Alpin-Chef Maier sieht neue Sterne am DSV-Himmel aufgehen

Marlene Schmotz

Nachfolgerin für Viktoria Rebensburg gesucht

Alpin-Chef Maier sieht neue Sterne am DSV-Himmel aufgehen

Von Margot Lamparter

Bislang konnten sich die DSV-Athletinnen auf Frontfrau Viktoria Rebensburg verlassen. Eine Fahrerin, die jetzt in den Mittelpunkt rücken kann, hat der DSV aktuell nicht. Aber "die kriegen wir", sagt Sportdirektor Wolfgang Maier.

Auf den Pisten in Sölden liegt Neuschnee, und das verspricht für Samstag (10 und 13 Uhr im sportschau.de-Liveticker) gute Bedingungen für den Start in die Saison eins nach dem Rücktritt von Olympia-Siegerin Viktoria Rebensburg. Sie hatte in ihrem letzten Rennen mit einem Abfahrtssieg ihre besondere Klasse noch einmal aufblitzen lassen.

Jetzt wird eine neue Frontfrau gesucht. Eine namentlich bekannte Fahrerin, die in den Mittelpunkt rücken kann, hat der Deutschen Skiverband (DSV) aber noch nicht. "Das ist richtig, aber die kriegen wir", glaubt Wolfgang Maier. Die neuen Hoffnungsträgerinnen um Marlene Schmotz (SC Leitzachtal), Lena Dürr (SV Germering) und Kira Weidle (SC Starnberg) spielen international noch keine große Rolle: "Mag sein, dass das jetzt bei diesem Rennen und bei dem einen oder anderen so ist. Aber in die Zukunft gesehen, spielen wir wieder eine Rolle", glaubt der DSV-Sportdirektor.

Maier hält Top-Fünf-Platzierungen für möglich

Maier ist optimistisch, dass man in den nächsten zwei Jahren auch im Frauenteam "wieder konkurrenzfähig für die Top-Platzierungen" sein wird. Gesucht werde dabei keine Mikaela Shiffrin, denn die habe man nicht. "Aber wir werden sehen, dass wir in den meisten Disziplinen auch wieder ganz vorne, also sprich unter den besten fünf mitfahren können."

Das Potenzial sieht Maier "bei den jüngeren Jahrgängen, also von 2000 aufwärts". Das sei eine Generation, "mit denen haben wir wirklich eine realistische Chance, wieder im absoluten Topbereich präsent zu sein." Schon in der vergangenen Saison hatte Frauen-Cheftrainer Jürgen Graller die Nachwuchsfahrerinnen Fabiana Dorigo (TSV 1860 München), Leonie Flötgen (SC Starnberg), Martina Ostler (SC Garmisch), Carina Stuffer (WSV Samerberg) und Martina Willibald (SSC Jachenau) zum ersten Mal im Weltcup eingesetzt.

Maier will erste Standortbestimmung nicht überbewerten

Die Piste auf dem Rettenbachferner in Sölden ist aber zunächst für Lena Dürr, Jessica Hilzinger, Andrea Filser und Lisa Loipetssperger eine erste Standortbestimmung. "Die muss man werten können. Das werden wir auch tun. Aber man darf sie nicht überbewerten." Eine genaue Standortbestimmung ist ohnehin noch recht schwierig, da sich die Teams mehr isolieren mussten als in den vergangenen Jahren.

Große Erwartungen an das erste Rennen gibt es ohne Rebensburg dann auch nicht: "Vicky war ein Garant in Sölden", so Maier. Auch die Riesenslalomspezialistin Marlene Schmotz ist nach einem Kreuzbandriss nicht wieder einsatzbereit. Deshalb sei man, bis auf die erfahrene Lena Dürr, mit einer sehr jungen Mannschaft am Start. Die Läuferinnen gehen dann aber erst von Startnummer 30 aufwärts ins Rennen. Deshalb ist das Ziel, "dass wir das Finale erreichen."

Von Weidle kann man Top-Ten-Platzierungen erwarten

Rebensburg sei bei den Frauen das "Schutzschild" gewesen, so wie es Felix Neureuther oft bei den Männern war. Nach dessen Rücktritt wurde auch der Untergang des Männerteams vorhergesagt. "Peng, dann kommt der Thomas Dreßen", sagt Maier. Und es entwickelte sich eine Abfahrts-Crew, die für extrem gute Ergebnisse sorgt.

Von Kira Weidle, die 2018 in Lake Louise zum ersten Mal auf dem Weltcup-Podium stand, könne man in der Abfahrt und im Super-G durchaus auch Top-Ten-Platzierungen erwarten. Maier will Weidle aber nicht die "hohe Bürde auflegen, als müsse sie jetzt die deutsche Fahne oder den deutschen Skisport retten." Sie solle einfach mal fahren: "Wenn sie wirklich so gut ist, wie wir sie einschätzen, haben wir eine Win-Win-Strategie: für sie als Sportlerin und für uns als Verband."

"Sehr große Fußstapfen" - Neureuther über die Rebensburg-Nachfolgerinnen Sportschau 15.10.2020 00:28 Min. Verfügbar bis 15.10.2021 Das Erste

BR/red | Stand: 14.10.2020, 15:24

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