Wieder kein Podest für deutsche Skispringer beim Heim-Weltcup

Markus Eisenbichler beim Weltcup in Titisee-Neustadt

Weltcup in Titisee-Neustadt

Wieder kein Podest für deutsche Skispringer beim Heim-Weltcup

Ein Podestplatz und sogar der Sieg waren für Markus Eisenbichler in Titisee-Neustadt in Reichweite. Doch eine verwackelte Landung im zweiten Sprung bescherte ihm bei der Siegerehrung nur die Zuschauerrolle.

"Kruzifix", rief Markus Eisenbichler nach seinem zweiten Sprung in die TV-Kamera. Wie schon am Vortag musste sich der Dreifach-Weltmeister beim Heim-Weltcup in Titisee-Neustadt mit dem vierten Platz zufriedengeben.

Dabei lag er zu Halbzeit noch auf Rang drei. Doch im zweiten Sprung passte das System nicht ganz, dazu wackelte er bei 135,5 Metern bei der Landung und vergab so die entscheidenden Punkte auf Stefan Kraft. Der Österreicher schob sich noch um 2,6 Punkte an Eisenbichler vorbei auf das Treppchen.

Der Sieg bei erneut wechselhaften Bedingungen auf der Hochfirstschanze im Schwarzwald ging an Halvor Egner Granerud (140 m/138 m). Hinter dem Weltcupführenden aus Norwegen landete dessen Landsmann Daniel Andre Tande (138,5 m/138 m).

Markus Eisenbichler nennt seinen vierten Platz "selbstverschuldet" Sportschau 10.01.2021 02:54 Min. Verfügbar bis 10.01.2022 Das Erste

Bundestrainer Horngacher: "Wieder knapp für Markus"

Bundestrainer Stefan Horngacher war im Anschluss zufrieden, gerade mit Blick auf das abgespulte Pensum: "Es war wieder knapp heute für Markus. Wir waren jetzt lange unterwegs, und die Jungs haben sich gut geschlagen. Jetzt brauchen wir mal ein paar Tage Ruhe, um uns für die nächsten Wochen gut vorzubereiten."

Bundestrainer Stefan Horngacher

Bundestrainer Stefan Horngacher

Die zurückliegende Zeit mit der Vierschanzentournee bezeichnete er als "hochintensiv", nicht nur für die Aktiven: "Da prasseln sehr viele Dinge auch auf die Trainer und Betreuer ein. Wir haben es aber gut hinbekommen. Es ist noch nicht ganz so, wie wir uns das vorstellen, aber wir werden weiterarbeiten, um die Jungs wieder ganz nach vorne zu bekommen", erklärte Horngacher im ZDF.

Geiger wieder verbessert

Karl Geiger hatte die Schanze im Vergleich zu den Vortagen deutlich besser im Griff und konnte beim Absprung mehr Kraft übertragen. Die Belohnung waren 134 Meter im ersten Durchgang. Auch der zweite Sprung war bei starkem Rückenwind mit 130,5 Meter sehr ordentlich. Damit verlor er noch eine Position und rutschte als Elfter aus den Top 10.

"Ich tue mich hier immer noch schwer, da brauchen wir nicht drum herumzureden. Aber es war deutlich besser als gestern, das zählt. Der Schritt ging in die richtige Richtung", erklärte der Skiflug-Weltmeister im Anschluss.

Einen Platz hinter Geiger landete Pius Paschke. Der Münchner konnte einmal mehr mit zwei soliden Sprüngen (130 m/133 m) überzeugen und sicherte sich eine weitere Platzierung im vorderen Mittelfeld bei einem Weltcup.

Freund hat wieder Spaß beim Springen

Severin Freund schaffte im ersten Durchgang mit 131,5 Metern als 15. ebenfalls locker die Qualifikation für einen zweiten Sprung und war mit seiner Leistung zufrieden. Diese konnte er aber im Finale nicht bestätigen, baute direkt nach dem Absprung einen Skifehler ein und fiel nach 126 Metern noch auf Rang 24 zurück.

"Es ist ein bisschen schade, weil ich mir dadurch ein gutes Ergebnis kaputtgemacht habe. Der Sprung war zu früh. Die Ausgangslage war gut. Aber es hilft nichts - weitermachen", lautete das Fazit des ehemaligen Gesamtweltcup-Siegers.

Müder Stoch mit schwachen Sprüngen

Kamil Stoch, der die jüngsten drei Springen und damit auch die Vierschanzentournee gewinnen konnte, zeigte diesmal Schwächen. Im ersten Durchgang kam er bei Rückenwind nicht über 123,5 Meter und Position 25. Mit seinem zweiten Sprung (131 m) konnte er zumindest noch ein paar Plätze gutmachen und wurde im Abschlussklassement 17.

Aufnahme von Kamil Stochs Sprung.

Kamil Stoch triumphiert beim Springen in Titisee-Neustadt

"Es war schon schwierig heute. Der Körper wollte, aber der Kopf nicht richtig. Beide Sprünge waren sehr spät, so war nicht mehr viel möglich. Ich bin auch etwas müde nach den letzten zwei Wochen und will nun etwas ausspannen", erklärte der Tournee-Sieger seine Leistung.

Hamann vom Winde verweht

Constantin Schmid verpasste als einer von zwei deutschen Springern das Finale der besten 30. Eine unruhige Anfahrt und Fehler im Übergang zur Flugphase sorgten für eine verfrühte Landung bei 124,5 Meter. So musste er lange um den Einzug in den zweiten Durchgang zittern, verpasste ihn schließlich aber um zwei Plätze.

Auch für Martin Hamann war das zweite Springen im Schwarzwald eines zum Vergessen. War er am Samstag als 14. noch zweitbester Deutscher hinter Eisenbichler, erwischte er am Sonntag eine Rückenwindphase. Die zahlreichen Bonuspunkte konnten die 118 Meter aber nicht kompensieren. Er schied wie Schmid nach nur einem Durchgang aus.

rho | Stand: 10.01.2021, 18:23

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