Der Weltmeister landete in Russland auf den Rängen 31 und 36, an beiden Tagen verpasste er als einziger Deutscher den zweiten Durchgang. Beim Heim-Weltcup in Klingenthal am kommenden Wochenende wird der Bayer wohl dennoch zum Team gehören. "Es macht wenig Sinn, ihn rauszunehmen. Wir müssen mit ihm in Ruhe und ohne Stress arbeiten", sagte Horngacher.

Für Panik-Handlungen besteht indes auch kein Grund. Schon im vergangenen Winter, dem besten seiner Karriere, kam Eisenbichler nur langsam in Gang. Damals verbuchte er erst im siebten Springen seine erste einstellige Platzierung.

Markus Eisenbichler

Markus Eisenbichler

Eisenbichler meldet sich zu Wort

Dennoch ist die Krise des einstigen DSV-Vorfliegers nicht zu bestreiten: Eisenbichler blieb zum dritten Mal in den vier bisherigen Springen des Winter ohne Punkte. Er selbst äußerte sich am vergangenen Wochenende kaum zu seiner Leistung, seine enttäuschten Gesten im Auslauf sprachen hingegen Bände.

Am späten Sonntagabend (08.12.) gab es dann doch eine Meldung von Eisenbichler. In den sozialen Netzwerken fasste er sein Null-Punkte-Desaster nach den Plätzen 50, 23, 31 und 36 in sieben Worten kurz und knapp zusammen: "Nicht in Form, zurück an die Arbeit". Dazu stellte er ein Foto, auf dem er ziemlich bedröppelt guckt.

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Zweite Garde setzt Ausrufezeichen

Die zweite Reihe hinter Geiger, Eisenbichler und Co. bereitete Bundestrainer Horngacher richtig Freude: Constantin Schmid verbuchte am Sonntag als Siebter sogar das beste Ergebnis seiner Karriere. "Ich habe Weltklasse-Glück gehabt", meinte Schmid angesichts der Windlotterie rund um die Schanze Tramplin Stork. Auch Pius Paschke setzte mit Rang elf ein Ausrufezeichen. Der Vierschanzentournee-Dritte Stephan Leyhe sammelte auf den Plätzen zehn und 26 erstmals in diesem Winter Punkte. "Das war Balsam auf meine Seele", sagte der Willinger.

Horngacher zog daher auch ein positives Resümee. "Ich habe sehr viele gute Sprünge gesehen, bei allen geht es nach vorne. Wir können durchweg zufrieden sein", sagte der Österreicher. Alle bis auf Markus Eisenbichler.

Thema in: DLF Sport aktuell, 09.12.2019, 22:50 Uhr

ten/sid/dpa | Stand: 09.12.2019, 11:00

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