Zenhäusern schnappt Kristoffersen Slalom-Sieg weg

Ramon Zenhäusern

Weltcup in Kranjska Gora

Zenhäusern schnappt Kristoffersen Slalom-Sieg weg

Mit einem sensationellen Finallauf hat Ramon Zenhäusern am Sonntag (10.03.2019) den Slalom von Kranjska Gora gewonnen. Der Schweizer fuhr am Ende die gesamte Konkurrenz in Grund und Boden - auch den zunächst souverän führenden Norweger Henrik Kristoffersen. Felix Neureuther zeigte eine ansprechende Leistung.

Nach dem ersten Durchgang noch auf Platz sieben gelegen, explodierte Ramon Zenhäusern im Finaldurchgang förmlich. Der Schweizer pulverisierte die Zeiten der Konkurrenz und siegte mit einem Vorsprung von 1,15 Sekunden vor Henrik Kristoffersen, der damit seinen ersten Slalom-Sieg in dieser Saison verpasste, aber um zwei Hundertstel Rang zwei rettete. Im Gegensatz zum ersten Durchgang zeigte der Norweger im Finallauf eine nervöse Vorstellung und hatte nur die 24. Laufzeit.

"Keine Ahnung, wie der Riesen-Zeitvorsprung zustande gekommen ist. Ich fühle mich hier irgendwie wohl", sagte im ORF Zenhäusern, der den dritten Weltcup-Sieg seiner Karriere einfuhr.

Hirscher kämpft sich aufs Podest vor

Wie schon im Riesenslalom am Vortag hatte Marcel Hirscher auch im Slalom so seine Probleme. Der Österreicher zeigte in beiden Läufen Fahrten am Limit - immer am Rand des Ausscheidens. Der weiche Schnee in Kranjska Gora waren eben nicht seine Bedingungen. Obwohl Hirscher nur die zehntbeste Laufzeit im Finale hatte, schaffte er als Dritter noch den Sprung aufs Podest. Im ersten Durchgang war der 30-Jährige noch Sechster gewesen - mit einem Rückstand von 1,17 Sekunden auf Zenhäusern.

Doch Hirscher musste auch nicht mehr hundert Prozent liefern, seit Samstag steht es fest, dass er zum achten Mal den Gesamt-Weltcup gewonnen hat. Die Slalom-Wertung hatte er sich zuvor gesichert. "Es war volles Risiko, aber es rennt momentan nicht gar so fesch. Es ist gut, dass die Saison bald vorbei ist. Ich habe zur Zeit nicht wirklich einen Auftrag", sagte Hirscher im ORF nach dem ersten Durchgang. Nach dem Finallauf sagte er, dass er "mit einem zufriedenen Gesicht nach Hause gehen kann".

Neureuther legt im Finallauf zu

Für den DSV erzielte Felix Neureuther als Elfter das beste Ergebnis - mit einem Rückstand von 2,07 Sekunden auf Zenhäusern. Der Partenkirchner zeigte mit der achtbesten Zeit im Finallauf, was er als 34-Jähriger immer noch drauf hat. Im ersten Durchgang war er auf Rang zwölf gekommen, allerdings etwas gehandicapt durch einen Bruch einer Schuhschnalle.

Die ersten Slalom-Punkte in dieser Saison sammelten Linus Straßer als 19. (+3,46) und Fritz Dopfer als 27. (+4,42). Dominik Stehle, David Ketterer, Anton Tremmel und Julian Rauchfuss hatten den Finallauf verpasst.

Bundestrainer glaubt nicht an Rücktritt Neureuthers

Im ORF kündigte Neureuther an, auf jeden Fall auch den letzten Slalom der Saison beim Finale des Weltcups am 17. März in Soldeu/Andorra bestreiten zu wollen: "Danach werde ich mir überlegen, wie es weitergeht. Es ist von vielen Faktoren abhängig. Daher werde ich mir dafür die Zeit nehmen. Ich bin aber schon motiviert, denn Skifahren ist das, was ich fast mein ganzes Leben lang mache." Bundestrainer Mathias Berthold glaubt indes nicht an einen Rücktritt Neureuthers. "Es würde mich überraschen, wenn er zurücktritt. Ich glaube es nicht", so Berthold. Er sei im Austausch mit Neureuther, "wir sind in Beratungen, wie wir die Dinge maximieren können, das ist derzeit unser Hauptgesprächsthema. Da ging es nicht um einen Rücktritt".

Thema in Sportschau im Ersten, 10.03.2019, ab 11.03 Uhr

eei/sid | Stand: 10.03.2019, 13:30

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