Pinturault gewinnt Slalom in Val d'Isère, Dopfer sammelt Weltcuppunkte

Slalom in Val d'Isère - der 2. Lauf der Herren Sportschau 15.12.2019 31:22 Min. Verfügbar bis 15.12.2020 Das Erste

Weltcup in Val d'Isère

Pinturault gewinnt Slalom in Val d'Isère, Dopfer sammelt Weltcuppunkte

Der Franzose Alexis Pinturault hat überlegen den Weltcup-Slalom in Val d'Isère gewonnen. Mitfavorit Henrik Kristoffersen patzte im ersten Durchgang und fuhr trotzdem noch fast aufs Podest. Fritz Dopfer sammelte als einziger von fünf deutschen Startern Weltcuppunkte.

Am Samstag (14.12.19) noch Sturmböen und Schneefall, am Sonntag strahlender Sonnenschein - die zwei Gesichter von Val d'Isère. Mit einem Tag Verspätung durften die Slalom-Spezialisten auf die Piste "Stade Olympique" in den französischen Alpen.

Franzosen Noël und Lizeroux scheiden früh aus

Und die sorgten gleich im ersten Lauf für spektakuläre Überraschungen. Der Franzose Clément Noël, 22 Jahre jung und von allen Seiten als der Slalomfahrer der Zukunft gehyped, ging einen Tick zu aggressiv ins Rennen. Auf Bestzeitkurs unterwegs konnte er den ersten Fahrfehler noch ausgleichen, den zweiten nicht: Noël schied in seinem Heimrennen schon im ersten Durchgang aus. Auch der französische Routinier Julien Lizeroux, vor kurzem 40 geworden, kam vor seinem Heimpublikum nicht in den zweiten Durchgang.

ARD-Experte Felix Neureuther im Talk mit Clement Noel und Julien Lizeroux Sportschau 15.12.2019 02:44 Min. Verfügbar bis 15.12.2020 Das Erste

Henrik Kristoffersen von Platz 27 auf 4

Nur wenig besser als den französischen Hoffnungsträgern erging es dem Norweger Henrik Kristoffersen, dem Sieger des ersten Saisonslaloms in Levi. Bis kurz vor dem Ziel zelebrierte er in Lauf eins Slalom fast in Perfektion. Dann patzte auch er - und kam mit 2,72 Sekunden Rückstand an. Das Rennen war auch für den potentiellen Nachfolger des jahrelangen Slalom-Dominators Marcel Hirscher früh gelaufen. Als 27. erreichte er gerade so den zweiten Durchgang.

Dort drehte der Norweger aber richtig auf: Mit Laufbestzeit setzte er sich an die Spitze - und blieb dort auch lange. Erst der Italiener Stefano Gross, Neunter nach dem ersten Lauf, löste Kristoffersen an der Spitze ab. Am Ende kletterte der Norweger noch bis auf Platz vier. Nur eine Hundertstel fehlte zu einem Podestplatz.

Alexis Pinturault gewinnt überlegen

Im ersten Durchgang nutzte der Franzose Alexis Pinturault die Aussetzer der Konkurrenz. Mit einer Zeit von 52,85 Sekunden fuhr er auf Platz eins mit einem doch recht beachtlichen Vorsprung vor seinen Verfolgern. Auf den Plätzen zwei und drei lagen zunächst der Schweizer Ramon Zenhäusern mit 0,72 Sekunden Rückstand und der Schwede Andre Myhrer (+0,88 Sekunden). Überraschend verdrängte noch ein Nobody aus den USA mit Startnummer 40 Zenhäusern und Myhrer. Luke Winters fuhr auf Platz zwei vor mit 0,59 Sekunden Rückstand auf Pinturault.

Die Top vier lieferten sich im zweiten Durchgang dann ein mitreißendes Finale. Myhrer legte vor und schob sich an die Spitze. Zenhäusern wollte kontern, schied nach einem Fahrfehler aber aus. Und der junge Winters? Zeigte sich für einen 22-Jährigen erstaunlich abgezockt, fiel aber trotzdem auf Platz 19 zurück. Immerhin: Erstmals in seiner Karriere sammelte er Weltcuppunkte.

Zum Sieg fuhr routiniert der Führende nach dem ersten Durchgang. Alexis Pinturault, auch ein Kandidat für den Gesamtweltcup in dieser Saison, baute seinen Vorsprung sogar noch aus und gewann überlegen mit 1,44 Sekunden Vorsprung vor Myhrer und dem Italiener Gross.

Deutscher Skiverband: Nur Fritz Dopfer sammelt Weltcuppunkte

Das deutsche Team war in Val d'Isère ohne seinen derzeitigen Slalom-Topfahrer Linus Straßer am Start. Straßer muss nach einem Kahnbeinbruch einige Wochen pausieren. Mit Fritz Dopfer, Sebastian Holzmann, David Ketterer, Dominik Stehle und Stefan Luitz vertrat ein Quintett den Deutschen Skiverband (DSV).

Alle fünf waren aber mit hohen Startnummern jenseits der 40 ins Rennen gegangen. Die Rückstände zur Spitze deshalb teilweise beträchtlich: Dopfer 2,87 Sekunden nach dem ersten Lauf, Holzmann 3,33 Sekunden, Stehle 3,57 Sekunden, Ketterer 3,83 Sekunden. Stefan Luitz schied nach einem Fahrfehler aus.

Dopfer Fünftschnellster im zweiten Durchgang

Nur Fritz Dopfer konnte sich als 29. für den zweiten Durchgang qualifizieren. Dort war der 32-Jährige stark unterwegs: Mit der fünftbesten Laufzeit kletterte er noch einige Plätze nach oben und wurde am Ende 21.

beb | Stand: 15.12.2019, 13:22

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