Baumanns Silber beflügelt die alpinen Männer

Baumann über den Gewinn der Silbermedaille: "Ein einmaliges Gefühl" Sportschau 12.02.2021 08:45 Min. Verfügbar bis 12.02.2022 Das Erste

Speedteam im Aufwind

Baumanns Silber beflügelt die alpinen Männer

Von Bernd Eberwein

Das deutsche Männer-Speedteam präsentiert sich schon die gesamte Saison über stark, nur Podestplätze blieben aus. Romed Baumanns WM-Silber im Super-G sorgt für zusätzlichen Schub, eine Medaille in der Abfahrt könnte für Thomas Dreßen und Co. drin sein.

"Es fühlt sich super an", sagt Romed Baumann und blickt dabei an sich herab, wo die WM-Silbermedaille vom Super-G vor der Brust baumelt: "Einmalig". Der Tiroler, der seit 2019 für den Deutschen Skiverband (DSV) startet, hat mit dem Podestplatz im ersten Männerrennen der WM gleich für eine Erlösung gesorgt.

Man merkt den Speedherren an, dass sie die Königsdisziplin, die Abfahrt am Sonntag (14.02.2020), nun mit einer ganz unerwarteten Lockerheit angehen können. Dass Baumann nebenbei noch Historisches glückte – er ist der erste Skirennläufer der Nachkriegszeit, der für zwei Länder eine WM-Medaille gewann – nimmt er mit einem Schmunzeln: "Das ist ganz amüsant", sagt der 35-Jährige im ARD-Interview.

In Bestform passend zur WM

Wichtiger ist, dass Baumann, stellvertretend fürs deutsche Team, gezeigt hat, dass die deutschen Speedherren punktgenau zur WM voll in der Weltspitze mitfahren können. Und das auch noch in einem außergewöhnlichen Rennen. "Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in letzter Zeit schon einmal einen so schweren Super-G angeschaut habe", sagt Thomas Dreßen, der in der Abfahrt sein Comeback nach Verletzungspause geben will.

Nicht nur für ihn bringt Baumanns Silber zusätzliche Motivation. "Natürlich gibt das einen Schub und den versuche ich mitzunehmen", sagte Andreas Sander, starker Neunter im Super-G.

Und Wolfgang Maier, DSV-Alpindirektor und stets der kritische Geist im Team, wirkte ungewohnt gelöst: "Die deutschen Erwartungen sind ja nicht so, dass man sich mit Platz fünf zufrieden gibt, ich habe das lang genug mitgemacht", sagte er nach Baumanns Coup: "Aber egal, wie diese WM jetzt ausgeht: Wir fahren mit einer Medaille und mit einer kleinen Sensation nach Hause." Zwei Medaillen hatte er vor der WM als "Soll" definiert, die Häfte ist schon nach dem ersten Renntag fix.

Das beste Team aller Zeiten?

Was die deutschen Speedherren schon vor der WM so stark gemacht hat, ist die Geschlossenheit der Mannschaft. "Je erfolgreicher das Team als Ganzes ist, desto erfolgreicher ist der Einzelne, wenn man sich da gegenseitig pusht", sagt Dreßen. Neid? Missgunst? Fehlanzeige.

Volle Konzentration auf die Abfahrt

Dank des WM-Auftakts mit Silber hat es nun anscheinend noch einmal zusätzlich "Klick" gemacht. Gemeinsam geht der Blick auf den Höhepunkt am Sonntag. "Der Fokus ist ganz klar auf die Abfahrt gesetzt", sagt Baumann.

DSV-Team stark im ersten Training

Im ersten Abfahrtstraining am Freitag (12.02.2021) deuteten Baumann und Co. schon mal an, dass sie auch am Sonntag eine Medaille holen wollen. Thomas Dreßen präsentierte sich absolut konkurrenzfähig, das Highlight bescherte aber ein ganz anderer aus dem Team: Simon Jocher sorgte ganz locker für die zweitbeste Zeit und ein nächstes Ausrufezeichen der DSV-Truppe bei dieser WM. Das deutsche Speedteam ist bereit, in der Abfahrt für die nächste Überraschung zu sorgen.

br/dpa | Stand: 12.02.2021, 12:10

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