"Kompletter Vertrauensverlust": FIS trennt sich von Generalsekretärin Lewis

Die ehemalige FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis

Wintersport

"Kompletter Vertrauensverlust": FIS trennt sich von Generalsekretärin Lewis

Der internationale Ski-Verband FIS hat sich von seiner langjährigen Generalsekretärin Sarah Lewis getrennt. Die Entscheidung gegen die Britin fiel bei der Council-Sitzung mit breiter Mehrheit. Ein "verändertes Rollenverständnis" habe zum Vertrauensbruch geführt, erklärte jetzt DOSB-Präsiden Alfons Hormann.

Grundlage für die Entscheidung am Freitag (09.10.2020) sei "ein kompletter Vertrauensverlust", hieß es in einer kurzen FIS-Mitteilung. Am Montag erklärte dann Alfons Hörmann, Mitglied des Fis-Councils, die Entscheidung. Ein "verändertes Rollenverständnis" habe zum Vertrauensbruch zwischen dem Skiweltverband Fis und seiner langjährigen Generalsekretärin Sarah Lewis geführt. Die Britin erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa), sie wolle sich zu einem späteren Zeitpunkt äußern.

Diskrepanzen in der Zusammenarbeit

"Sarah Lewis hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zweifellos mit hohem persönlichen Einsatz für den internationalen Skisport engagiert. Allerdings war deutlich erkennbar, dass sich ihr persönlicher Fokus verlagert hatte. Von der eigentlichen operativen Führungsaufgabe als Generalsekretärin hin zu einem Selbst- und Rollenverständnis, das zunehmend auf repräsentative Wirkung ausgerichtet war", sagte DOSB-Präsident Hörmann. "Dies führte zwangsläufig zu Diskrepanzen in der Zusammenarbeit und im weiteren Verlauf zu einem Vertrauensverlust des Präsidenten und des gesamten Vorstandsteams", ergänzte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Der Fis-Vorstand sah angesichts des erst in acht Monaten geplanten nächsten Fis-Kongresses sofortigen Handlungsbedarf, um die Arbeit des Verbandes in den kommenden Monaten sicherzustellen. Bis zum geplanten Wahlkongress wird Präsident Gian Franco Kasper mit den zuständigen Direktoren der Fis das Tagesgeschäft koordinieren.

Lewis war Kandidatin für Nachfolge des FIS-Präsidenten

Die frühere Skirennfahrerin, die 1988 bei den Winterspielen in Calgary gestartet war, stand seit 1994 in Diensten der FIS. Im Jahr 2000 übernahm die 55-Jährige das Amt der Generalsekretärin. Sie galt bislang als Kandidatin für die Nachfolge des FIS-Präsidenten Gian Franco Kasper, der im kommenden Sommer seinen Posten räumen will.

Ursprünglich hätte die Kür eines neuen Präsidenten bereits im Mai beim FIS-Kongress im thailändischen Pattaya vorgenommen werden sollen, doch das Treffen fiel der rasanten Ausbreitung des Coronavirus zum Opfer und wurde abgesagt. Der 52. FIS-Kongress soll nun am 5. Juni 2021 im slowenischen Portoroz stattfinden.

sid | Stand: 12.10.2020, 17:19

Darstellung: