DSV-Adler springen im Team auf Platz zwei

Richard Freitag beim Teamspringen in Willingen am 15.02.2019

Weltcup in Willingen

DSV-Adler springen im Team auf Platz zwei

Polens Skispringer haben den Teamwettbewerb auf der Großschanze in Willingen gewonnen. Dahinter belegte das deutsche Team Platz zwei, und ein Sorgenkind des DSV meldete sich eindrucksvoll zurück. In der anschließende Qualifikation für die Einzelspringen am Wochenende untermauerte dann Markus Eisenbichler seine momentane Spitzenstellung unter den DSV-Adlern.

Mit einer Steigerung im zweiten Durchgang haben Karl Geiger, Richard Freitag, Markus Eisenbichler und Stephan Leyhe im Teamspringen von Willingen den zweiten Platz belegt. Am Sieg von Polen war am Freitag (15.02.2019) nicht zu rütteln. Auf der 145-Meter-Schanze leistete sich das Quartett um Olympiasieger Kamil Stoch nicht einmal den Anflug einer Schwäche und gewann überlegen mit fast 80 Punkten Vorsprung. Platz drei sicherte sich Slowenien mit einem Rückstand von 26 Punkten auf die zweitplatzierte deutsche Mannschaft.

Holpriger erster Durchgang und Platz vier

Nach dem ersten Durchgang hatte das deutsche Team noch auf Platz vier gelegen. Werner Schuster war deshalb auch nicht ganz zufrieden. "Es ist nicht sonderlich losgegangen", sagte Schuster bei Halbzeit im ZDF. Die ersten beiden (Geiger und Freitag) hätten nicht die Bedingungen gehabt, die anderen beiden (Eisenbichler und Leyhe) nicht die passenden Sprünge. Vor allem Deutschlands Bester, Markus Eisenbichler, enttäuschte mit nur 115 Meter, der Siegsdorfer hatte aber auch mit extrem schwierigen Windverhältnissen zu kämpfen.

Freitag mit Bestweite im zweiten Durchgang

In Durchgang zwei schob schon Geiger das deutsche Team mit einem Sprung auf 132 Meter an Position zwei. Danach jubelte Freitag über 141,5 Meter und baute den Vorsprung nach hinten weiter aus. Lediglich eine etwas hingekachelte Landung trübte den hervorragenden Eindruck. Eisenbichler hatte wieder mit dem Wind zu kämpfen, rettete sich aber auf respektable 132 Meter und gab Schlusspringer Stephan Leyhe ein beruhigendes Polster auf Platz drei mit. Der Willinger ließ dann nichts mehr anbrennen und sicherte auf seiner Heimschanze Platz zwei mit 132,5 Meter ab.   

Schuster: Richard ein Lichtblick

Werner Schuster redet auf Richard Freitag ein - beim Teamspringen in Willingen am 15.02.2019

Der Trainer und sein Sorgenkind: Werner Schuster redet mit Richard Freitag

Nach dem Springen trat Schuster etwas auf die Euphoriebremse: "Ich würde heute keinen Springer herausheben", sagte er im ZDF: "Das war ein Teamwettbewerb, und da waren wir solide. Einige Teams waren hier nicht auf der Höhe, das waren nur die Polen. Wir hatten jetzt vier Teamspringen in dieser Saison und waren in jedem auf dem Podest. Jetzt müssen wir schauen, dass wir das zur WM rüberbringen." Dann fügte er über eines seiner Sorgenkinder aber dennoch hinzu: "Der Richard war ein Lichtblick."

WM-Nominierung am Sonntagabend

Das Springen war der Ersatz für den am 8. Dezember in Titisee-Neustadt ausgefallenen Wettbewerb. Schuster hatte das Team erst unmittelbar vor dem ersten Durchgang aufgestellt. Nach einem Trainingsdurchgang am Nachmittag nominierte Schuster neben den gesetzten Geiger, Eisenbichler und Leyhe auch Freitag und entschied sich gegen Skisprung-Olympiasieger Andreas Wellinger. Der 23 Jahre alte Bayer ist weiter auf der Suche nach seiner Form. Schuster will Sonntagabend über die Nominierung entscheiden.

Eisenbichler gewinnt Qualifikation

Unmittelbar nach dem Teamwettbewerb fand noch die Qualifikation für die Einzelspringen am Samstag und Sonntag statt. Neben dem Teamquartett und Wellinger nahmen auch Constantin Schmid und Martin Haman teil. Alle sieben qualifizierten sich für die Wettbewerbe.

Den Sieg sicherte sich Markus Eisenbichler, der praktisch als Wiedergutmachtung einen Sprung auf 146 Meter landete und dafür 164,1 Punkte bekam. "In der Quali hat es sich super angefühlt, ich kann mich nicht beschweren", sagte Eisenbichler. Durch den Qualifikationssieg übernahm Eisenbichler auch die Führung in der Wertung des so genannten "Willingen Five". Gewertet werden dafür der Qualifikationsdurchgang am Freitag und jeweils beide Durchgänge in den Einzelspringen am Samstag und Sonntag. Karl Geiger wurde mit 141 Metern Sechster. Lokalmatador Stephan Leyhe landete auf dem 15. Platz. Olympiasieger Andreas Wellinger zeigte mit 125 Metern leicht aufsteigende Form und wurde 23.

Thema in: Rundschau, BR Fernsehen, 15.02.2019, 18.30 Uhr

Stand: 15.02.2019, 16:32

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