Ski alpin | Super-G in Val d'Isere Fünfter Saisonsieg - die neue "Speed-Queen" Sofia Goggia

Stand: 19.12.2021 11:58 Uhr

Ganz vorne Sofia Goggia, dann lange nichts: Die Italienerin ist in den schnellen Ski-alpin-Disziplinen derzeit fast unschlagbar. Beim Super-G in Val d'Isere feierte sie bereits ihren fünften Saisonsieg.

Von Bernd Eberwein

33 Hundertstel Vorsprung waren es diesmal. 33 Hundertstel, die unterstreichen, wie weit sich Sofia Goggia in den Speeddisziplinen von der Konkurrenz abgesetzt hat. 33 Hundertstel vor der Norwegerin Ragnhild Mowinckel gewann Goggia den Super-G in Val d'Isere, nur einen Tag nach ihrem Abfahrtstriumph an gleicher Stelle.

Mowinckel verhinderte ein rein italienisches Podest. Bis sie mit Startnummer 19 auf die "Piste Oreiller-Killy" ging, lagen Elena Curtoni und Federica Brignone mit gehörigem Respektabstand von über einer halben Sekunde hinter Goggia auf den Plätzen zwei und drei.

Doch egal, wer das Podest auffüllte, vieles, eigentlich alles drehte sich an diesem Speed-Wochenende in Frankreich um Sofia Goggia. Die Konkurrenz schaut momentan fast schon ehrfürchtig zur 29-Jährigen auf, die natürlich auch ihre Führung im Gesamtweltcup ausbaute.

Nach Verletzungspause wieder Olympia-Favoritin

Die Abfahrts-Olympiasiegerin von Pyeongchang 2018 ist rechtzeitig zu den Winterspielen von Peking 2022 wieder in Topform - nach vielen Rückschlägen in den vier Jahren dazwischen.

Nur Zuschauerin bei der Heim-WM

Den Auftakt der Saison 2018/19 hatte Goggia wegen eines Knöchelbruchs verpasst, doch sie kämpfte sich zurück, setzte Rekorde. In der Saison 2020/21 etwa, als sie als erste Italienerin vier Abfahrten in Folge gewann.

Dann der Tiefpunkt im Frühjahr 2021: In Garmisch-Partenkirchen zog sich die heute 29-Jährige eine schwere Knieverletzung zu, ausgerechnet die Heim-WM in Cortina d'Ampezzo verpasste sie. Auch damals galt sie, wie jetzt vor Olympia, als Topfavoritin auf Gold in den Speedrennen.

Knapp 50 Tage vor den Olympischen Winterspielen ist Goggia nun zurück, vielleicht sogar stärker als vor ihrer Zwangspause. Der Weg zu Olympia-Gold in Abfahrt und Super-G führt nur an der Italienerin vorbei.

Kira Weidle trotz Erkältung solide

Die Starnbergerin Kira Weidle hatte nach ihrer schwachen Abfahrt im Vorfeld die Erwartungen gedämpft. "Ich nehme es als Training", sagte sie, neben einer Erkältung auch von einer Daumenverletzung geplagt. Dafür präsentierte sich Deutschlands beste Speedfahrerin überzeugend: Mit 1,5 Sekunden Rückstand auf Goggia fuhr sie in die Top 20.

"Vielleicht schadet's nicht, mal ein bisschen rauszunehmen", freute sie sich nach dem Rennen. Ohne Druck, ohne Erwartungen lieferte sie einen prima Super-G ab.