Noel gewinnt ersten Slalom in Chamonix

Noel gewinnt ersten Slalom in Chamonix - Straßer enttäuscht Sportschau 30.01.2021 00:34 Min. Verfügbar bis 30.01.2022 Das Erste

Weltcup-Slalom in Frankreich

Noel gewinnt ersten Slalom in Chamonix

Von Wolfram Porr

Clement Noel hat den ersten von zwei Weltcup-Slaloms an diesem Wochenende in Chamonix gewonnen. Wie im vergangenen Winter setzte sich der Franzose knapp durch. Linus Straßer musste sich mit Rang 17 begnügen.

Für Clement Noel war es der erste Saisonsieg. Rechtzeitig zur WM kommt der 23-Jährige in Form. Im zweiten und entscheidenden Durchgang arbeitete er sich noch von Rang drei ganz nach vorne. Der Schweizer Ramon Zenhäusern (+ 0,16 Sekunden) und der nach dem ersten Lauf führende Österreicher Marco Schwarz (+ 0,19) hatten nach Addition beider Läufe knapp das Nachsehen.

Wie kein Zweiter schaffte es Noel, seine Skier gefühlvoll in die auf weicher Piste bereits extrem ausgefahrenen Kuhlen zu legen und nicht zu viel Zeit zu verlieren. Die 15. Laufzeit im zweiten Durchgang reichte ihm so zum Sieg.

Luca Aerni mit furioser Aufholjagd

Das größte Ausrufezeichen setzte bei nasskaltem Wetter aber ein Anderer: Luca Aerni aus der Schweiz hatte sich als 30. gerade noch so für das Finale qualifiziert und legte dann als erster Läufer eine Fabelzeit vor. Aerni verbesserte sich mit der mit Abstand besten Laufzeit im zweiten Durchgang vom 30. noch auf den vierten Platz - lediglich Slalomlegende Ingemar Stenmark hatte es einst noch besser gemacht und einmal einen Slalom nach Platz 27 im ersten Durchgang gewonnen.

Straßer kann nicht um Topplätze mitfahren

Linus Straßer beim Rennen in Chamonix

Linus Straßer hatte sich nach den zwei jüngsten Ausfällen vorgenommen, diesmal wieder in die Punkte zu fahren. Allerdings ließ der Münchner, der mit der Startnummer zehn ins Rennen ging, im ersten Durchgang etwas die gewohnte Angriffslust vermissen. Gerade im unteren Streckenteil fuhr er einen Tick zu sehr auf Sicherheit und ging mit dem Handicap von 1,41 Sekunden Rückstand in den zweiten Durchgang.

Da begann er im oberen Streckenabschnitt stark, hatte dann aber im schon arg ramponierten Mittelteil große Schwierigkeiten, auf der schnellsten Linie zu bleiben. Die Aggressivität stimmte jetzt, aber die weiche Piste machte nicht mit, sodass der 28-Jährige in der Endabrechnung nur 17. wurde.

"Im ersten Lauf war es zu wenig. Im Zweiten habe ich oben gemerkt, dass es richtig gut war, habe viel riskiert. Unten im Flachen war es dann wahnsinnig schwer, weil es sehr weich war", erklärte Strasser seinen Rückstand in der Sportschau. "Für mich war es ein Rennen, um auch mal wieder einen Lauf ins Ziel zu bringen."

Linus Straßer: "Das Ergebnis hätte besser sein können" Sportschau 30.01.2021 01:37 Min. Verfügbar bis 30.01.2022 Das Erste

DSV-Quartett verpasst die Top 30

Die übrigen vier Deutschen konnten sich für den Finaldurchgang gar nicht erst qualifizieren: Sebastian Holzmann und Anton Tremmel kamen bei zunehmendem Schneefall und auf der bereits ausgefahrenen Piste nicht zurecht und verpassten mit einem Rückstand von 2,82 bzw. 2,95 Sekunden den zweiten Lauf klar. Näher dran war Julian Rauchfuss, doch auch dem Mindelheimer fehlten rund vier Zehntelsekunden, um sich in den Top 30 zu platzieren. Alexander Schmid, eigentlich Riesenslalomspezialist, sollte in Chamonix ein bisschen Rennpraxis sammeln, schied aber aus.

Stand: 30.01.2021, 13:32

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