Eisenbichler, Leyhe und Co.: So waren die DSV-Adler in Form

Eisenbichler, Leyhe und Co.: So waren die DSV-Adler in Form

Der erste Saison-Höhepunkt liegt hinter den Skispringern - da geht der Blick schon zum nächsten Event. In Seefeld geht es im Februar um WM-Medaillen. Wir nehmen die DSV-Adler nach der Tournee unter die Lupe und machen den Formcheck.

Markus Eisenbichler

Markus Eisenbichler (27/Siegsdorf): Auf den ersten Einzelsieg muss der Siegsdorfer auch nach der Vierschanzentournee warten, doch er war ganz dicht dran und überraschte als Gesamt-Zweiter. "Eisei" brachte seine PS endlich in die Spur, wurde Zweiter in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen und war lange der einzige Konkurrent von Überflieger Ryoyu Kobayashi. In Bischofshofen gewann er die ersten drei Durchgänge (Training, Qualifikation, erster Durchgang), doch der letzte Sprung misslang. Fünfter, aber in der Gesamtwertung Zweiter und damit einer der Mitfavoriten bei der WM.

Markus Eisenbichler (27/Siegsdorf): Auf den ersten Einzelsieg muss der Siegsdorfer auch nach der Vierschanzentournee warten, doch er war ganz dicht dran und überraschte als Gesamt-Zweiter. "Eisei" brachte seine PS endlich in die Spur, wurde Zweiter in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen und war lange der einzige Konkurrent von Überflieger Ryoyu Kobayashi. In Bischofshofen gewann er die ersten drei Durchgänge (Training, Qualifikation, erster Durchgang), doch der letzte Sprung misslang. Fünfter, aber in der Gesamtwertung Zweiter und damit einer der Mitfavoriten bei der WM.

Stephan Leyhe (27/Willingen): Der stille Hesse hat sich von Springen zu Springen gesteigert. Vor dem Abschlussspringen in Bischofshofen lag er auf dem fünften Platz in der Gesamtwertung. Das Podium war in Reichweite und Leyhe schaffte es tatsächlich. Als Andreas Stjernen und Kamil Stoch patzten, war der Willinger einen Tag nach seinem 27. Geburtstag da und bescherte dem DSV ein Doppel-Podest. In der Einzelwertung schien Platz vier für Leyhe einbetoniert, doch das war nur ein kleiner Mangel einer starken Tournee. Heimlich, still und leise auf das WM-Podest - durchaus möglich!

Karl Geiger (25/Oberstdorf): Der stärkste Deutsche vor der Tournee. Immer in den Top 10, in Engelberg sogar ganz vorn. Doch ausgerechnet beim ersten Jahres-Höhepunkt schwächelt er. Nur im letzten Springen in Bischofshofen taucht er als Zehnter in den Top Ten auf. In der Gesamtwertung wird er wie im Vorjahr Elfter. Geiger war als großer Hoffnungsträger angereist, doch die Last war zu groß. Er wollte gute Platzierungen erzwingen und verkrampfte dabei. Mit Blick auf die Zukunft sagt Trainer Schuster: "Er wird noch sehr wertvoll sein in dieser Saison. Irgendwas wird für den Karl noch reserviert sein."

Richard Freitag (27/Aue): Die Nachwehen seines Sturzes bei der Tournee im Vorjahr waren bei Freitag immer noch spürbar. Der Sachse wirkte auch während der Tournee seelisch angeknockt. Als er ausgerechnet in Innsbruck - dort wo 2018 nach dem Crash seine Gesamtsiegträume platzten - mit Platz acht auftrumpfte, schien der "alte" Freitag zurück. In Bischofshofen legte er mit einem starken Qualisprung auf 142 Meter nach. Die beiden Wettkampfsprünge waren dann 20 Meter kürzer und reichten nur zu Platz 27. Findet er in den kommenden sechs Wochen die Lockerheit und Selbstsicherheit zurück, ist in Seefeld mit ihm zu rechnen.

Andreas Wellinger (23/Ruhpolding): Der Olympiasieger und Vorjahreszweite ist nach schwachen Weltcup-Ergebnissen bei der Tournee abgestürzt. Das Drama begann schon beim ersten Sprung in Oberstdorf. Nach einem verkorksten Sprung stürzte er auch noch im Auslauf und verpasste als 39. das Finale. Auch in Garmisch-Partenkirchen  musste er das Finale der Besten als Zuschauer verfolgen. Auf den Schanzen in Österreich lief es dann etwas besser, ein Top-Ergebnis konnte der Bayer nicht verbuchen. Am Ende stand Platz 31 in der Gesamtwertung. Leichtigkeit und Lockerheit sind nach Olympia flöten gegangen. "Er muss jetzt kleine Brötchen backen, da ist jeder Top-15- oder Top-10-Platz ein Erfolg", weiß Bundestrainer Schuster. Dass er bis zur WM die Kurve bekommt, scheint unwahrscheinlich.

Severin Freund (30/Rastbüchl): Der Weg zurück ist steiniger als gedacht. Nach zwei Kreuzbandrissen ist der Routinier in der Weltelite noch nicht konkurrenzfähig. In Oberstdorf und auch in Garmisch verpasste er den Einzug ins Finale. Rang 36 beim Auftakt, Platz 41 dann beim Neujahrsspringen. Danach wurde er aus dem Wettbewerb genommen. Stattdessen ging es für ihn im zweitklassigen Continental-Cup weiter. Im sächsischen Klingenthal sammelte der Weltmeister von 2015 Wettkampfpraxis. Die Ergebnisse - Platz sieben und 16 - waren allerdings ernüchternd.

David Siegel (22/Baiersbronn): Der Nachwuchsspringer beendete seine erste "komplette" Vierschanzen-Tournee als 22. und war eine der positiven Entdeckungen. In der Qualifikation von Oberstdorf war Siegel mit 138 Metern als Siebter bester Deutscher. Diese Leistung trug den 22-Jährigen (fast) durch die gesamte Tournee. Nach zwei 17. Plätzen zum Auftakt landete er in Innsbruck auf Platz 27. In Bischofshofen verpasste er den zweiten Durchgang, hinterließ dennoch einen guten Eindruck.

Constantin Schmid (19/WSV Oberaudorf): Schmid nahm den Platz von Freund im Kader ein und erlebte seine zweite komplette Vierschanzen-Tournee. Als 23. der Gesamtwertung zahlte er das Vertrauen zurück. Lediglich in Innsbruck verpasste er den Finaldurchgang. Nach Platz 24 zum Auftakt und Rang 29 in Garmisch-Partenkirchen schaffte er es als 19. in Bischofshofen noch einmal in die Top 20.

Das sagt Werner Schuster (Bundestrainer): "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bis zur WM eine wirklich sehr schlagkräftige Truppe an den Start bringen werden. Da wollen wir wieder Medaillen machen."

Stand: 07.01.2019, 11:08 Uhr

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