Österreichs Skispringer in Corona-Quarantäne - DSV-Adler "sauber"

Andreas Widhölzl

Weltcup in Ruka

Österreichs Skispringer in Corona-Quarantäne - DSV-Adler "sauber"

Die Corona-Pandemie hat den Skisprung-Weltcup schon nach dem Auftakt in Wisla erreicht: Nach drei positiven Fällen müssen die Springer aus Österreich in Quarantäne. Betroffen ist auch der Trainer.

Andreas Widhölzl hatte am Samstag (21.11.2020) nach dem Weltcup-Sieg im Teamspringen in Wisla noch in die Kameras gelächelt. Wenige Tage später verging dem neuen Cheftrainer der österreichischen Skispringer die gute Laune.

Österreich mit B-Kader nach Finnland

Wie Österreichs Verband ÖSV am Mittwoch (25.11.2020) mitteilte, sind Widhölzl sowie Gregor Schlierenzauer und dessen Teamkollege Philipp Aschenwald positiv auf Covid-19 getestet worden. Widhölzl und Schlierenzauer hätten leichte Symptome, so der ÖSV.

Drei Corona-Fälle im Skisprung-Team der Österreicher

Sportschau 25.11.2020 01:01 Min. Verfügbar bis 25.11.2021 ARD Von Thorsten vom Wege


Als Reaktion darauf zog der ÖSV sein Team für die Springen am Wochenende im finnischen Kuusamo zurück und wird mit dem B-Kader antreten. Die positiv Getesteten sowie der Rest des A-Kaders hat sich in Quarantäne begeben.

Chaos-Winter droht

Gleich zu Beginn der Saison trifft das Coronavirus die Flugkünstler mit voller Wucht. Gerade in einer Sportart, in der wenige Nationen die Siege unter sich ausmachen, wirkt sich der Ausfall einer gesamten Mannschaft gravierend auf die Wettkämpfe aus. In Polen gewannen die Österreicher am Samstag den Teamwettbewerb, tags darauf sicherte sich Daniel Huber hinter Markus Eisenbichler und Karl Geiger den dritten Platz. Anders als beim Fußball, Handball oder Basketball können im Falle einer Teamquarantäne nicht einfach Wettkämpfe abgesagt und irgendwann nachgeholt werden. Die Chance auf Weltcuppunkte in Ruka ist für die besten Österreicher futsch.

Gregor Schlierenzauer

Gregor Schlierenzauer wurde positiv auf Corona getestet.

Skiflug-WM im Fokus

Die Österreicher prüfen nun, ob Athleten, die keine Symptome zeigen und negativ getestet werden, zur dritten Weltcup-Station nach Russland fliegen. Mario Stecher, der sportliche Leiter Skispringen und Nordische Kombination, betonte, dass auf der Skiflug-Weltmeisterschaft in Slowenien in drei Wochen das Hauptaugenmerk liege.

Entwarnung: Deutsche Springer negativ getestet

Die deutschen Skispringer um Auftaktsieger Markus Eisenbichler, die in Wisla in direktem Kontakt mit den Österreichern waren, gaben indes Entwarnung. "Auf uns hat das keine Auswirkungen, wir sind alle sauber. Die Jungs sitzen am Flughafen und warten auf die Maschine nach Finnland", sagte DSV-Sprecher Ralph Eder.

Demnach seien die deutschen Springer sowohl in Wisla wie auch beim Treffpunkt für die Reise nach Kuusamo negativ getestet worden. In Kuusamo stehen nach der Ankunft die nächsten Tests an. "Wir versuchen, das Risko so gering wie möglich zu halten und sauber durch den Winter zu kommen", so Eder.

Bundestrainer Stefan Horngacher, ein Österreicher in Diensten des DSV, glaubt nicht, dass der Corona-Fall eine Eintagsfliege bleibt. "Ich hoffe, dass diese Situation nicht öfter eintritt, wobei man leider damit rechnen muss." Es ist immer wünschenswert, gegen die beste Konkurrenz zu springen, so Horngacher.

Die Analyse des Team-Skispringens mit Sven Hannawald Sportschau 21.11.2020 05:52 Min. Verfügbar bis 21.11.2021 Das Erste

sst/sid | Stand: 25.11.2020, 11:46

Skispringen | Weltcupstand Herren

NameP
1.Halvor Egner Granerud948
2.Markus Eisenbichler684
3.Kamil Stoch622
4.Dawid Kubacki473
5.Piotr Zyla469
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