Faszination Skifliegen - weiter, immer weiter

Markus Eisenbichler

Skiflug-WM in Planica

Faszination Skifliegen - weiter, immer weiter

Es ist die Königsdisziplin für die Skispringer: das Skifliegen. Der Springer segelt für acht Sekunden in der Luft und landet nach weit über 200 Metern. Ab Donnerstag (10.12.2020) wird im slowenischen Planica der neue Skiflug-Weltmeister gesucht.

Planica ist der Geburtsort des Skifliegens. In den 1930er Jahren wurde dort die erste Skiflugschanze gebaut und ließ Sprünge bis zu 100 Metern zu. Der erste Springer, der über 100 Meter kam, war der Österreicher Josef Bradl. 1936 flog er ganze 101 Meter weit.

Das Skifliegen entwickelte sich die nächsten Jahrzehnte weiter, Flugschanzen wurden gebaut, unter anderem entstand in den 1950er Jahren die Skisprungschanze in Oberstdorf. Die erste WM fand 1972 in Planica statt. Der erste Weltmeister war Walter Steiner. Der Schweizer sicherte sich mit Sprüngen auf 155/158 Meter den Titel vor Heinz Wosipiwo aus der damaligen DDR. Die zweite WM im Jahr darauf in Oberstdorf brachte auch den ersten deutschen Weltmeister hervor: Hans Georg Aschenbach (damalige DDR) gewann die Goldmedaille.

Hannawald zweimaliger Weltmeister

Weitere deutsche Weltmeister folgten. 1983 siegte Klaus Oswald in Harrachov. 1990 gelang Dieter Thoma der Triumph in Vikersund. 2000 gewann Sven Hannawald ebendort die Goldmedaille. Der heutige ARD-Experte konnte seinen Titel zwei Jahre später in Harrachov sogar verteidigen. Severin Freund wurde 2014, auch in Harrachov, Weltmeister und ist damit bis dato der letzte deutsche Titelträger im Skifliegen.

Sven Hannawald

Wurde zweimal Weltmeister im Skifliegen: Sven Hannawald

Weiter, immer weiter

Bei Thomas Weltmeistertitel lag sein weitester Satz bei 171 Metern, zwölf Jahre später flog Hannawald bereits auf 202 Meter. Der erste Springer, dem ein 200-Meter-Flug gelang, war Andreas Goldberger. 1994 landete der Österreicher bei der WM in Planica bei 202 Metern. Weil er aber die Landung nicht richtig stehen konnte und in den Schnee griff, war der Versuch ungültig. Kurz darauf sprang der Finne Toni Nieminen 203 Meter. Da er seinen Sprung stand, gilt sein Flug als der erste "Zweihunderter". Während der Weltmeisterschaft folgten etliche weitere Sprünge, die die 200-Meter-Marke übertrafen. Der Norweger Espen Bredesen setzte mit 209 Metern damals die Bestmarke.

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Kraft mit weitestem gestandenen Sprung

Am weitesten ist bislang Stefan Kraft 2017 in Vikersund geflogen. Der Österreicher landete damals bei 253,5 Metern. Den deutschen Rekord hält Markus Eisenbichler mit 248 Metern. Die Rekorde werden jedoch vom Weltskiverband FIS nicht mehr offiziell anerkannt, um ein Wetteifern der Athleten um immer größere Weiten und gefährlichere Sprünge zu unterbinden.

red | Stand: 08.12.2020, 09:48

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