Pinturault holt im Riesenslalom von Alta Badia ersten Sieg

Der Riesenslalom der Männer in Alta Badia - die Zusammenfassung Sportschau 20.12.2020 00:31 Min. Verfügbar bis 20.12.2021 Das Erste

Weltcup in Alta Badia

Pinturault holt im Riesenslalom von Alta Badia ersten Sieg

Alexis Pinturault hat kurz vor Weihnachten seinen ersten Riesenslalom-Saisonsieg gefeiert. Aus dem deutschen Team konnte Alexander Schmid nach einer starken Aufholjagd jubeln.

Alexis Pinturault hat am Sonntag (20.12.2020) in Alta Badia seinen ersten Riesenslalom in dieser Saison gewonnen. Beim Klassiker auf der Gran Risa in den Südtiroler Alpen verwies der nun 31-fache Weltcupsieger den erst 20-jährigen Norweger Atle Lie McGrath um 0,07 Sekunden auf Rang zwei. Dritter wurde der Schweizer Justin Murisier (+ 0,24 Sekunden).

Überraschungs-Podestplätze für McGrath und Murisier

Auf der teilweise 60 Prozent steilen Klassiker-Strecke in Italien legte zweifache Weltmeister und dreifache Olympiamedaillengewinner aus Frankreich bereits im ersten Durchgang mit einer aggressiven und geschmeidigen Fahrt die Bestzeit hin. Im zweiten Lauf verteidigte er den Vorsprung dann knapp und freute sich nach einem vierten und zwei fünften Riesenslalom-Platzierungen in diesem Winter über seinen ersten Sieg.

Etwas überraschend die weiteren Podestplätze: Der junge Norweger McGrath hatte im ersten Lauf die hohe Startnummer 29, fuhr zunächst mit einem mutigen Rennen auf Rang vier vor und verdrängte dann die zuvor Zweit- und Drittplatzierten Filip Zubcic aus Kroatien und Marco Odermatt aus der Schweiz noch vom Podest. Der Schweizer Murisier fuhr mit Startnummer 25 zunächst auf Rang elf und schaffte dann noch den Sprung auf Rang drei. Für den 28-Jährigen war es der erste Weltcup-Podestplatz seit Februar 2011.

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Schmid fährt zu zweitbestem Riesenslalom-Ergebnis

Jubel auch im deutschen Team: Denn Alexander Schmid verbesserte von Rang 18 im ersten Lauf mit einem beherzten Lauf auf Platz sieben im zweiten Durchgang. Der 26-Jährige hatte im ersten Durchgang einen groben Patzer im oberen Teil drin, als er mit der Hand in ein Tor einfädelte und den Rückstand bis ins Ziel nicht aufholen konnte.

Im Finale machte er es dann besser, zeigte sich angriffslustig und couragiert. Im oberen Teil baute er seine Führung auf den vor ihm gestarteten US-Amerikaner River Radamus zwischenzeitlich auf fast eine Sekunde auf. Im unteren Teil verließen ihn dann aber etwas die Kräfte, sodass er nur 0,21 Sekunden Vorsprung ins Ziel rettete. Am Ende sprang dann sogar das zweitbeste Riesenslalom-Weltcup-Ergebnis seiner Karriere nach Rang sechs von Val d'Isére 2017 heraus.

"Der Alex ist im zweiten Teil sensationell gefahren. Der wollte es wissen. Er war eng an den Toren und hat versucht, den Schwung immer mitzunehmen", lobte Sportschau-Experte Felix Neureuther. Schmid sagte am Sportschau-Mikrofon: "Der zweite Lauf war engagierter. Der ist mir echt ganz gut gelungen. Ich hab unten etwas Zeit verloren. Da muss man einfach die Sau rauslassen. Im zweiten wollte ich echt angreifen. Das hat Nerven gekostet, aber es ist gut ausgegangen."

Luitz von 17 auf zwölf

Der vor nach dem ersten Lauf direkt vor Schmid platzierte Stefan Luitz verbesserte sich ebenfalls. Der 28-jährige erwischte keinen flüssigen Lauf und wurde letztlichtrotzdem Zwölfter. "Stefan stellt den Außenski leider zu stark an. Das darfst Du hier nicht machen, es geht auf Zug. Da verlierst Du pro Tor ein paar Hunderstel, das darfst Du bei dem aggressiven Schnee nicht machen", erklärte Neureuther.

Riesenslalom der Männer in Alta Badia - die Analyse der deutschen Starter Sportschau 20.12.2020 02:25 Min. Verfügbar bis 20.12.2021 Das Erste

Emotionaler neunter Platz für Zan Kranjec

Noch vor den beiden Deutschen wurde der Slowene Zan Kranjec Neunter. Die Platzierung des Slowenen spielte dabei aber nur eine untergeordnete Rolle. Kranjec ging mit der Aufschrift "Papa, für Dich" auf dem Helm ins Rennen. Der Vater des zweimaligen Weltcupsiegers, ein Dachdeckermeister, war Anfang Dezember tödlich verunglückt. Nur elf Tage nach dem Tod des Vaters kehrte Kranjec in den Weltcup zurück und kämpfte sich in die Top 10.

Mitfavorit Kristoffersen abgeschlagen

Nichts mit den Podestplätzen zu tun hatten die Norweger Henrik Kristoffersen und Aleksander Aamodt Kilde. Alta-Badia-Vorjahressieger Kristoffersen suchte dabei auch in Alta Badia weiter nach seiner Form. Der Norweger fand in beiden Läufen der 55-Tore-Strecke nicht die optimale Linie und fiel nach Rang zwölf im ersten Durchgang noch auf Rang 15 ab. Kilde, der erst am Freitag und Samstag in Gröden Super G und Abfahrt gewonnen hat, wurde Sechster.

Österreicher warten weiter auf einen Sieg

Auch die Österreicher hatten mit dem Sieg nichts zu tun. Bester aus dem Alpenland wurde Stefan Brennsteiner als Achter. Damit warten die AUT-Athletinnen und -Athleten auch im 18. Saisonwettkampf weiter auf den ersten Sieg. So schlecht waren die erfolgsverwöhnten Österreicher seit 1986 nicht.

Ungewöhnlich viele Ausfälle

Ungewöhnlich für einen Riesenslalom: Im ersten Lauf schieden 20 Fahrer aus, darunter mit dem Italiener Luca De Aliprandini auch einer der Top-Athleten. "Auf der Piste liegt heute sehr aggressiver Schnee, da siehst Du die einzelnen Schläge nicht", erklärte Neureuther die Ausfälle. Im zweiten Durchgang schaffte es dann auch Manuel Feller (Österreich) nicht ins Ziel.

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Dirk Hofmeister | Stand: 20.12.2020, 14:28

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