DSV-Team vor Sölden: "Keine Probleme" - aber auch keine Stars

Marlene Schmotz aus Deutschland beim Riesenslalom in Frankreich

Wintersport | Ski alpin

DSV-Team vor Sölden: "Keine Probleme" - aber auch keine Stars

Auftakt in den alpinen Ski-Winter: Nach einer grandiosen Weltmeisterschaft gehen die Deutschen mit Selbstvertrauen, aber auch mit Sorgen in die Olympia-Saison.

Es waren Tage fast wie im Rausch. Silber, Silber, Silber und Bronze, eine Medaille überraschender als die andere. Doch diese so erfolgreiche WM im Februar in Cortina d'Ampezzo ist für die Alpinen des Deutschen Skiverbandes (DSV) schon wieder Schnee von gestern. Wenn am Wochenende im österreichischen Sölden wie alle Jahre wieder der Weltcup beginnt, wirft Olympia 2022 in Peking schon seine Schatten voraus.

Ski Alpin-Weltcup-Auftakt in Sölden: Diskussionen und Vorfreude

Sportschau 22.10.2021 02:37 Min. Verfügbar bis 22.10.2022 Das Erste Von Martin Raspe


"Keine Probleme" - aber Quintett ohne Ambitionen

"Probleme gibt's keine", behauptete Alpinchef Wolfgang Maier vor den Riesenslalom-Rennen für Frauen (Samstag, 23.10.2021, 10.00/13.15 im Livestream und Ticker) und Männer (Sonntag, 10.00/13.30 im Livestream und Ticker) mit einem Schmunzeln. Das ist eine Frage der Perspektive, denn tatsächlich stehen die Deutschen zum Saisonbeginn so gut nun auch nicht da: Von dem Quintett, das der DSV in diese ersten beiden Rennen schickt, sind jedenfalls keine Wunderdinge zu erwarten.

Für Andrea Filser, immerhin WM-Dritte mit der Mannschaft, Marlene Schmotz und Julian Rauchfuß geht es zunächst mal darum, sich überhaupt für den zweiten Lauf der besten 30 zu qualifizieren. Die Qualifikation für Olympia, für die der DOSB eine Platzierung unter den ersten Acht oder zwei unter den ersten 15 einfordert, scheint erst recht nicht erreichbar.

DSV-Athleten von Verletzungen geplagt

Auch die zwei Spitzenfahrer Stefan Luitz und Alexander Schmid garantieren keinen guten Saisonstart. Luitz und Schmid wurden bei der WM ebenfalls mit Bronze im Team-Wettbewerb dekoriert, doch Sölden ist wohl nicht viel mehr als ein Aufwärmprogramm ohne große Aussicht auf Erfolg. Luitz hat auf dem Rettenbachgletscher als bestes Resultat einen 14. Platz vorzuweisen.

Schmid, der bei der WM drauf und dran war, auch im Riesenslalom eine Medaille zu holen, laboriert seit dem Beginn des Sommertrainings an einer lästigen Sehnenreizung im linken Knie. Spitzenresultate erhofft sich Maier dennoch von den "Technik-Jungs", zu denen er auch Linus Straßer zählt. Für den geht der Weltcup aber erst mit den Slaloms ab Ende Dezember so richtig los.

Hoffnung auf Speed-Männer

Erfolg versprechen daher zunächst die starken Abfahrer um die WM-Zweiten Romed Baumann (Super-G) und Andreas Sander (Abfahrt), die aber auch erst Ende November in Nordamerika in den Weltcup eingreifen. "Das ist so weit gut, was wir da machen", sagte Maier über die Männer, allerdings bleibt die Ungewissheit über die sportliche Zukunft des besten deutschen Abfahrers: Thomas Dreßen hofft nach einer Operation am linken Knie auf eine Rückkehr in dieser Saison, doch ein Weltcup-Comeback des Kitzbühel-Siegers von 2018 ist noch nicht terminiert.

Und bei den Frauen? "Da haben wir derzeit halt nur die Kira", sagt Maier über Kira Weidle, Sensations-Zweite bei der WM-Abfahrt. Auch sie wird aber erst im Dezember in Nordamerika in den Weltcup einsteigen. Der Riesenslalom, sagt Cheftrainer Jürgen Graller, "ist nach wie vor unsere Achillesferse". Und so bleibt Maier erst mal nur sein Standardspruch über Sölden: "Wenn wir gut fahren, sagen wir, wir haben alles richtig gemacht, wenn wir nicht so gut fahren, sagen wir, jetzt haben wir noch ein bisschen was zu tun."

WM-Abfahrt: Weidle holt Silber Sportschau 13.02.2021 00:59 Min. Verfügbar bis 13.02.2022 Das Erste

dpa | Stand: 22.10.2021, 13:17

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