"Gute Show" - Shiffrin begrüßt neue Konkurrenz

Mikaela Shiffrin umarmt Alice Robinson

Weltcupauftakt der Alpinfrauen

"Gute Show" - Shiffrin begrüßt neue Konkurrenz

Von Wolfram Porr

Der Überraschungssieg der jungen Neuseeländerin Alice Robinson beim Weltcup-Riesenslalom in Sölden wirkt auch Tage später noch nach. Auch für die geschlagene Mikaela Shiffrin kommt die neue Konkurrenz gelegen.

Mikaela Shiffrin nahm ihren zweiten Platz beim Weltcupauftakt betont sportlich: "Natürlich ist es erstmal enttäuschend, wenn du nach dem ersten Durchgang geführt hast und im Ziel dann das rote Licht aufleuchtet", sagte die dreimalige Gesamtweltcupsiegerin nach ihrem zweiten Rang im Riesenslalom. "Aber ich war sehr nah dran (sechs Hundertstelsekunden, d. Red.) und Alice ist heute auch einfach unglaublich gut gefahren", so die 24-Jährige. "Es ist wirklich cool, ihr beim Skifahren zuzusehen."

Super Technik, gute Nerven - wo Alice Robinson mithalten kann

Selten waren sich Experten vor einer Alpinsaison so einig, wenn es um die Favoritenrolle bei den Frauen ging. Jeder erwartet, dass Shiffrin auch zum vierten Mal in Folge den Gesamtweltcup für sich entscheidet, nachdem sie die Konkurrenz im vergangenen Winter in Grund und Boden gefahren hat. Keine andere Läuferin hat solche Allrounderqualitäten, keine eine so perfekte Technik, keine so ein Nervenkostüm. So dachte man - bis Samstag (26.10.2019). Da zeigte die erst 17-jährige Alice Robinson, dass Shiffrin durchaus schlagbar und nicht die einzige ist, die mit Technik und Nervenstärke aufwarten kann.

Shiffrin: "Das Feuer in ihren Augen motiviert mich"

Alice Robinson

"Unglaubliche Winkel" - Alice Robinson in Sölden

"Das Mädel fährt unglaublich! Die fährt Winkel von den Knien her, das ist Wahnsinn, sie nimmt Risiko, und sie schafft es durch ihre Hebel, Fehler schnell auszumerzen", schwärmte ARD-Experte Felix Neureuther vom neuen Stern am Alpinhimmel. Und was noch dazukommt: Robinson strahlt eine ungeheure Freude und Lust am Wettkampf aus, was auch Shiffrin nicht entgangen ist: "Man sieht das Feuer in ihren Augen, und das ist auch für mich sehr motivierend."

"Wir haben heute eine gute Show geboten"

Shiffrin fühlte sich an sich selbst erinnert, an dieses Gefühl, wie es ist, wenn man sich noch nicht zu viele Gedanken macht und unbekümmert drauflos fährt: "Wenn ich sie sehe, ist das wie eine Zeitreise. Bei meinem ersten Weltcupsieg in Are hatte ich auch nichts zu verlieren und bin einfach skigefahren. Ich weiß nicht wie Alice fühlt, aber bei ihr sah es genauso aus: Sie ist sehr aggressiv gefahren, und das mag ich! Es ist spannend für die Zuschauer, und unser Sport ist doch auch Show, oder? Und das haben wir heute geboten, vor allem Alice!"

Ihr zweiter Platz macht ihr deshalb keine schlaflosen Nächte. Im Gegenteil: Grundsätzlich sieht sich Shiffrin auf einem guten Weg. "Ein Podiumsplatz im ersten Rennen ist immer gut, erst recht, wenn man so knapp am Sieg vorbeischrammt. Ich habe mich gut gefühlt. Was noch gefehlt hat, war die richtige Abwägung, wieviel Risiko kann oder muss ich nehmen und wann versuche ich, Fehler zu vermeiden".

Riesenslalom der Damen - die Entscheidung zwischen Robinson und Shiffrin Sportschau 26.10.2019 03:45 Min. Verfügbar bis 26.10.2020 Das Erste

Mehr dazu: Rundschau, BR Fernsehen, täglich um 18.30 Uhr

Stand: 28.10.2019, 11:40

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