Neureuther patzt und fällt zurück - Sieg an Hirscher

Felix Neureuther beim Slalom in Saalbach-Hinterglemm

Weltcup in Saalbach-Hinterglemm

Neureuther patzt und fällt zurück - Sieg an Hirscher

Es wäre zu schön gewesen: Felix Neureuther hatte bei seinem Slalom-Comeback als Vierter gute Aussichten auf ein Top-Ergebnis, patzte dann aber im zweiten Durchgang. Der Sieg ging wieder an Marcel Hirscher.

Neureuther vergab bei seinem ersten Slalom-Rennen nach einer 13 monatigen Verletzungspause die Aussicht auf eine Top-Platzierung durch einen Fehler im zweiten Durchgang. Bei einer stark abbauenden Piste verlor der mehrfache Weltcup-Sieger bei einem Tor im Mittelteil zu viel Tempo und dadurch fast drei Sekunden an Zeit. Somit rutschte er nach einem aussichtsreichen vierten Platz im ersten Durchgang noch auf Position 27 ab. Der Sieg ging einmal mehr an Hirscher, der damit neun der jüngsten Slaloms für sich entschieden hat und bei insgesamt 63 Weltcup-Siegen steht. Rang zwei holte der Schweizer Loic Meillard, der von Rang zwölf auf den Silberrang vorfuhr. Henrik Kristoffersen aus Norwegen wurde Dritter.

Neureuther: "Zu frech versucht"

Felix Neureuther enttäuscht im Slalom von Saalbach-Hinterglemm

Neureuther: "Muss das Positive mitnehmen"

"Ich muss das Positive heute mitnehmen. Es war mein erstes Rennen und ein sehr schwieriger zweiter Durchgang. Ich habe Fehler gemacht, die man nicht machen darf. Das Gute ist, dass ich weiß, dass der Speed passt - besonders im ersten Durchgang. Im zweiten Lauf habe ich es zu frech versucht, da hätte ich ein wenig vorsichtiger sein müssen, um nicht in die ganzen Schläge reinzukommen. Aber man kann nur ganz nach vorne fahren, wenn man etwas riskiert. Das habe ich gemacht", erklärte Neureuther danach am BR-Mikrofon.

Neureuther verzichtet auf Madonna di Campiglio

Mit Blick auf den in zwei Tagen anstehenden Nachtslalom im italienischen Madonna di Campiglio erklärte er, dass er sich nach den anstrengenden Tagen zunächst einmal ausruhen wolle. Nach Weihnachten wolledann einen "vernünftigen und systematischen Aufbau machen und im Januar wieder voll angreifen".

Slalom-Podium in Saalbach mit Loic Maillard, Marcel Hirscher und Henrik Kristoffersen (v.l.)

Slalom-Podium in Saalbach mit Loic Maillard, Marcel Hirscher und Henrik Kristoffersen (v.l.)

Schwierige Bedingungen sorgen für Verzögerung in "Salzbach"

Der Start des zweiten Durchgangs musste zunächst um eine Viertelstunde verschoben werden, da die Helfer noch an der Piste arbeiteten. Mit viel Wasser und Salz wurde versucht, die Dellen und Schläge auszubesseren. Zudem wurde ein Tretkommando zum Glattziehen die Strecke runtergeschickt, um möglichst faire Bedingungen für alle 30 Fahrer zu schaffen.

Stehle wird 25.

Aus deutscher Sicht ging zunächst Dominik Stehle als vierter Starter auf den vom italienischen Trainer der Franzosen, Simone del Dio, gesetzten und 67 Tore umfassenden Parcours. Er legte einen solidenLauf auf die Piste, verlor jedoch im unteren Teil Zeit. In der Endabrechnung belegte er den 25. Rang und sah noch Verbesserungspotential: "Mir ist es vom Fahren gar nicht mal so schlecht vorgekommen, aber irgendwie hat an jedem Tor das letzte Hundertstel gefehlt. Der Saisonstart war für mich jetzt nicht so ideal, deswegen nehme ich die Punkte gerne mit. Aber so ganz zufrieden bin ich heute nicht."

Ketterer: "Die Piste war ein Trümmerfeld"

Zwei Startnummern später machte sich David Ketterer auf den Weg. Er konnte die guten Eindrücke des ersten Laufes bestätigen, in dem er als Fahrer mit der höchsten Startnummer den Sprung ins Finale schaffte, und machte noch einige Plätze gut. Mit der drittbesten Laufzeit schob er sich noch auf Position 18 vor. "Ich bin sehr zufrieden heute, dass ich ins Ziel gekommen bin und ein gutes Ergebnis einfahren konnte. Im letzten Jahr bin ich im zweiten Durchgang öfter mal auf der Nase gelandet. Für mich waren die Bedingungen jetzt deutlich besser, als mit der hohen Startnummer im ersten Lauf – da war die Piste ein Trümmerfeld", erklärte der 25-Jährige im Anschluss.

Den Top-Lauf im zweiten Durchgang zeigte der Slowene Stefan Hadalin. Er lag nach dem ersten Durchgang zwischen Stehle und Kletterer, machte dann 18 Plätze gut und wurde somit Achter.

Dopfer, Strasser, Holzmann, Luitz und Tremmel nicht im zweiten Lauf

Deutlich schlechter lief es bei Fritz Dopfer, Linus Strasser und Sebastian Holzmann, die mit den Startnummern 26 bis 28 ebenfalls mit einer Top-30-Nummer ins Rennen gehen durften. Dopfer zeigte wie schon beim Riesenslalom am Mittwoch, dass er momentan nicht in Bestform ist, und schied nach einem Fahrfehler noch im oberen Bereich aus. Strasser rutschte im Mittelteil weg und schied ebenfalls aus. Holzmann schaffte es ins Ziel und lag im oberen Teil mit der zwölftbesten Zeit sogar aussichtsreich im Rennen. Im unteren Teil verpasste er aber beinahe ein Tor, verlor den Rhythmus und verpasste das Finale der Top 30. Stefan Luitz fehlte als 35. rund eine halbe Sekunde für den zweiten Durchgang. Anton Tremmel erreichte das Ziel auch nicht.

Thema in: Blickpunkt Sport, br, 20.12.2018, 12.55 Uhr

dh/rho | Stand: 20.12.2018, 14:20

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