Wintersport | Ski alpin Esther Ledecka gewinnt Abfahrt in Crans Montana

Stand: 26.02.2022 10:00 Uhr

Die erste Weltcup-Abfahrt nach den Winterspielen 2022 hat eine Überraschungssiegerin: Snowboard-Olympiasiegerin Ester Ledecka gewann in Crans Montana. Kira Weidle verzichtete nach einem Trainingssturz auf den Start.

Von Bernd Eberwein

Aus Sicht der schweizerischen Gastgeber begann die Abfahrt in Crans Montana alles andere als ideal. Super-G-Olympiasiegerin Lara Gut-Behrami eröffnete das Rennen auf der "Mont Lachaux" - und sie kam nicht ins Ziel, schied nach einem Fehler aus. Kurzzeitig Stille im Zielraum, wo die Fans euphorisch Schweizer Fahnen schwangen.

Aber die Gastgeber hatten ja noch andere Topfavoritinnen am Start. Abfahrts-Olympiasiegerin Corinne Suter, Joana Hählen, Michelle Gisin - die Party im Zielraum nahm mit jeder Starterin aus dem Swiss Ski Team wieder mehr Fahrt auf. Doch es sollte nichts werden mit einem Heimsieg an diesem Samstagvormittag (26.02.2022) im Wallis.

Snowboard-Olympiasiegerin Ledecka gewinnt

Dafür durften die tschechischen Fans am Ende fast schon Historisches feiern: Snowboard-Olympiasiegerin Ester Ledecka fuhr zum dritten Weltcupsieg ihrer Karriere, dem zweiten in einer Abfahrt, dem ersten in Crans Montana.

Mit Startnummer acht verdrängte sie die bis dahin führende Norwegerin Ragnhild Mowinckel auf Platz zwei (+0,21 Sekunden). Dritte wurde die Österreicherin Cornelia Hütter (+0,42).

Priska Nufer sorgt für Schweizer Happy End

Und die Schweiz? Ausgerechnet eine Läuferin, die man nicht so auf dem Schirm hatte, sorgte am Ende doch noch für Euphorie und Glückseligkeit im Zielraum. Priska Nufer fuhr mit Startnummer 30 auf Platz vier und damit zum besten Weltcupergebnis ihrer Karriere. 39 Hundertstel fehlten zu einem Podestplatz.

Doch Nufers toller Auftritt lässt die Eidgenossen träumen. Die nächste Chance für einen Heimsieg oder einen Podestplatz gibt's bereits am Sonntag: Dann steht eine weitere Abfahrt in Crans Montana im Weltcup-Kalender.

Weidle-Comeback am Sonntag

Dort will auch Deutschlands beste Speedfahrerin, die Starnbergerin Kira Weidle, starten. Weidle war im Abschlusstraining am Freitag gestürzt und ungebremst in den Fangnetzen gelandet, blieb aber von schlimmeren Verletzungen verschont.

Am Samstag hat sie auf die Abfahrt verzichtet und trainiert, im zweiten Rennen will sie wieder angreifen.