Abfahrt in Courchevel - Kilde gewinnt die kleine Kristallkugel

Sportschau 16.03.2022 02:45 Min. Verfügbar bis 16.03.2023 Das Erste

Ski Alpin | Weltcupfinale

Trotz Rang vier: Aleksander Aamodt Kilde holt sich Abfahrts-Titel

Stand: 16.03.2022, 10:45 Uhr

Aleksander Aamodt Kilde hat sich beim Weltcup-Finale in Courchevel den Gesamtsieg im Abfahrts-Weltcup geholt - obwohl er beim Sieg von Vincent Kriechmayr hinter seinem ärgsten Konkurrenten landete.

Von Raphael Weiss

Es war eine Zitterpartie. Aleksander Aamodt Kilde hat sich zum ersten Mal in seiner Karriere die kleine Kristallkugel des Gesamtsiegers im Abfahrtsweltcup gesichert. Der 29-jährige Norweger wurde beim Abfahrtsrennen im Weltcupfinale in Courchevel Vierter (+0,85 Sekunden) - hinter Beat Feuz (+0,54), seinem Kontrahenten um den Titel. Doch sein Vorsprung reichte aus.

Den Sieg im letzten Abfahrtsrennen der Saison holte sich der Österreicher Vincent Kriechmayr vor Marco Odermatt (+0,34). Bester Deutscher wurde Dominik Schwaiger auf Rang 12 (+2,10). Josef Ferstl und Romed Baumann verpassten die Punkteränge.

Enges Duell um Kristallkugel

23 Punkte hatte Kilde vor dem Weltcupfinale in der Disziplinwertung vor Beat Feuz gelegen. Der Österreicher Matthias Mayer (-82 Punkte) und Dominik Paris (-88) aus Frankreich hatten vor dem Start nur noch theoretische Chancen auf die Kristallkugel.

Für Feuz war das Rennen die Chance, zum fünften Mal in Folge die Abfahrts-Gesamtwertung für sich zu entscheiden – etwas, das bislang kein Rennfahrer geschafft hat - und so seine Saison nach Olympischem Gold zu krönen.

Feuz ging als Erster in das Rennen, startete schnell, blieb lange fehlerlos, bis er in der Traverse ausbrach, nach unten abdriftete und Zeit und Tempo liegen ließ. Mit 1:50,97 Minuten setzte er eine erste Marke.

Kilde mit Problemen

Kilde startete als Dritter und kam schon zu Beginn ins Schwimmen. Beim ersten Sprung war er unsicher, ruderte mit den Armen und konnte beim Aufkommen nur knapp einen Sturz und somit das Aus seiner Titel-Hoffnungen verhindern. Fast eine halbe Sekunde musste der Norweger danach auf der Strecke auf Feuz aufholen.

Und die holte er sich in der Traverse. Dort wo Feuz Zeit liegen gelassen hatte, war Kilde gut unterwegs, setzte sich sieben Hundertstel vor dem Schweizer und ging mit höherem Tempo in den Schluss-Abschnitt. Doch dort beging er gleich den nächsten schweren Fehler. Am Ende lag er 0,31 Sekunden hinter seinem Kontrahenten.

Kriechmayr holt sich Platz eins

Kilde musste zittern. Drei Punkte lag er nach diesem Zwischenstand vor Feuz. Keiner durfte sich mehr zwischen die beiden schieben, sonst würde der Schweizer an ihm vorbeiziehen. Weder Mayer noch Paris konnten den Zeiten der beiden gefährlich werden. Erst Gesamtweltcup-Sieger Odermatt machte sich auf, die Führenden anzugreifen. Doch der Schweizer konnte seinem Landsmann den Titel nicht bescheren, er setzte sich zwar vor Kilde, doch schlug auch die Zeit von Feuz.

Als auch der Österreicher Kriechmayr mit einem aggressiven, schnellen Lauf die Zeit von Odermatt unterbot und somit auch die der beiden Titel-Kandidaten, war Kilde der Titel kaum noch zu gewinnen. Denn ab dem dritten Platz werden die Punkteabstände kleiner.

13 Punkte reichen Kilde

Drei Plätze Unterschied hätte er gebraucht. So blieb es bei dem Sieg von Kilde. 13 Punkt waren am Ende ein knapper, doch ausreichendes Polster, um sich den ersten Titel im Abfahrts-Weltcup zu sichern. 2020 hatte er sich bereits den Gesamtweltcup-Sieg geholt.

Enttäuschendes Rennen für DSV-Starter

Für die deutschen Abfahrer endete das letzte Weltcup-Rennen enttäuschend. Baumann verpasste mit Rang 16 die Punkteränge knapp. Ferstl wurde 23.. Bester Deutscher war Dominik Schwaiger, der als Zwölfter die Top-Zehn verpasste, sich aber noch einmal Weltcup-Punkte sicherte.

Schwaiger schob sich damit vor seinen Teamkollegen Baumann (19.) auf Platz 18. Ferstl beendete die Abfahrtssaison auf Rang 22.

Am Donnerstag geht es in Frankreich mit den Super-G-Rennen weiter, ehe nach dem Team-Event am Freitag am Wochenende jeweils ein Riesenslalom sowie Slalom auf dem Programm stehen.

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