Geiger springt mit Rückenwind zum ersten Weltcupsieg

Karl Geiger freut sich über seinen ersten Weltcupsieg

Skisprung-Weltcup in Engelberg

Geiger springt mit Rückenwind zum ersten Weltcupsieg

Skispringer Karl Geiger hat in Engelberg die Weltelite düpiert und das Springen von der Großschanze gewonnen. Im DSV-Lager gab es neben viel Licht aber auch viel Schatten.

Der kräftige Rückenwind an der Gross-Titlis-Schanze hat die Prognosen für das Weltcupspringen in der Schweiz gehörig durcheinandergewirbelt. Weder der zuletzt unschlagbar scheinende Japaner Ryoyu Kobayashi noch Olympiasieger Kamil Stoch aus Polen oder die wiedererstarkten Norweger haben am Samstag (15.12.2018) die Konkurrenz in Engelberg gewonnen. Stattdessen setzte sich Karl Geiger mit Sprüngen auf 135 und 141 Metern durch und holte sich den ersten Weltcupsieg seiner Karriere. Die Plätze zwei und drei gingen an den Polen Piotr Zyla und den Österreicher Daniel Huber.

Geiger mit Tagesbestweite im zweiten Durchgang

Geiger gewann den Wettbewerb vor allem durch seinen genialen zweiten Sprung. Die 141 Meter bedeuteten Tagesbestweite und katapultierten ihn im Finale noch von Platz 5 nach vorn. "Das ist unbeschreiblich", strahlte Geiger im ZDF-Interview: "Ich bin einfach nur mega happy, dass mir der Wettkampf so gelungen ist." Auch Bundestrainer Werner Schuster zeigte sich nahezu überschwänglich: "Fantastisch, dass es für ihn so ausgegangen ist. Er hat es sich wirklich verdient, er ist ein Kämpfer. Er ist immer besser geworden." Geigers letzte Podestplatzierung ist fast drei Jahre her.

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Leyhe stark und Wellinger in den Top 15

Stephan Leyhe landete nach Sprüngen auf 135 und 135,5 Metter auf dem sechsten Platz. Nach dem ersten Durchgang schien noch mehr möglich, aber im Finaldurchgang schwächelte der Willinger etwas. Dennoch bilanzierte er: "Ich bin wieder in den Top sechs, ich bin mehr als zufrieden damit." Andreas Wellinger (131,5/130 Meter) kam auf Platz 14. "Das war ein Schritt nach vorn", meinte der Olympiasieger, auch wenn er ergänzte: "Ich tu mich mit der Einschätzung noch ein bisschen schwer."

Vier DSV-Adler bleiben im ersten Durchgang hängen

Die anderen Deutschen erlebten einen rabenschwarzen Tag und verpassten das Finale. Am dichtesten dran war noch Richard Freitag, dem nach einem Sprung auf 128 Meter nur 0,2 Punkte zum 30. Platz fehlte. Der Sachse war leicht gehandicapt in den Wettkampf gegangen, nachdem er in der Probe bei einer verunglückten Landung einen Griff in den Schnee artistisch verhinderte. Spekulationen über eine Verletzung trat Schuster entgegen. Das sei eher ein mentales Problem. Freitag habe einen Sicherheitssprung machen wollen, das habe nicht gereicht. Nun müsse man ihn wieder aufbauen.

David Siegel (Baiersbronn) landete auf Platz 44. Noch ärger erwischte es Markus Eisenbichler und Severin Freund auf den Rängen 48 und 50. Eisenbichler musste bei kräftigem Rückenwind "rudern", um den Flug stabil zu halten und landete bei 115,5 Meter. "Ich habe mich erschrocken, dass ich plötzlich keinen Ski mehr hatte. Ein bisschen musste ich auch lachen, weil ich so einen 'Kas' gemacht habe."

Der frühere Weltmeister Freund (Rastbüchl) sprang noch zwei Meter kürzer: "Ich war im Training viermal auf denselben Punkt gesprungen, da wollte ich mal was anderes probieren. Ich habe aber den Schlüssel nicht gefunden."

dko | Stand: 15.12.2018, 17:57

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