Zweites Rennen, zweites Rentier - Vlhová gewinnt erneut in Levi

Slalom - die Zusammenfassung der Frauen in Levi am Sonntag Sportschau 22.11.2020 02:34 Min. Verfügbar bis 22.11.2021 Das Erste

Slalomweltcup

Zweites Rennen, zweites Rentier - Vlhová gewinnt erneut in Levi

Von Bernd Eberwein

Petra Vlhová ist bereits beim Saisonauftakt in Galaform: Die Slowakin gewann auch den zweiten Slalom in Levi und darf das nächste Foto mit Rentier, der traditionellen Siegerprämie in Finnland, mit nach Hause nehmen. Die deutschen Frauen enttäuschten.

Nach dem ersten Durchgang hatten Vlhová, Gewinnerin des ersten Rennens am Samstag, und die Schweizerin Michelle Gisin das Klassement im zweiten Levi-Slalom noch zeitgleich angeführt.

Doch im zweiten Durchgang drehte Vlhová noch einmal auf. Mit der zweitbesten Laufzeit setzte sie sich als vorletzte Starterin an die Spitze, und Gisin konnte nicht kontern. Vlhová sicherte sich saisonübergreifend ihren fünften Slalomsieg in Folge.

Mit 0,31 Sekunden Rückstand blieb Gisin, die als letzte Läuferin ins Rennen ging, nur Platz zwei. Die Schweizerin war dennoch hochzufrieden. Denn erst zum zweiten Mal in ihrer Karriere fuhr sie in einem Slalom aufs Podest. Dritte wurde wie am Vortag die Österreicherin Katharina Liensberger.

Die Analyse des 2. Slalom-Weltcups der Frauen mit Felix Neureuther Sportschau 22.11.2020 05:12 Min. Verfügbar bis 22.11.2021 Das Erste

Shiffrin auf Platz fünf

Mikaela Shiffrin, am Vortag Zweite, landete diesmal auf Platz fünf. Die US-Amerikanerin, deren Vater Jeff im Februar verstorben war, hatte am Samstag nach 300 Tagen Rennpause ein emotionales Comeback gefeiert.

In der Saisonvorbereitung konnte sie nicht so intensiv wie gewohnt arbeiten und trainierte nur den Slalom. Den Saisonauftakt mit dem Riesenslalom in Sölden Mitte Oktober musste sie wegen Rückenbeschwerden auslassen.

DSV-Athletinnen fast mit Komplett-Debakel

Die Starterinnen des Deutschen Skiverbands (DSV) konnten nicht an die Mannschaftsleistung des ersten Rennens anknüpfen.

Lena Dürr unterlief auf dem eigentlich anspruchslos gesteckten Kurs im ersten Durchgang ein dicker Patzer - sie kam abgeschlagen mit 1,81 Sekunden Rückstand an, erreichte als 29. aber immerhin noch gerade so den zweiten Lauf.

"Ich hab's versucht, aber ich bin nicht zufrieden", sagte sie enttäuscht am Sportschau-Mikrofon. Sie wollte die Schwünge nach den Erfahrungen vom Samstag "noch konsequenter" setzen, doch das misslang komplett.

Und auch im zweiten Durchgang wurde es nicht viel besser. Immerhin: Zahlreiche Läuferinnen haderten da ebenfalls mit dem Kurs und blieben nicht fehlerfrei. So kletterte Dürr sogar noch einige Plätze und wurde 21.

Sechs DSV-Fahrerinnen schon im ersten Lauf raus

Zweitbeste DSV-Läuferin war Jessica Hilzinger mit 1,84 Sekunden Rückstand. Doch dies reichte nicht - wie schon am Vortag - für den Einzug in den zweiten Durchgang, genau wie für die übrigen deutschen Starterinnen.

Marlene Schmotz hatte im zweiten Rennen nach ihrer Kreuzbandverletzung im Januar 2020 2,33 Sekunden Rückstand im Ziel. Marina Wallner und Andrea Filser kamen zeitgleich 2,17 Sekunden hinter der Spitze an.

Martina Ostler hatte 3,89 Sekunden Rückstand. Luisa Mangold schied in ihrem erst zweiten Weltcuprennen wie schon am Samstag nach einem Fehler aus.

Cheftrainer Graller nicht zufrieden

Frauen-Chefcoach Jürgen Graller war logischerweise schon nach dem erste Durchgang nicht zufrieden. Schon am Samstag seien seine Läuferinnen "zu wenig aggressiv" gefahren, das sollte sich am Sonntag eigentlich ändern. Doch das "wurde leider nicht umgesetzt."

Die Lehren aus Levi? "Wir müssen risikofreudiger ans Werk gehen", so Graller: "Wir müssen wirklich noch zulegen, dass wir in der erweiterten Weltspitze mitfahren können."

Stand: 22.11.2020, 14:11

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