Rebensburg bereit zur Jagd auf das Rote Trikot

Viktoria Rebensburg beim Weltcup in Sölden

Riesenslalom-Weltcup

Rebensburg bereit zur Jagd auf das Rote Trikot

In der vergangenen Saison war Viktoria Rebensburg die Gejagte, doch nach dem vierten Platz beim Weltcup-Auftakt in Sölden musste sie das Rote Trikot der Weltcupführenden im Riesenslalom abgeben und ist jetzt wieder Jägerin. "Das hole ich mir zurück", so die Botschaft an die Konkurrenz.

Das Rote Trikot ist im Ski-Weltcup der textile Beweis dafür, wer gerade die oder der Beste ist. Weil Viktoria Rebensburg in der vergangenen Saison die meisten Punkte im Riesenslalom gesammelt hatte, durfte sie das rote "Leiberl" auch am Samstagmorgen (27.10.18) vor dem ersten Rennen der neuen Saison überziehen. Nach dem Wettbewerb verließ sie den Rettenbachferner im österreichischen Sölden allerdings ohne das begehrte Stück. "Das Rote Trikot hier zu lassen, tut a bisserl weh. Aber das hole ich mir zurück", kündigte die 29-Jährige selbstbewusst an. Spätestens am Saisonende soll es wieder ihr gehören.

Die Konkurrenz ist nicht weit weg

Bei schwierigen Bedingungen im ewigen Eis der Ötztaler Alpen konnte Rebensburg zwar den Vorjahreserfolg nicht wiederholen, belegte zu Beginn des WM-Winters aber einen guten vierten Rang. Nur 0,05 Sekunden fehlten ihr zu Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin (USA) auf Rang drei, 0,99 Sekunden zu Tessa Worley. Die Weltmeisterin übernahm durch den ersten Sieg einer Französin beim traditionellen Saisonauftakt das Rote Trikot. Die beste deutsche Skirennfahrerin fuhr immerhin mit der Erkenntnis vom Berg, dass ihr nicht allzu viel fehlt, um ganz vorne zu landen: "Ich bin bei der Musik dabei, das kann ich mitnehmen."

Rebensburg nach Sölden: "Technisch passt es super"

Sportschau 27.10.2018 02:24 Min. Verfügbar bis 28.10.2019 ARD

Konkurrenz ist nicht davongefahren

Rebensburg hatte 2017 den Auftakt gewonnen, auch diesmal schien ein Sieg nicht unmöglich. Doch bei Schneefall, Nebel und Waschbrettpiste unterliefen der Riesenslalomspezialistin folgenschwere Patzer. Schon im ersten Lauf misslang ihr der Übergang vom Steilhang in das lange Flachstück vor dem Ziel, da lag sie aber noch auf Rang zwei, nur 0,24 Sekunden hinter der am Ende zweitplatzierten Federica Brignone (Italien). Und auch im Finale fuhr sie diese Stelle nicht sauber. "Es passiert mir selten, dass sich im zweiten Lauf mein Platz noch verschlechtert", analysierte Rebensburg. Das Resultat nahm die 29-Jährige dennoch gelassen. Das Wichtigste in Sölden sei festzustellen, "dass man es über den Sommer nicht verlernt hat" und die Konkurrenz nicht plötzlich in einer völlig anderen Dimension fährt. Beides war nicht der Fall. Immerhin hat sich die Oberbayerin durch Rang vier bereits für die WM im schwedischen Are (3. bis 17. Februar 2019) qualifiziert. "Och, da können wir ja nur feiern heute", sagte sie grinsend.

Alpinchef Maier fordert von Dürr, Hronek und Filser mehr Courage

Nicht zum Feiern war es dagegen Alpinchef Wolfgang Maier. Nur eine seiner vier DSV-Starterinnen hatte ein gutes Ergebnis eingefahren. Mit Blick auf die Platzierungen von Lena Dürr (38.), Veronique Hronek (55.) und Andrea Filser (60.) zeigte er sich ratlos: "Ich weiß auch nicht, was man mit denen machen muss, damit die mal ein bisschen mehr Courage zeigen", sagte er. Denn damit es hinter der Vorfahrerin Rebensburg vorwärts gehe, "brauchst du Leute, die das Risiko gehen wollen - und die sehe ich nicht". Jedenfalls nicht im Deutschen Skiverband.

Thema in: Blickpunkt Sport, BR, Sonntag, 28.10.18, ab 21.45 Uhr

sid/br | Stand: 28.10.2018, 11:56

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