Geiger verpasst ersten Weltcupsieg im Skifliegen

Skifliegen - Karl Geiger verpasst am Kulm Podestplatz Sportschau 15.02.2020 01:11 Min. Verfügbar bis 15.02.2021 Das Erste

Weltcup am Kulm

Geiger verpasst ersten Weltcupsieg im Skifliegen

Von Wolfram Porr

Karl Geiger hat beim Weltcup in Bad Mitterndorf sein bestes Weltcup-Ergebnis im Skifliegen erreicht. Zum erhofften Podestplatz reichte es beim Sieg des Polen Piotr Zyla aber ganz knapp nicht.

Karl Geiger, der bislang einen siebten Platz als stärkstes Flug-Ergebnis auf dem Konto hatte, führte nach dem ersten Durchgang am Kulm, der drittgrößten Skiflugschanze der Welt, vor dem Weltcupführenden Stefan Kraft aus Österreich (224,5/214,5 Meter) und Zyla. Mit 230 Metern hatte der Oberstdorfer die Tageshöchstweite vorgelegt.

Doch hatte er beim ersten Sprung noch von den guten Bedingungen profitiert, hatte er im Finale nicht mehr ganz so viel Glück, kam nur noch auf 213 Meter und verlor sogar ganz knapp einen Platz auf dem Podest. Trotzdem war er mit Rang vier zufrieden.

0,1 Punkte fehlten ihm auf den drittplatzierten Gesamtweltcupführenden Stefan Kraft (Österreich), genau vier Punkte auf Sieger Piotr Zyla. Der Pole gewann den Wettbewerb mit Weiten auf 225,5 und 219,5 Meter und verwies den Überraschungszweiten Timi Zajc aus Slowenien (225 / 222,5 Meter) auf den zweiten Platz.

Geiger: "Ein Zehntel ist extrem schade"

"Sein Flugsystem war nicht ganz optimal. Aber ich bin sehr zufrieden mit ihm", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher zur Leistung von Karl Geiger im ZDF. Geiger selbst trauerte dem Podestplatz ein bisschen nach: "Ein Zehntel ist extrem schade. Insgesamt war es aber ein guter Wettkampf. Den zweiten hab ich nicht ganz erwischt. Aber so kann es weitergehen."

Zweitbester Deutscher hinter Geiger war Youngster Constantin Schmid (Oberaudorf). Nach guten 212,5 Metern im ersten Durchgang konnte er diese Leistung im Finale nicht ganz bestätigen. Mit 211 Metern hielt Schmid, der zum ersten Mal am Kulm an den Start ging, seinen siebten Platz nicht und wurde am Ende 13..

Stephan Leyhe: Mit jedem Sprung ein bisschen besser

Stephan Leyhe, der in seiner Heimatstadt am vergangenen Wochenende seinen ersten Weltcupsieg gefeiert hatte, hatte sich zwei Dinge vorgenommen: Flugspaß haben und seine persönliche Bestmarke im Skifliegen verbessern: Beides gelang, auch wenn es in der Endabrechnung "nur" zu Rang 15 reichte. Nach durchschnittlichen 208 Metern im ersten Durchgang, als Leyhe auch keine saubere Telemarklandung hinbekam und entsprechende Abzüge bei den Noten hinnehmen musste, legte der Willinger im zweiten Durchgang 226,5 Meter nach. Damit überholte er u.a. seinen Teamkollegen Pius Paschke, der mit zwei sehr soliden Sprüngen auf 204 und 215,5 Meter auf den 18. Rang kam.

"Ich brauche immer zwei, drei Sprünge, um mich richtig über die Kante zu trauen", erklärte Leyhe im ZDF die Tatsache, dass er nicht sofort eine Topweite zeigen, sich aber Sprung um Sprung verbessern konnte: "Allerdings fehlt mir noch ein bisschen das Vertrauen, dass ich vorne bleibe."

Eisenbichler unzufrieden mit Rang 28

Für Markus Eisenbichler, mit 248 Metern immer noch deutscher Rekordhalter im Skifliegen, lief es dagegen nicht wie gewünscht: Im ersten Durchgang kam der Siegsdorfer mit Mühe auf 201 Meter, konnte einen Absturz aber nur gerade so vermeiden. Möglicherweise wollte er zu viel, ging zu sehr in Vorlage, was bei dem wechselnden Wind keine gute Idee war. Im zweiten Durchgang sprang "Eisei" dann auf 201 Meter - wieder gelang ihm kein fehlerfreier Sprung, und so beendete ein enttäuschter Weltmeister den Wettkampf auf Platz 28.

Prevc, Ammann und Schlierenzauer scheitern

Alle fünf Deutschen hatten sich für das Finale qualifiziert. Das gelang aber nicht allen: Drei der besten Skiflieger der Geschichte verabschiedeten sich in Durchgang eins: Der Schweizer Simon Amman, Weltmeister von 2010, kam auf Platz 31. Peter Prevc (Slowenien), Weltmeister von 2016 und mit 244,0 Metern Schanzenrekordler in Bad Mitterndorf wurde 33.. Gregor Schlierenzauer (Österreich), Weltmeister von 2008 und Rekordsieger am Kulm, landete auf Rang 40.

Thema in: B5 aktuell, Sportnachrichten immer fünf Minuten vor der vollen Stunde

Stand: 15.02.2020, 13:07

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